Atemtherapie mit dem Inhalator

03.10.2014 |  Von  |  Allgemein

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Inhalieren hiess früher: heisses Wasser in die Schüssel, Kochsalz oder Kamillentee rein und dann ein Handtuch über den Kopf und das Gesicht über die Schüssel. Diese Methode eignet sich eher zur Behandlung von Pickeln und Akne. Denn die erkältungs- und hustenlindernden Stoffe kommen gar nicht dort an, wo sie ankommen sollen. Heute haben Kinder es besser: Sie müssen weder Lebertran schlucken noch die Schüsselprozedur über sich ergehen lassen. Für die medizinische Inhalation gibt es den Inhalator. Er sollte in keinem Haushalt fehlen.

Der Inhalator dient sowohl Kindern wie auch Erwachsenen zur Linderung oder sogar Heilung von Erkrankungen der Atemwege. Als Taschengerät ist er auch unterwegs schnell zur Hand; als Inhalierstation mit Masken und Mundstücken kann er vor allem Kindern zur Behandlung von Husten, Erkältung und auch Asthma dienen. Es gibt unterschiedliche Verneblungs-Technologien und zwei wichtige Parameter, die Sie beim Kauf kennen sollten. Dieser Artikel informiert darüber.



Einsatzgebiete

Bevor wir uns mit Funktionsweise und Technologie eines Inhalators beschäftigen, ist ein kleiner Überblick hilfreich, gegen welche akuten und chronischen Erkrankungen das Gerät zum Einsatz kommen kann. Erwähnt wurden schon die Erkältungen und Asthma bronchiale. Alle Leiden, die mit Husten und Belastungsatemnot einhergehen, sprechen ebenfalls gut auf die Inhalatortherapie an. Selbst bei Mukoviszidose, einer erblichen Stoffwechselerkrankung, hat sich die Anwendung des Inhalators als lindernd erwiesen.

Die Vorteile des Inhalators

Atemwegserkrankungen greifen die Lunge und ihre feinen Verästelungen, die Bronchien, an. Dank eines Inhalators gelangen medizinische Wirkstoffe genau dorthin, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen. Gleichzeitig entstehen durch diese Therapie weniger Nebenwirkungen als zum Beispiel bei der oralen Aufnahmen von Medikamenten, denn durch die direktere Applikation kann weniger hoch dosierter Wirkstoff eingesetzt werden.



Bauweisen und Wirkstoffe



Wenn Sie ein Kinderzimmer einrichten, werden Sie für solides Mobiliar und für Ecken sorgen, in denen Ihr Kind stationär spielen kann. Kinder bewegen sich gern und viel – aber sie brauchen auch Ruhepunkte. Wenn Sie ein Kind mit einem Tascheninhalator ausstatten, wird es das ambulante Gerät dazu nutzen, seinem Bewegungsdrang nachzugehen. Nur mit einem stationären Gerät und passendem Mundstück/Atemmaske bringt es die Ruhe auf, die es braucht, um wirksam zu inhalieren.

Wenn Sie ein Kind mit einem Tascheninhalator ausstatten(Bild : Jurie / Shutterstock.com)

Wenn Sie ein Kind mit einem Tascheninhalator ausstatten(Bild : Jurie / Shutterstock.com)

Inhalatoren vernebeln entweder Aerosole oder pulverförmige Medikamente. Die Pulver-Variante ist sehr ergiebig in der Wirkstoffaufnahme, so dass Medikamente sparsamer dosiert werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass der Patient kräftig und in regelmässigen Zügen inhaliert: Das setzt Training und Disziplin voraus. Darum wird zur Behandlung von Kindern gewöhnlich Aerosol eingesetzt, das leichter einzuatmen ist.



Die Technologien

Inhalatoren werden mittlerweile in drei unterschiedlichen Technologien zur Freisetzung der Inhalat-Wirkstoffe gebaut. Die Druckluft-Technologie läuft über einen Kompressor. Dieser erzeugt Pressluft, die Teilchen aus dem Inhalat reisst und vernebelt. Schwingmembran-Inhalatoren sind sehr leise und gut für Kinder geeignet, weil sie viel Wirkstoff in kurzer Zeit lösen. Ultraschall-Inhalatoren lösen das Inhalat durch Schwingungen. Ihre Vorteile: Sie sind ebenfalls leise und können, weil sie wenig Strom verbrauchen, über Akku laufen. Damit können Sie das Gerät auch einsetzen, wenn Sie beispielsweise mit dem Auto eine lange Anreise in die Ferien vor sich haben.

Die Säulen des Erfolgs

Wirksames Inhalieren hängt von drei Grössen ab: dem Medikament; der Teilchengrösse des Inhalats; und der Vernebelungsrate. Das richtige Medikament zu wählen, ist Sache des Arztes. Für die Wahl des richtigen Inhalators seien hier die Parameter Teilchengrösse und Vernebelungsrate näher erklärt. Die Vernebelungsrate gibt an, wie viel Flüssigkeit in Millilitern den Vernebler pro Minute verlassen. Je höher diese Rate ist, desto kürzer kann die Behandlungsdauer gehalten werden. Wird der Inhalator vor allem für Kinder oder chronisch Kranke zum Einsatz kommen, sollte eine hohe Vernebelungsrate gewählt werden.

Ganz wichtig ist der Teilchengrössen-Wert, denn er entscheidet darüber, wie gut ein Inhalator wirkt. Nur Teilchen, die in einem bestimmten Grössenbereich liegen, haben die Chance, bis in die Lungenbläschen zu gelangen. Die Teilchen dürfen die Grösse von sechs Mikrometern nicht überschreiten und nicht kleiner als 0,5 Mikrometer sein. Wenn sie zu gross sind, bleiben sie in den oberen Atemwegen hängen. Sind sie zu klein, werden sie wieder ausgeatmet.

Richtig inhalieren

Beim Inhalieren kommt es auf die Atemtechnik an. Der perfekte Patient atmet tief und langsam ein, hält die Luft für fünf bis zehn Sekunden an und atmet dann zügig aus. Eltern werden an dieser Stelle lächeln, denn sie sind bereits zufrieden, wenn ihr Kind wenigstens zwei Minuten mit dem Inhalator still sitzen bleibt. Trotzdem kann es nicht schaden zu wissen, wie es richtig geht. Schliesslich werden die Kinder vernünftiger. Und auch Eltern müssen mal inhalieren.

Reinigung

Wenn Sie Wert auf Sauberkeit und Hygiene legen, werden Sie Küchengeräte regelmässig durch Desinfektion gegen Keime schützen. Umso mehr braucht ein Inhalator Pflege und Reinigung. Sie müssen die Atemmaske und die Verbindungsschläuche sowie die Düse, das Abdeckelement und die Medikamentenaufnahme nach jeder Benutzung reinigen. Nach der letzten Tagesanwendung sollte eine Desinfektion erfolgen.

Es gibt keine bessere Möglichkeit, Medikamenten-Wirkstoffe an Ort und Stelle zu transportieren, als mit dem Inhalator. Halten Sie ihn griffbereit. Und wenn die nächste Erkältung naht: Benutzen Sie ihn täglich. Es lohnt sich!




 

Oberstes Bild: © damiangretka – Shutterstock.com


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