Das Kaminfeuer kann zum Klimarisiko werden

26.10.2016 |  Von  |  Klima, News

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Im Herbst und Winter wird Holz besonders oft verbrannt, um Licht und Wärme an dunklen und kalten Tagen zu spenden. So heimelig der Blick in das prasselnde Feuer im Kamin sein mag, für die Umwelt ist die Holzverbrennung nicht gut.

Durch die damit verbundenen chemischen Reaktionen entwickeln sich Gase, die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Aerosol und Feinstaub spielen. Ausserdem schädigen sie die Erdatmosphäre. Zu diesem Schluss kommen Forscher des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Scienze dell’Atmosfera e del Clima in Italien.

Chemische Reaktionen durch Nässe begünstigt

Feinstaub ist in Europa für den Tod von über 300 Menschen im Jahr verantwortlich. „Mehr als zur Hälfte ist dies auf die Bildung von sekundärem organischem Aerosol zurückzuführen“, sagt Projektleiterin Stefania Gilardoni. Bei hoher Luftfeuchtigkeit steige der Anteil der Feuchtpartikel, die die Entstehung von atmosphärischem Aerosol und somit von Feinstaub begünstigen.

„Nässe und Nebel beschleunigen die chemische Reaktion, die während der Holzverbrennung zur Bildung von sekundärem organischen Aerosol und einem signifikanten Anstieg der Feinstaubkonzentration führt“, ergänzt die Forscherin. Dies erkläre den in der Atmosphäre zu beobachtenden überdurchschnittlich hohen Aerosol-Anteil während der kalten Jahreszeit.

Zusammenhänge noch besser erforschen

Die ausgelöste stärkere Absorption der Sonnenstrahlen führt zur vermehrten Aufheizung und beeinflusst auch den Verlauf des Klimawandels. Diese bisher wenig beachteten Vorgänge sollten in die Gestaltung der Umweltpolitik mit einfliessen, fordert die Expertin. Allerdings müssten die damit in Zusammenhang stehenden physikalischen und chemischen Abläufe noch besser erforscht werden.

Die Untersuchung war in enger Zusammenarbeit mit der Università di Ferrara und der Aerodyne Research Inc. durchgeführt worden. Details sind in der internationalen Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht worden.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Alexander Raths – shutterstock.com

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