Fensterputzen: verschiedene Methoden, um Scheiben zum Strahlen zu bringen

21.04.2015 |  Von  |  Reinigung
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Fensterputzen: verschiedene Methoden, um Scheiben zum Strahlen zu bringen
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Für viele Hausfrauen und -männer gehört das Reinigen der Fenster mit zu den unbeliebtesten Hausarbeiten. Und da es keine Alltagsarbeit ist, sondern nur hin und wieder ansteht, brauchen manche jahrelang, um eine Routine hineinzubringen. 

Wer die für sich beste Methode zum Fensterputzen aber erst einmal gefunden hat, kann diese notwendige Arbeit mit viel mehr Schwung angehen – und in wesentlich kürzerer Zeit ein optimales Ergebnis erreichen.

Fenster sind die Augen des Hauses

Wenn die Scheiben blinken und strahlen, sieht das ganze Haus freundlich und einladend aus. Fenster sind nicht nur wie die Augen eines Hauses, sondern gelten auch als eine Art Visitenkarte seiner Bewohner. Das bedeutet: Selbst Menschen, die hier eine hohe persönliche Toleranzschwelle haben, müssen sich dem sozialen Druck beugen. Wer will schon die trübsten oder gar die einzigen trüben Scheiben in der Nachbarschaft haben?

In ländlichen Gegenden dauert es oft eine ganze Weile, bis die Fenster auch von aussen schmutzig werden. Ja nach Lage der Wohnung kann es also durchaus reichen, die Fenster zwei- bis dreimal pro Jahr zu reinigen. In den Städten, wo es mehr Abgase und eine höhere Luftverschmutzung gibt, ist diese Arbeit öfter nötig. Wer mitten in der Stadt lebt, kann ein Lied davon singen: Vor einer Woche waren die Scheiben noch sauber, und jetzt könnten sie schon wieder eine Reinigung vertragen.

Zum Fensterputzen gehört auch das Reinigen der Rahmen, der äusseren und inneren Fensterbänke und gegebenenfalls der Gardinen und Vorhänge. Je grösser und zahlreicher die Fenster sind, desto zeitraubender ist diese Arbeit – denn wer einmal anfängt und dann genervt wieder aufhört, bevor alle Scheiben sauber sind, ärgert sich in der Folge unweigerlich noch mehr, weil jetzt die verbleibenden schmutzigen Scheiben viel stärker auffallen als vorher. Selbst in kleinen Wohnungen gibt es oft schon 7 bis 10 Fenster. In grösseren, lichten Häusern können es bis zu 30 Fenster sein, die nach dem Lappen verlangen.

Fensterputzen ist also richtige Arbeit – anstrengend, schweisstreibend und manchmal auch gefährlich, wenn dazu Leitern bestiegen werden müssen oder es notwendig wird, sich weit aus dem Fenster zu lehnen, um schwer zugängliche Stellen zu erreichen. Als besondere Herausforderungen können Glastüren von Terrassen und Balkonen, Glasfronten und Glasdächer, zum Beispiel beim Wintergarten, hinzukommen. Fenster mit mehreren Scheiben erfordern mehrere Arbeitsgänge, wobei die verschiedenen Kipp- und Verstellmechanismen ebenfalls gereinigt und von Zeit zu Zeit geölt werden müssen.

Es ist also kein Wunder, dass auch Menschen, denen das Putzen eigentlich Freude macht, sich vor dem Fensterputzen gern drücken oder es zumindest so weit als möglich hinauszögern würden. Doch was sein muss, sollte auch erfolgreich sein – dann gleicht die Freude über das Ergebnis die Anstrengungen der Arbeit wieder aus.

Die klassischen Methoden sind die besten

Wenn die Sonne auf die Scheiben fällt, ist das Fensterputzen nicht empfehlenswert. Das wusste schon die Grossmutter, und es stimmt nach wie vor. Denn auf der von der Sonne erwärmten Scheibe trocknen Wasser und Reinigungsmittel schon an, bevor sie das sollen. Durch deren Rückstände entstehen unschöne Streifen und Schlieren, und die Nachbearbeitung kann so lange dauern, dass sie die Arbeit praktisch verdoppelt.

Die klassische Fensterputzmethode ist die mit Wasser, einem milden Spülmittel und einem handelsüblichen Gummiabzieher. Sie gilt immer noch als erfolgreichste und schnelle Methode, um streifenfrei saubere Scheiben zu bekommen. Wenn das Fenster stark verschmutzt ist, ist jedoch eine gewisse Vorbereitung nötig, um den gröbsten Schmutz schon vorher zu entfernen.


Die klassische Fensterputzmethode ist die mit Wasser, einem milden Spülmittel und einem handelsüblichen Gummiabzieher. (Bild: © Brian A Jackson - shutterstock.com)

Die klassische Fensterputzmethode ist die mit Wasser, einem milden Spülmittel und einem handelsüblichen Gummiabzieher. (Bild: © Brian A Jackson – shutterstock.com)


Loser Schmutz wie Strassenstaub oder Blütenpollen lässt sich mit einem weichen Handbesen entfernen. Festsitzender Schmutz und fettige, schmierige Beläge lösen sich, wenn dem ersten Eimer Wasser ein Schuss Spiritus oder Essig zugesetzt werden. Wer nur feine Essige im Haushalt hat, etwa Balsamico oder Kräuteressig, kann Essigessenz verwenden. Die ist hoch konzentriert, darum reicht ein Tee- oder Esslöffel davon für zehn Liter Wasser locker aus.

Was viele nicht wissen: Das Wasser sollte immer nur lauwarm, darf aber nicht richtig heiss sein. Sonst verlieren viele Reinigungsmittel ihre Wirkung oder wirken viel schwächer, als sie sollen. Um zu vermeiden, dass das Putzwasser zu stark schäumt, sollten alle Zusätze erst nachträglich eingefüllt werden. Das Wasser häufig zu wechseln ist ebenfalls wichtig, da man sonst den gelösten Schmutz als hauchdünnen Film gleichmässig wieder auf den Scheiben verteilt. Nach dem Entfernen des gröbsten Schmutzes also gleich frisches Wasser holen.

Manche schwören darauf, die Rahmen, mechanischen Teile und Dichtungen zuerst zu reinigen. Andere machen das immer zuletzt. Werden die Rahmen vor den Scheiben geputzt, kann später kein Schmutz mehr von dort auf die frisch gereinigten Fenster gelangen. Allerdings sind die entsprechenden Schwämme und Lappen dann meist für das Glas nicht mehr zu gebrauchen. Manche Rahmen, etwa ältere Holzrahmen, erfordern andere Putzmaterialien und -methoden, während moderne Rahmen aus glattem Kunststoff sich mit denselben Utensilien reinigen lassen wie die Scheiben.

Scheiben einseifen und abziehen

Zum Einseifen einen Schwamm verwenden, der das Glas nicht verkratzt, und in Schlangenlinien arbeiten. An einer oberen Ecke beginnen und das Glas dann zügig von oben nach unten einseifen – schnell genug, damit die Seife nicht oben schon antrocknen kann. Dann kommen der Gummiabzieher oder ein traditionelles Fensterleder zum Einsatz, um das Wasser bzw. die Lauge abzunehmen.

Für den letzten Putzgang empfehlen sich Mikrofasertücher. Sie haben eine sehr grosse Oberfläche und sind darum bestens dazu geeignet, auch die letzten Feuchtigkeitsreste aus den Ecken, von den Rändern und den Dichtungen der Scheibe zu entfernen. Wer grosse oder hohe Fenster hat, kann sich mit einer Teleskopstange helfen.

Als Kletterhilfe immer nur geeignete Geräte wie einen Klapptritt oder die Haushaltsleiter verwenden. Es ist sehr gefährlich, beim Fensterputzen auf Stühle, Tische oder Simse zu klettern. Ein Blick auf die Unfallstatistiken der Versicherer zeigt, dass dabei jedes Jahr schwere Unfälle passieren, die mit ein wenig Geduld und Gelassenheit leicht zu vermeiden gewesen wären.

Alternative Methoden

  • Glasreiniger ist gut für Glas, aber wegen der darin enthaltenen Säure gefährlich für marmorne Fensterbänke.
  • Mattes Glas bekommt wieder Glanz, wenn vor dem Putzen ein wenig Leinöl mit einem Wolllappen aufgerieben wird.
  • Spezialklingen oder sogenannte Schmutzradierer helfen beim Entfernen hartnäckiger Flecke vor dem Einseifen.
  • Eine oft gelobte Alternative zum Fensterleder, das Zeitungspapier, bleibt in der praktischen Anwendung hinter den Erwartungen zurück. Denn die Druckerschwärze löst sich gern vom Papier, und wenn sie das frisch geputzte Fenster verunziert, ist der Frust garantiert.
  • Alte Nylonstrümpfe können vor dem endgültigen Ausrangieren noch einmal benutzt werden, um bereits saubere Scheiben auf Hochglanz zu polieren.


Fazit: Fensterputzen gehört zu den unbeliebtesten Arbeiten im Haushalt. Aber es kann auch Freude machen, sofern es zügig und professionell erledigt wird. Am grössten ist der Erfolg, wenn die klassischen Methoden mit Gelassenheit und Routine ergänzt werden.

 

Oberstes Bild: © Syda Productions – shutterstock.com

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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