Haushaltstipps: Wie man Senf und Essig selber macht

13.04.2015 |  Von  |  Allgemein
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Mit gutem Essig, Öl oder Senf bekommen Salate und auch andere Gerichte erst das optimale Aroma. Die richtigen Kräuter und Gewürze geben dem Ganzen dann den letzten Feinschliff. Eine Auswahl an guten Kräutern und Gewürzen sollte daher in keiner Küche fehlen.

Mit dem entsprechenden Know-how können diverse Köstlichkeiten wie Essig und Senf auch ganz einfach zuhause selbst hergestellt werden.

Essig – mehr als nur eine „saure Angelegenheit“ und oft unterschätzt

Essige werden im Wesentlichen nach der Herstellungsart sowie den dabei genutzten Grundstoffen unterschieden. Im Hinblick auf die Herstellung gibt es ebenfalls zwei verschiedene Arten: Essig kann entweder durch Gärung und mit Einsatz von Essig-Bakterien oder durch Verdünnung von Essig-Essenz erzeugt werden. Im Gegensatz zum durch Gärung hergestellten Essig weist die Essenz einen Säuregehalt von etwa 25% auf und wird auf der Basis von Säure hergestellt.

Essig ist neben Öl eines der ersten Kulturgüter, das durch den Menschen genutzt wurde. Obwohl es sich im Grunde „nur“ um sauer gewordenen Wein handelt, sind die Verwendungsmöglichkeiten von Essig in Haushalt und Küche nahezu grenzenlos. Essig gibt es ausserdem in den verschiedensten Varianten und Geschmacksrichtungen, dennoch wird die Geschmacksvielfalt dieses Würzmittels oft unterschätzt.

Hier die wichtigsten Essigarten im Überblick:

Weinessig

Den Weinessig könnte man im Grunde als „Nebenprodukt“ von Wein bezeichnen, denn er ist im Grunde nichts anderes als einfach nur sauer gewordener Wein. So wurde er auch vor über 700 Jahren eher zufällig entdeckt. Weinessig entsteht, wenn der Alkohol durch Bakterien im Sauerstoff der Luft in 5-6-prozentige Essigsäure umgewandelt wird. Nach der Umwandlung wird der Weinessig für den Reifeprozess bis zu 12 Monate in grossen Holzfässern gelagert und nach der Filterung mit Kräutern und Gewürzen verfeinert.

Kräuteressig

Kräuteressig kann von jedem ganz einfach selbst hergestellt werden. Hierzu benötigt man lediglich einige Gewürze, wie beispielsweise Rosmarin, Thymian, Basilikum, Estragon und Dill, die dann mit reinem Weinessig übergossen werden. Nach einer Lagerzeit von etwa zwei Wochen kann der Essig abgefiltert werden und sollte dann an einem dunklen Ort gelagert werden. Je nach Geschmack kann der Essig noch mit Knoblauch, Pfeffer oder Peperoni verfeinert werden.

Fruchtessig

Fruchtessig wird aus vollreifen Früchten mit intensivem und vollem Geschmack gewonnen. Besonders geeignet sind hierfür Wildfrüchte wie Brombeeren, Walderdbeeren oder Himbeeren.

Auch in der Naturkosmetik ist Essig inzwischen ein fester Bestandteil geworden. So lassen sich zum Beispiel Heil- oder Würzpflanzen sehr gut in Apfelessig einlegen. Ein Essig aus Bärlauch eignet sich nicht nur als Gewürzessig, sondern auch sehr gut als stoffwechselanregende Frühjahrskur.
Apfelessig wird sehr gerne in der Naturkosmetik verwendet und findet zum Beispiel in der Herstellung von Haarkuren gegen Schuppen seine Verwendung.

Um eine Kräuter-Essig-Haarspülung herzustellen, benötigt man beispielsweise 500 ml Apfelessig, Zitronensaft, getrocknete oder frische Rosenblütenblätter, Melissenblätter oder Lavendelblüten, hochprozentigen Alkohol und ätherische Kräuteröle. Diese Zutaten werden dann im Verhältnis 1:4 vermischt und als Haarspülung nach der Haarwäsche verwendet. Ausspülen ist hier nicht notwendig.



Senf – scharfe Sache & würziges Genussmittel

Neben Essig und Öl gehört auch Senf zu den beliebtesten Würzmitteln in der nationalen und internationalen Küche. Wie bei Essig gibt es auch für Senf unzählige Verwendungsmöglichkeiten und Geschmacksrichtungen.

Tafelsenf

Der Begriff steht im Grunde für alle Saucen und Pasten, die aus Senfsamen hergestellt wurden. Neben Senfkörnern benötigt man für die traditionelle Herstellung zudem noch Wasser, Salz und Essig. Je nach Senfart werden zu diesem „Grundrezept“ noch weitere Zutaten und Komponenten hinzugefügt.

Der Süsse oder auch „Der Bayerische“

Süsser Senf – gerne auch als Weisswurstsenf bezeichnet – wird aus den gelben und braunen, meist vorab schon gerösteten Senfsamen produziert. Die Süsse erhält diese Senfart meist durch Zucker oder Süssstoff, aber auch durch Apfelmus oder Honig.

Der Mittelscharfe

Mittelscharfer Senf gehört zu den Lieblingssorten und wird gewöhnlich zu einer klassischen Bockwurst verzehrt. Mittelscharfer Senf ist eine würzige, aber nicht zu scharfe Senfvariante und besteht im Grunde aus einer Mischung aus hellen und dunklen Senfkörnern.

Dijonsenf

Der würzige Dijonsenf ist der Franzose unter den beliebtesten Senfarten und trägt seinen vornehm klingenden Namen zu Recht: Damit sich ein Senf wirklich Dijonsenf nennen darf, muss er einige festgelegte Kritierien erfüllen. Seine Herstellung erfolgt nach einer streng festgelegten Rezeptur, in der gemahlene schwarze Senfsamen, Gewürze, Sauermost, Salz und Wein oder Essig eine grosse Rolle spielen. Weicht die Rezeptur ab, muss der Senf den Zusatz „nach Dijon-Art“ tragen.

Aber Senf ist nicht nur eine beliebte Würzpaste, die beim Zubereiten vieler Speisen seine Verwendung hat, sondern weist auch einige gesundheitsfördernde Eigenschaften auf. So ist Senf nicht nur antibakteriell und durchblutungsfördernd, sondern hilft dem menschlichen Körper auch bei der Fettverbrennung.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich seinen Senf ganz einfach selbst herstellen und diesem seine ganz individuelle Note verleihen.



Selbstgemachter Senf mit ganz persönlicher Note

Zur Herstellung von Senf benötigt man gelbe Senfsamen (250g), Salz (25g), Zucker oder Honig (100g) zum Süssen, Salz (25g), Wasser (200g), Essig (150g), Wasser (200g) und Gewürze.

Zuerst müssen die Senfsamen in einer Senfmühle zu einem feinen Mehl zermahlen werden. Die Feinheit des Senfmehls bestimmt später auch, wie fein der Senf wird. Je feiner das Senfmehl, umso feiner wird auch der Senf. Um den Geschmack zu verstärken, können den Senfkörnern vor dem Mahlen auch noch Parika, grüner Pfeffer, Nüsse, Curry oder Chilischoten beigefügten werden. Wer es etwas ausgefallener mag, kann auch zerkleinerte Zwiebeln oder Knoblauchzehen oder gar Obst, wie beispielsweise zerkleinerte Feigen, beifügen.

Für die eigentliche Senfherstellung muss das Wasser mit dem Weinessig kurz aufgekocht und anschliessend mit dem Senfpulver und den Gewürzen vermengt werden. Die nun entstehende Masse sollte mit dem Mixer zu einer homogenen Masse verrührt werden. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die Paste nicht auf über 30°C erhitzt, damit die im Senf enthaltenen Aromastoffe erhalten bleiben.

Nach etwa 2-3 Tagen Ruhezeit hat der Senf sein volles Aroma entfaltet und kann verwendet werden. Im Kühlschrank hält sich selbstgemachter Senf etwas 6 Monate.

 

Oberstes Bild: © mama_mia – shutterstock.com

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