Kanonenofen und Aztekenofen: Alternativen zum klassischen Kamin!

04.02.2015 |  Von  |  Allgemein, Klima, Wohnart

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Was kann es an einem Sommerabend Lauschigeres geben, als ein knisterndes Feuer in einem schönen Terrassen- oder Gartenkamin zu beobachten. Gleiches gilt natürlich auch für kalte Winterabende, wenn man gemütlich im Haus sitzt und das Kaminfeuer wohlig wärmt. Offene Kamine und geschlossene Öfen sind dabei voll im Trend. Moderne Kamine sind dabei meist entweder gemauert oder bestehen aus einem gusseisernen Korpus, der über eine grosse Glasfront verfügt.

Wer jedoch lieber eine Alternative zu den klassischen Modellen möchte und zudem auf der Suche nach ein wenig Extravaganz ist, sollte sich einen Aztekenofen oder einen Kanonenofen anschaffen. Diese Öfen sind wunderbare Hingucker, die den Glanz des Besonderen ausstrahlen. Aztekenofen und auch Kanonenofen gibt es schon seit einigen Jahrhunderten und sind damit alles andere als neu. Beide waren eine Zeitlang nahezu in Vergessenheit geraten, sind aber in jüngster Zeit wieder auf dem Vormarsch und erfreuen ihre Besitzer in verschiedensten Grössen und Designs.



Der Kanonenofen – Klassiker aus dem 19. Jahrhundert

Bevor moderne Heizkörper und auch Fussbodenheizungen ihren Siegeszug antraten, wurde in den Wohnungen Europas hauptsächlich Kanonenöfen genutzt, um Wärme zu erzeugen. Vor allem im 19. Jahrhundert waren unzählige Haushalte damit ausgestattet. Ein Kanonenofen hat eine schmale, an einen Zylinderhut erinnernde Form und benötigt recht wenig Platz. Auch erinnert er an die Optik von Kanonen und hat so seinen Namen bekommen. Ein Kanonenofen kann auch problemlos in kleineren Räumen untergebracht werden, sofern dort ein Anschluss zu einem Schornstein besteht. Er besteht zu weiten Teilen aus Gusseisen und kann so trotz seiner schlanken Form innerhalb kürzester Zeit optimal Wärme abgeben.

Zu ihrer Hochzeit waren Kanonenöfen mit Verzierungen geschmückt – je feudaler ein Haushalt ausgestattet war, desto prächtiger waren auch die Öfen. Neben der gewünschten Wärme gaben die Kanonenöfen leider auch viel Rauch und Gase ab, was dazu führte, dass historische Modelle kaum noch zu finden sind und in manchen Ländern gar nicht mehr in Betrieb genommen werden dürfen.

Der Kanonenofen – Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. (Bild: Lusitana, Wikimedia, GNU)

Der Kanonenofen – Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. (Bild: Lusitana, Wikimedia, GNU)




Moderne Kanonenöfen

Kanonenöfen sind in der heutigen Zeit natürlich deutlich weiterentwickelt worden und werden auch den aktuellen Emissionsgesetzen gerecht. An ihren Türen sind moderne Filter angebracht, die Gase und Rauch abhalten. Bei den Öfen ist nur die alte, charmante Form geblieben, die sich in so manchem Einrichtungsstil äusserst gut macht. Auch alte Verzierungen werden teilweise noch imitiert. Ein Kanonenofen ist beispielsweise in einem Haus im Landhausstil richtig gut aufgehoben, aber auch in allen Einrichtungen, die auf maritime und romantische Elemente setzen. Preislich gibt es einfachste Modelle bereits für rund 1000 Franken. Wenn man einen Kanonenofen neu kaufen will, sollte man in jedem Fall einen Fachmann mit dem Anschluss an den Schornstein beauftragen.



Mexikanisches Kulturgut: Der Aztekenofen

Aztekenöfen wurden tatsächlich vom indianischen Urvolk in Mittelamerika entwickelt und verkörpern auch heute noch mexikanisches Kulturgut. Auf einer Reise nach Mexiko trifft man diesen oft auch als Mexiko-Ofen bezeichneten Kamin dort vielerorts. Dort wird auch ersichtlich, dass man in ihm auch viele Speisen zubereiten kann. In den vergangenen Jahren nahm die Beliebtheit des Ofens auch in Mitteleuropa stetig zu. Der Aztekenofen kann in geschlossenen Räumen allerdings nur als Deko-Element genutzt werden, weil er über einen eigenen offenen Abzug verfügt und nicht direkt an einen geschlossenen Schornstein angeschlossen werden kann.

Wärme für den Garten



Im Garten oder auf der Terrasse kann man in einem solchen Ofen jedoch ohne Problem ein loderndes Feuer entfachen. Das Besondere am Aztekenofen ist die runde und nach unten bauchige Form, die ein wenig an das Äussere einer Teekanne erinnert. Eine weitere Besonderheit ist das Material, aus dem die Öfen bestehen. Traditionell wird Terrakotte verwendet. Auf einem dreibeinigen Metallgestell wird es aufgestellt. Die Aztekenöfen werden häufig durch bunte Bemalungen geziert. Mit Brennholz befüllt wird der Ofen auf der Vorderseite durch eine ovale Öffnung. Wenn das Feuer entfacht ist, strahlt der Ofen viel Wärme für einen grossen Umkreis aus.

Vorsicht bei der Befeuerung

Die Befeuerung muss langsam erfolgen, bei zu grosser Hitze kann Terrakotta nämlich reissen. Daher sollte auch auf keinen Fall Grillkohle verwendet werden, weil diese zu heiss wird. Auch feuchtes Holz darf man nicht verwenden, weil das Material sonst in Mitleidenschaft gezogen werden kann. In den Wintermonaten sollte man den Ofen trocken und bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt eingelagert werden, denn der Frost ist eine Gefahr für Terrakotta. Es reicht aus, wenn der Ofen dann eingelagert wird, wenn die Gartenmöbel winterfest gemacht werden.

Für weniger als 100 Franken erhält man bereits einfachere Modelle des Mexiko-Ofens, hochwertigere und grössere Öfen kosten zwischen 500 und 1000 Franken. Wie auch bei den Kanonenöfen muss man beim Kauf eines Aztekenofens einen Fachhändler aufsuchen oder über das Internet kontaktieren.



 

Oberstes Bild: Kanonen- und Aztekenöfen sind eine echte Alternative zu klassischen Kaminöfen.© Gordon Swanson / Shutterstock.com)

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