Korkenzieher ade! Endlich Wein, ohne zu entkorken

02.12.2014 |  Von  |  Wohnart

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Wer gerne abends mal ein Gläschen Wein trinkt, steht oft vor dem bekannten Problem: Was mit dem Rest in der Flasche tun, der übrig bleibt? Denn einmal entkorkter Wein (besonders Rotwein) sollte innerhalb einiger Tage genossen werden, ansonsten droht die Oxidation mit Sauerstoff, die den kostbarsten Tropfen in die ekligste Brühe verwandeln kann. 

Aus den USA ist nun ein System auf den deutschsprachigen Markt gekommen, welches dieses alte Problem elegant und ein für alle Male lösen soll. „Coravin“ heisst dieses Gerät, das 299 US-Dollar kosten soll und mit dem umständliches Entkorken entfällt. Stattdessen sorgen eine hohle Kanülennadel und Argongas für unbeschwerten Genuss – wann immer man will.

Sommeliers sind hocherfreut

Nicht jeder Gast in einem Weinhaus oder teuren Restaurant möchte sich zu jedem Gang eine passende Flasche Wein bestellen – aber eine Flasche für ein Glas zu entkorken, kann schnell hohe Kosten verursachen. Vor allem dann, wenn es sich um edle Tropfen handelt, bei denen die Wahrscheinlichkeit, schnell verbraucht zu werden, relativ gering ist.

Über das neue System werden sich also vor allem Sommeliers und Restaurants freuen, die nun die Möglichkeit haben, ihren Gästen noch mehr Service und stets den passenden Wein gläschenweise zu präsentieren. Und auch wenn die Schweizer insgesamt immer weniger Alkohol trinken, ein Gläschen Wein geht doch immer.

Das Geheimnis liegt im Argongas

Das System verfügt über eine hohle und extrem dünne Kanülennadel, die durch den Korken in die Flasche eingeführt wird. Nun wird aus einer Kartusche Argongas in die Flasche gepresst und durch den dadurch entstehenden Druck der Wein durch die Kanüle ins Glas befördert.

Die Besonderheit des Argongases? Es ist schwerer als Sauerstoff, legt sich quasi wie eine Barriere zwischen den Wein und die Luft und verhindert so die Oxidation. Da das Material, aus welchem Korken gefertigt werden, extrem elastisch ist, schliesst sich die Einstichstelle binnen einer Minute wieder und bietet perfekten Schutz – man kann die Flasche sogar weiterhin liegend lagern!

Der Stein des Anstosses: eine Frau!

Der Erfinder von Coravin Greg Lambrecht entwickelte das System für seine Frau. Sie wollte nämlich auch während der Schwangerschaft nicht auf ihr abendliches Gläschen Wein verzichten, ohne dafür eine angebrochene Flasche anschliessend vernichten zu müssen.



Zehn Jahre hat es gedauert, bis das System endlich auf den Markt kam, denn schliesslich musste die Qualität des Weines nach dem ersten „Anzapfen“ über einen längeren Zeitraum beobachtet und getestet werden. Das Ergebnis kann sich anscheinend sehen lassen: Bei einer Weinverkostung der angezapften Weine konnten von 26 designierten Weinkennern nur zwei die Weine als Anbruchweine zuordnen – und das wahrscheinlich eher aus Zufall.

 

Oberstes Bild: © LuckyImages – shutterstock.com


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