Laminat kommt neben Parkett ganz gross heraus

05.02.2015 |  Von  |  Wohnart

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

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Zu Unrecht galt Laminat lange Zeit als eine preiswerte Alternative für Parkett. Diesen Ruf der zweitbesten Option für Leute, die sich keinen ganz so teuren Bodenbelag leisten konnten oder wollten, hat es leider noch nicht ganz abgelegt. Aber mittlerweile tun sich in Sachen Optik und Qualität völlig neue Welten auf.

Laminat gibt es nicht nur als Holzimitat oder mit Fliesen- und Steindekor, sondern auch in verschiedensten Breiten, für Nassräume, mit 3-D-Oberflächen oder ausgefallenen Mustern wie etwa einem historischen Teekisten-Design. Für Allergiker kann Laminat ebenfalls eine optimale Alternative zu Holzböden oder gar Teppich darstellen. Versiegelte Oberflächen bieten nämlich den Allergien auslösenden Mikroorganismen keinerlei Nahrungs- und Vermehrungsgrundlage.



Unabhängig vom Design, welches Ihren persönlichen Wünschen entsprechen sollte, gibt es beim Laminatkauf doch einiges zu bedenken. Im Folgenden finden Sie viele Tipps und super Ideen, worauf Sie bei Ihrer Entscheidung achten sollten.

Nachhaltigkeit sollte gewährleistet sein

Legen Sie Wert auf eine umweltfreundliche Herstellung Ihres zukünftigen Laminats. Gute Produkte bestehen zu etwa 90 Prozent aus Holz, das stets ein von einer unabhängigen Stelle vergebenes Zertifikat aufweisen sollte. Umweltbewusste Produzenten verwenden ausserdem viel Restholz und sie weisen dies auch aus. Besonders für Baby- und Kinderzimmer, Allergikerwohnungen und Räume für ältere Menschen ist wichtig: Das Laminat muss nachgewiesenerweise emissionsarm und ohne Verwendung von Pestiziden und Schwermetallen hergestellt sein. Apropos: Mit dem Kauf von Laminatboden in einem exotischen Look verhalten Sie sich umweltbewusster als mit Tropenholz-Parkett.

Die Raumgrösse berücksichtigen



Je grösser das Zimmer, umso mehr macht sich die Wahl von Laminat als Bodenbelag auch finanziell bemerkbar. Innenarchitektonisch betrachtet lassen weite Räume auch grosszügigere Dekors, breite Bretter und eher dunkle Holzoberflächenimitate zu. Kleine Muster sollten kleineren Bereichen vorbehalten sein, denn auf grossen Flächen wirken sie unruhig. Schmale oder enge Räume sollten besser hell ausgelegt sein.

In weiten Räumen kommt allerdings auch dem Schallschutz besondere Bedeutung zu. Wenn die Fläche grösser ist, sollte eine zusätzliche oder integrierte akustische Dämmung verbaut werden – so können Sie in der Wohnung die Schuhe anbehalten und stören nicht die unter Ihnen wohnenden Nachbarn.

Laminat ist nun schon lange nicht mehr die Stiefschwester des Parketts. (Bild: Nagy-Bagoly Arpad / Shutterstock.com)

Laminat ist nun schon lange nicht mehr die Stiefschwester des Parketts. (Bild: Nagy-Bagoly Arpad / Shutterstock.com)

Unterteilung in Beanspruchungsklassen

Laminat ist nach Nutzungsklassen erhältlich. Bei denen wird die Schnelligkeit des Abriebs durch Inanspruchnahme gemessen. Die Nutzungsklassen 21 bis 23 sind für den privaten Wohnbereich geeignet, die Klassen 31 bis 33 für den Gewerbebereich. Dabei sollte selbst die niedrigste Einstufung bei hochwertigem Laminat für jeden Wohnbereich, auch das Wohnzimmer, einsetzbar sein.

Unabhängig von der Nutzung sollte der Belag ohne integrierte Trittschalldämmung eine Mindeststärke von 7 Millimetern aufweisen. Darunter liegende Werte machen den Boden für Feuchtigkeitsaufquellungen und Kratzer bedeutend anfälliger. Auch die Clicksysteme von sehr dünnem Laminatmaterial sind meist minderwertiger.

Auch Laminat ist der Sonneneinstrahlung, die durch die Fenster hereinkommt, ausgesetzt. Gerade dunkler Boden kann in Zimmern mit einem sehr hohen Lichteinfall schnell verblassen, falls es keine Lichtstabilität aufweist. Sie sollten beim Kauf nachfragen, welche Herstellerangaben hierzu vorhanden sind.

Auf welchem Untergrund wird verlegt?



Von dem vorhandenen Boden hängt es ab, ob Sie zum Laminat noch weiteres Dämm- oder Ausgleichsmaterial benötigen. Oft wird der Belag einfach auf den vorhandenen Teppichboden aufgebracht, in der Hoffnung, damit eine genügende Dämmleistung zu erzielen und Material zu sparen. Jedoch ist Teppich als Untergrund nicht geeignet! Es sei denn, der Stoff ist bereits sehr dünn und abgelaufen. Dann wiederum ist eine weitere Nutzung aufgrund des Alters, des Abnutzungsgrades und eventuell genutzter Teppichklebemittel nicht mehr zu empfehlen.



Neuerer Teppichboden ist allerdings zu nachgiebig. Die Click-Verbindungen zwischen Bohlen oder Fliesen sind bei solch flexiblen Untergründen sehr hohen Belastungen ausgesetzt, was die Lebenserwartung des gesamten Bodens herabsetzt. So aufwendig es sein mag: Wenn Sie lange Freude an Ihrem neuen Laminat haben möchten, muss der Teppich raus.

Darunter kommen meist Estrich oder Holzdielung zum Vorschein. Auf Erstgenannten gehört eine Dampfbremse als Feuchtigkeitsschutz – vor allem bei häufiger Reinigung – sowie Trittschalldämmung. Manche Unterlagen bieten auch bereits integrierte Dampfbremsen. Auf Fussbodenheizungen lässt sich Laminat ebenso verlegen. Hier müssen Sie nur besonders akribisch darauf achten, dass das untergelegte Material über garantiert gute Wärmedurchlässigkeit verfügt.

Die meisten Holzböden haben naturbedingt Unebenheiten, welche ausgeglichen werden müssen. So sollte das eingesetzte Dämmmaterial bis zu einige Zentimeter Höhenunterschied ausgleichen können. Soll die Pufferleistung ganz besonders hoch sein, empfehlen sich Produkte aus Naturfasern. Selbstverständlich müssen knarrende, sich stark bewegende Dielen, Bohlen oder Sperrholzplatten vor der Laminatverlegung ordentlich befestigt werden.

Auf Fliesen oder Steinböden wird ebenfalls eine Dampfbremse benötigt. Ideal ist eine Dämmung, in die dieser Feuchtigkeitsschutz bereits integriert ist und welche zudem die Bodenunebenheiten ausgleicht. Hier bedarf es auch einer ausgezeichneten Trittschalldämmung. Vorhandener PVC-Belag dagegen macht das Arbeiten einfacher. Achten Sie hier auf intakte, vollflächige Verklebung. Der vorhandene Boden ersetzt die Dampfbremse, daher ist eine Ausgleichsdämmung meist überflüssig.

Die Laminatverlegung an sich

Berücksichtigen Sie bei der Berechnung der benötigten Materialmenge und der entsprechenden Vermessung des Raumes in jedem Fall einen Verschnitt. Addieren Sie zur ausgerechneten Menge 7 Prozent hinzu, ab 100 Quadratmeter bzw. fünf Räumen besser 10 Prozent.

Lassen Sie sich beim Fachmann hinsichtlich des nötigen Zubehörs beraten. Zu schnell sind elementare Helfer wie Knieschoner oder Verlegeunterlagen vergessen. Beschreiben Sie dem Berater Ihre Ausgangssituation und die vorhandene Bodenbeschaffenheit. Transportieren Sie das neue Laminat unbedingt in der Originalverpackung nach Hause. Wird es angeliefert, kontrollieren Sie es sofort und im Beisein des Transporteurs auf Schäden und Vollständigkeit. Übrigens finden Sie im Internet viele hilfreiche DIY-Videos zur einfachen und optimalen Verlegetechnik, falls Sie selbst Hand an Ihren neuen Fussboden legen wollen.



 

Oberstes Bild: Neuer Fussbodenbelag gefällig? Mit Laminat haben Sie eine vielfältige Auswahl. (© auremar / Shutterstock.com)

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