Pflege des Piercings: So machen Sie alles richtig!

25.10.2014 |  Von  |  Allgemein

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Ob klassisches Ohrloch oder Flesh Tunnel, ob Piercing in Nase oder Zunge: Das Stechen und Einziehen des Piercingschmucks sollte stets fachgerecht durchgeführt werden. Damit sich keine Entzündungen entwickeln, ist dann auch die richtige Pflege wichtig. Wenn man es objektiv sieht, dann ist der Stichkanal eigentlich eine offene Wunde, die an zwei Seiten offen und somit empfänglich für Infektionen ist.

Schon am ersten Tag nachdem das Piercing gestochen wurde, sollte man mit der Pflege beginnen. Grundsätzlich gilt: Ehe man ein frisches Piercing anfasst, sind die Hände gründlich zu waschen, im Idealfall sogar zu desinfizieren!



Schritt für Schritt perfekt gepflegt:

1. Folgende Utensilien sollten bereitgestellt werden:

  • antiseptische Handwaschlotion
  • Wattetupfer oder einige Wattestäbchen
  • Mittel zur Desinfektion aus dem Piercingstudio oder aus der Apotheke

2. Nach dem Aufstehen das Wattestäbchen mit genügend Desinfektionsmittel tränken und damit sowohl die Ein- als auch die Ausstichstelle am Erstschmuck betupfen

3. Die Prozedur so lange wiederholen, bis alle Verkrustungen sich abgelöst haben



4. Wenn die Verkrustungen sehr stark sind, sollte man ab und zu ein neues Wattestäbchen nehmen.

5. Sieht die Umgebung des Piercings sauber aus, dann die Einstichstellen noch mal befeuchten. Nun den Schmuck ganz vorsichtig hin und her bewegen, damit das Mittel sich einen Weg in den Stichkanal bahnen kann.

Folgendes ist zu beachten: Der Erstschmuck ist bis zum vollständigen Abheilen permanent zu tragen. Die gründliche Reinigung sollte mindestens drei bis vier Wochen lang durchgeführt werden. Je nachdem, um was für ein Piercing es sich handelt, kann die Heilungsphase sogar bis zu fünf Monate dauern. Tritt trotz aller gebotenen Sorgfalt doch eine Entzündung auf, sollte umgehend ein Facharzt konsultiert werden!

Bauchnabelpiercing: Wunde nicht belasten



Insbesondere bei jungen Frauen ist das Bauchnabelpiercing sehr beliebt. Wegen seiner Position sollte man es sorgfältig beobachten und pflegen. Denn körperliche Betätigung und Kleidung üben einen ständigen Druck auf das Schmuckstück aus.



Fachleute raten, dass der Erstschmuck bei einem Bauchnabelpiercing stets etwas länger gewählt werden sollte als der Stichkanal. Somit verteilen sich die Belastungen, denen die Wunde ausgesetzt ist, besser und die Gefahr, dass Schwellungen auftreten, ist kleiner. Damit der Druck durch die Kleidung abgeschwächt und ein Hängenbleiben verhindert wird, ist es sinnvoll, das Piercing bei problematischen Umständen mit einem Pflaster abzudecken.

Auch sollte man während der Abheilphase auf sportliche Betätigung, die den Bauch belasten, verzichten, wie etwa Radfahren in gebeugter Haltung oder Bauchmuskeltraining. Auch Schwimmen in einem See oder im Meer beziehungsweise ein Bad in der Badewanne ist der Wunde in den ersten Wochen nicht zuträglich! Die Gefahr einer Infektion wäre gegeben. Duschen hingegen ist unproblematisch, es ist nur darauf zu achten, alle Seifenreste gründlich abzuspülen.

Mit der richtigen Pflege eines Piercings lassen sich Infektionen und Spontanabstossung vermeiden. (Bild: dean bertoncelj / Shutterstock.com)

Mit der richtigen Pflege eines Piercings lassen sich Infektionen und Spontanabstossung vermeiden. (Bild: dean bertoncelj / Shutterstock.com)

Zungenpiercing: Eiswürfel lutschen gegen Schwellung

Oft hört man, das Stechen eines Zungenpiercings verursache starke Schmerzen. Die meisten Gepiercten können das jedoch nicht bestätigen. Viele Piercingfachleute sind sogar der Ansicht, dass ein Zungenpiercing eigentlich unkompliziert ist. Denn der Einstich erfolge schliesslich durch die schmerzunempfindliche, weiche Schleimhaut der Zunge.

Nicht sehr angenehm wird es normalerweise erst nach dem Stechen. Die Zunge kann anschwellen, brennen und ist sehr empfindlich. Bei manchen Menschen klingen die Beschwerden nach ein paar Tagen wieder ab, andere dagegen leiden mehrere Wochen daran. Tatsächlich dauert es bei einem Zungenpiercing ungefähr zwei, drei Monate, bis die Heilung des Stichkanals so weit fortgeschritten ist, dass der Erstschmuck ausgewechselt werden kann.

Ausserdem ist zu beachten:

  • In den ersten Stunden nach dem Stechen sollte weder geraucht noch etwas getrunken werden.
  • Fruchtsäuren und Eiweissprodukte sind in den nächsten zwei, drei Wochen zu meiden.
  • Auch Küssen ist bis zur definitiven Ausheilung tabu.
  • Es ist zu empfehlen, von Zeit zu Zeit einen Eiswürfel zu lutschen, um die Schwellung der Zunge rascher zum Abklingen zu bringen.
  • Nachdem man gegessen und die Zähne geputzt hat, sollte gewöhnlich mit kaltem Kamillentee ohne Zucker gespült werden.

Nasenpiercing: Druckschmerz ganz normal

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Durchstechen des Nasenflügels oder der Nasenscheidewand (Septum) hinter dem vorderen Nasenknorpel. Das Piercing des Nasenflügels verläuft meistens unproblematisch, beim Stechen durch das Septum dauert es länger, bis die Wunde verheilt, das heisst zumindest zehn Wochen. Wenn der Bereich der Wunde nach dem Stechen etwas anschwillt, ist das ganz normal. Es kann auch vorkommen, dass die Nasenspitze für einige Zeit sehr empfindlich ist. Manche spüren einige Monate einen allgemeinen Druckschmerz. Auch das ist noch im Bereich des Normalen.

Allergiker sollten genau darüber nachdenken, wann der richtige Zeitpunkt für ein Nasenpiercing ist. Läuft die Nase, dann wirkt sich das nicht nur auf die Heilung der Wunde aus, Keime, die in die Wunde gelangen, können diese ausserdem infizieren und dadurch schwere Entzündungen hervorrufen. Mit frisch gepierctem Septum sollte man auch das Schnäuzen unterlassen.

Da das Stechen der meisten Nasenpiercings ohne einen Sicherheitsverschluss erfolgt, sollte man nachts ein luftdurchlässiges Pflaster darüberkleben, so kann sich der Schmuck nicht lösen.

Sich ein Nasenpiercing im Winter bei Minustemperaturen stechen zu lassen, kann gefährlich werden. Man kann sich dadurch eine Erfrierung holen!




 

Oberstes Bild: © Stefano Cavoretto – Shutterstock.com

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