Sauberes und gesundes Trinkwasser: Wie sinnvoll sind Wasserfilter für den Hausgebrauch?

11.05.2015 |  Von  |  Wellness
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Sauberes und gesundes Trinkwasser: Wie sinnvoll sind Wasserfilter für den Hausgebrauch?
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Sehr viele Infektionskrankheiten werden durch das Trinkwasser übertragen – diese Info ist vor allem aus Reisewarnungen und Touristenratgebern bekannt. Das Leitungswasser, das zu Hause aus dem Wasserhahn fliesst, ist dagegen in aller Regel gesund und ungefährlich.

Trotzdem der guten Wasserqualität setzen viele Verbraucher auf Wasserfilter für Küche, Bad oder das gesamte Hauswasser. Und die können auch sinnvoll sein, vor allem bei hartem Wasser. Denn Rückstände wie Kalk hinterlassen unschöne Ablagerungen, beeinträchtigen den Geschmack des Wassers und verkürzen die Lebensdauer vieler Haushaltsgeräte.

Welche gefährlichen Stoffe können im Trinkwasser enthalten sein?

Auf Reisen bzw. im Urlaub sollte man mit dem ungewohnten Trinkwasser stets vorsichtig sein. Selbst wenn es keine im medizinischen Sinne gefährlichen Keime enthält, entspricht es doch nicht dem Standard und der Zusammensetzung, die man aus dem Alltag kennt. Ein Mensch mit einem empfindlichen Magen oder nervösen Darm kann durchaus schon mit Übelkeit oder Unwohlsein reagieren, wenn er ein anderes Leitungswasser trinkt als das vertraute – vor allem, wenn zusätzliche Belastungen wie etwa Jetlag, unbekannte Nahrungsmittel, Stress oder Sorgen dazukommen.

Darum wird Touristen immer wieder empfohlen, das fremde Trinkwasser abzukochen oder zumindest erst einmal vorsichtig zu probieren, um sich daran zu gewöhnen. Wer das Wasser im Hotel oder beim Campingurlaub nicht verträgt, merkt das üblicherweise schon bei kleinen Mengen, wie die etwa zum Mischen eines Cocktails, beim Zähneputzen, Waschen von Obst oder Herunterspülen einer Kopfschmerztablette gebraucht werden.


Die Statistik zeigt das Ergebnis einer Umfrage zur Einschätzung der Trinkwasserqualität in Deutschland. (Quelle: © Statista)

Die Statistik zeigt das Ergebnis einer Umfrage zur Einschätzung der Trinkwasserqualität in Deutschland. (Quelle: © Statista)


Entsprechende Empfehlungen sind keineswegs auf südliche oder tropische Reiseziele begrenzt: Auch unberührt scheinende Gebirgsbäche oder klare Quellen im hohen Norden können Keime oder Allergene enthalten, zum Beispiel durch Tierexkremente, Aas oder Gletschersediment.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über mögliche Krankheitserreger im Trinkwasser und einige von ihnen ausgelöste Krankheiten:

  • Bakterien: Viele dieser einzelligen, in Erde, Luft und Wasser lebenden Organismen sind krankheitserregend. Cholera, Typhus, Salmonellen, viele Magen-Darm-Infektionen und die echte Grippe (Influenza) werden von Bakterien verursacht.
  • Viren: Sie sind die allerkleinsten Infektionsträger und nicht einmal richtige Lebewesen. Sie vermehren sich, indem sie ihre DNA in andere Zellen (Wirtszellen) einschleusen, die dann das Virus reproduzieren. Etwa 10 Prozent der Viren werden durch Wasser übertragen. Zu den gefährlichen Virusinfektionen gehören z. B. Gelbsucht bzw. Hepatitis, Kinderlähmung (Polio) und Ebola. Eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV) durch Trinkwasser ist nicht zu befürchten.
  • Protozoen: Einzellige oder mehrzellige Tierchen bzw. Kleinstlebewesen wie Würmer, Sporen, Amöben oder Zysten können durch das Wasser in den Menschenkörper gelangen und dort Krankheiten wie Amöbenruhr, Darminfektionen (Giardia) oder Formen der Schlafkrankheit verursachen.
  • Chemikalien: Dieses Gebiet ist das modernste und gleichzeitig das unübersichtlichste. Welche Schäden all die Chemikalien, die der Mensch in den Wasserkreislauf einbringt, langfristig auslösen, kann heute noch niemand absehen. Klar ist, dass durch ausgeschiedene Medikamentenrückstände z. B. Hormone und Antibiotika ins Trinkwasser gelangen – und dass sich bisher längst nicht alle davon wirksam aus dem Wasser herausfiltern lassen.

Wasserfilter oder Wasseraufbereiter für unterwegs funktionieren meist mit Aktivkohle, Silberionen oder Chlor. Damit lassen sich sowohl grössere Schmutzpartikel und Schwebeteilchen entfernen als auch gefährliche Keime abtöten. Bei entsprechend fragwürdigen oder stark verschmutzten Wasserquellen gibt es hier jedoch keine 100%ige Sicherheit – sie wird daher auch von keinem seriösen Hersteller garantiert.

Das Abkochen des Wassers erfordert Kochausrüstung und Brennstoff. Es ist also weit aufwendiger als die Aufbereitung, und in grossen Höhen funktioniert es überhaupt nicht mehr. Das Wasser muss zudem mindestens 10 Minuten lang kochen, um sicher keimfrei zu werden, und nach dem Abkühlen kann es sehr schnell wieder mit neuen Keimen besiedelt werden. Gegen Chemikalien im Wasser hilft das Abkochen nicht.



Verschiedene Arten der Wasseraufbereitung durch Wasserfilter

Mit einem Wasserfilter lässt sich Wasser schnell, sicher und wirtschaftlich entkeimen. Organische und anorganische Trüb- und Schadstoffe bleiben im Filter hängen oder werden neutralisiert. Zu den Hauptauswahlkriterien bei einem Wasserfilter gehören dessen Gesamtkapazität (Aufnahme- oder Speichermenge), die Durchflussmenge und die Lebensdauer.

Bei Keramikfiltern wird das Wasser durch die Mikroporen der Keramik gedrückt. Damit der Filter selbst nicht oder langsamer verkeimt, kann noch zusätzlich Silber eingelagert sein. Keramikfilter sind besonders langlebig und leistungsstark gegen Bakterien und Protozoen.

Aktivkohle-Wasserfilter vermindern auch den Anteil giftiger Chemikalien, zum Beispiel Pestizide, im Trinkwasser. Sie werten das Wasser geschmacklich auf, halten aber nicht so lange und müssen häufiger ersetzt werden.

Sogenannte Matrixfilter kombinieren verschiedene Filterelemente, beispielsweise einen Träger aus Nylon oder Glasfasern mit Aktivkohle, Jod, Silber oder Keramik.

Wasserfilter für den Hausgebrauch

Im Gegensatz zu Wasseraufbereitern für den Abenteuerurlaub müssen Wasserfilter für den Hausgebrauch meist nur harmlosen Kalk und mineralische Schwebeteilchen aus hartem Wasser entfernen, um Aussehen und Geschmack des Leistungswassers zu verbessern. Das Leitungswasser in der Schweiz ist von sehr guter Qualität, Verunreinigungen oder Gefahrstoffe kommen daher fast ausschliesslich von alten oder schadhaften Hauswasserleitungen (aus Blei oder Kupfer) oder verkeimten Wasserfiltern.

Zu den beliebten haushaltsüblichen Wasserfiltern gehören Babywasserfilter, Kannenfilter zum Klären des Tee- oder Kaffeewassers und zentral montierte Hauswasserfilter, die vor allem in Gebieten mit hartem Leitungswasser eingesetzt werden. Sie haben austauschbare Filterelemente, die in vorgeschriebenen Mindestabständen gewechselt werden müssen. Auch die Filterträger sind regelmässig gründlich zu reinigen und auf Schäden zu überprüfen.

Wer das vergisst oder vernachlässigt, erreicht mit dem Filter das genaue Gegenteil vom Erwünschten: Der Filter verkeimt, an rauen Stellen oder in Kratzern können sich Bakterien, Algen etc. besonders gut ansiedeln. Alte Filterpatronen sind ein Nährboden für alle Arten von Erregern und können mit der Zeit sogar zusätzliche Schadstoffe wie Chlorid oder Natrium abgeben.

In Haushalten und Betrieben werden verschiedene Filtersysteme eingesetzt, beispielsweise das Umkehrosmoseverfahren, Ionentauscher oder Destilliergeräte. Sie funktionieren nach unterschiedlichen Prinzipien – so enthärtet ein Ionentauscher das Wasser, indem er Calcium-Ionen entzieht und durch Natrium-Ionen ersetzt. Bei der Umkehrosmose werden eine semipermeable (nur in eine Richtung durchlässige) Membran sowie elektrische Pumpen verwendet, um mit vergleichsweise hohem Energieaufwand hochreines Wasser zu erhalten.


Kannenfilter zum Klären des Tee- oder Kaffeewassers. (Bild: Nuk2013 / Shutterstock.com)

Kannenfilter zum Klären des Tee- oder Kaffeewassers. (Bild: Nuk2013 / Shutterstock.com)


Vorsicht vor Esoterik und Scharlatanerie

Magnetismus, Elektrostatik oder Induktion können die Ablagerung von Kalk nicht verhindern. Und manche Wasserfilter sind nichts als mehr oder minder gefährlicher Unfug: Sie versprechen, das Wasser zu revitalisieren, glücklich zu machen oder mit positiver Energie, Gottesstrahlen und Heilkraft aufzuladen. Die Verfahren bleiben meist geheim und tragen oft fantastische Namen. Wer sich ein Herz fasst und das Gerät aufbricht, um nachzusehen, findet im ansprechend designten Gehäuse oft nur Hohlraum, nutzlose oder fragwürdige Bauelemente vor, etwa einen Widerstandsregler, eine Kunststoffkugel oder einen bunten Plastikstab.

Fazit: Normales Brauchwasser aus dem Wasserhahn ist hierzulande sauber, gesund und meist auch von hervorragendem Geschmack. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine Probe entnehmen und analysieren lassen. Wasserfilter sind sinnvoll, um Kaffeemaschinen, Waschmaschinen etc. vor Kalkablagerungen zu schützen – oder leckeren Tee ohne Schwebteilchen zuzubereiten.

 

Oberstes Bild: © Nuk2013 / Shutterstock.com



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Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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