So gelingt´s: den richtigen Dübel wählen

10.05.2015 |  Von  |  Allgemein
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So gelingt´s: den richtigen Dübel wählen
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Allgemeinhin wird mit dem Begriff „Dübel“ ein Schraubdübel bezeichnet. Er kommt dann zum Einsatz, wenn sich eine Schraube nicht direkt in ein Bauteil einschrauben lässt. Das Schraubengewinde schafft etwa bei Holz eine kraft- und formschlüssige Verbindung und braucht dazu keine weiteren Hilfsmittel.

Bei einem zylindrischen Loch in einer Betonwand ist dies jedoch nicht der Fall – hier muss ein Schraubdübel eingesetzt werden, der sich durch das Eindrehen der Schraube aufspreizt und damit die Schraube sicher in der Wand verankert.

In dem Dübel formt die Schraube beim Eindrehen das notwendige Gegengewinde und verformt dabei das Dübelmaterial, das dadurch auch nach aussen verdrängt wird. So entsteht eine form-, kraft- und reibschlüssige Verbindung, die durch Länge und Stärke der eingesetzten Schraube beeinflusst wird. Die aus Kunststoff gefertigten Dübel werden in das Bohrloch versenkt und durch die Verschraubung mechanisch verformt.

Das passende Bohrloch setzen

Um einen Dübel zu setzen, muss zunächst ein Loch in Wand oder Decke gebohrt werden. Wieviel Kraft dafür notwendig ist, wie schnell sich das Loch bohren lässt und auch Farbe und Konsistenz des Bohrmehls geben dabei wichtige Hinweise darauf, welche Dübel eingesetzt werden müssen. Rotes Bohrmehl ist ein Zeichen für Ziegel, während beim Bohren in Kalksandstein weisses Bohrmehl austritt und bei Beton graues.

Während sich Kalksandstein und Ziegel relativ einfach mit einem Steinbohrer bearbeiten lassen, ist bei einer Betonwand oder Decke oft der Griff zum Bohrhammer unvermeidbar. Dieser bietet im Vergleich zum Schlagbohrer den Vorteil, dass er mit einer geringeren Frequenz, dafür aber mit grösserer Kraft arbeitet und in den hochfesten Werkstoff sehr viel schneller und mit weniger Kraftaufwand eindringt.

Grundsätzlich sollte beim Bohren in unbekanntes Material immer zunächst mit der Bohrmaschine gearbeitet werden, die mit einem Steinbohrer ohne Schlagfunktion betrieben wird. Damit lassen sich problemlos exakte Löcher in weichere Baustoffe bohren. Das Bohrloch muss exakt rechtwinklig zum Mauerwerk gesetzt werden und sollte 5-10 mm tiefer gebohrt werden, als der Dübel lang ist. So ist eine Reserve vorhanden, falls sich noch Bohrmehl im Loch befindet, das nicht ausgeblasen werden konnte.

Dübel zu kürzen, um einen Überstand bei einem nicht ausreichend tiefen Bohrloch auszugleichen, ist in der Regel keine gute Idee, da hierdurch die Stabilität und Tragfähigkeit des Dübels beeinträchtigt werden kann. Besser ist es, das Loch mit einem geeigneten Bohrer tiefer auszuarbeiten und den Dübel vollständig zu versenken. Bei schwierigen Materialien hilft es oft, zunächst mit einem dünneren Bohrer vorzubohren und dann mit einem dickeren Bohrer das vorhandene Loch auszufräsen.

Die Vor- oder Durchsteckmontage

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Dübeln ist die geplante Montageart. Bei der Vorsteckmontage schliesst der Dübel bündig mit der Oberfläche des Untergrundes ab. Dübel für diese Art der Montage weisen einen Kragen auf und müssen vor der Montage des Anschluss-Bauteils in das Bohrloch gesetzt werden, das Dübelloch ist damit grösser als das Loch für die Anschluss-Montage. Hierdurch ist es erforderlich, die Masse der Befestigungslöcher exakt auf die Wand zu übertragen und zu bohren, damit später die Schrauben problemlos eingedreht werden können.


Ist spezielle Dübeltechnik nötig oder tut es ein Allzweckdübel? (Bild: © Pavel Gergelizhiu - shutterstock.com)

Ist spezielle Dübeltechnik nötig oder tut es ein Allzweckdübel? (Bild: © Pavel Gergelizhiu – shutterstock.com)


Einfacher zu montieren sind Dübel zur Durchsteckmontage, denn bei diesen werden die Bohrlöcher gleichzeitig durch Anschluss-Bauteil und Wand gebohrt, beide weisen also den gleichen Durchmesser auf. Durchsteckdübel weisen keinen Kragen auf, der Dübel wird durch das Montageloch in die Wand gesteckt und dann verschraubt. Zur Erhöhung der Stabilität kann eine Unterlegscheibe eingesetzt werden, die die Auflagefläche zwischen Schraubenkopf und Anschluss-Bauteil vergrössert.

Ist spezielle Dübeltechnik nötig oder tut es ein Allzweckdübel?

Für die meisten Anwendungen im Haushalt und Garten reichen so genannte Universal- oder Allzweckdübel aus, die sich sowohl verspreizen können, wenn eine Schraube eingedreht wird (etwa in Beton oder Vollmauerwerk) oder sich hinter einem Hohlraum an der Schraubenspitze verknotet und so in Hohlsteinen oder hinter Plattenbaustoffen eine stabile Verbindung ermöglicht.

Speziell für die Montage von Gipskartonplatten wurden Einschraubhülsen als Gipskartondübel entwickelt, die ohne Bohrer und mithilfe eines Setzwerkzeuges verarbeitet werden. Sie können nur geringe Belastungen aushalten, da sie direkt in den Gipskarton formschlüssig ein Gewinde schneiden. Soll die Verbindung mehr Kräfte aushalten, werden Hohlraumdübel eingesetzt, die aus Metall gefertigt werden und sich beim Eindrehen der Schraube wie ein Blindniet verformen und so die Platte fest mit der Schraube verbinden.

Für das Abhängen von Zwischendecken werden Kippdübel verwendet, die nach dem Prinzip des Flaschenschiffs funktionieren: Das zusammengefaltete Verbindungselement (Dübel und Schraube werden gemeinsam verarbeitet) wird durch ein relativ grosses Loch geschoben, wo sich durch eine Metallfeder die Flügel des Kippdübels aufspreizen – der Dübel kann so nicht mehr durch das Loch hindurchrutschen. Die Stabilität wird durch das Verschrauben erreicht, bei der die Flügel des Dübels und die Platte formschlüssig verbunden werden. Das relativ grosse Loch wird durch eine Zwischenscheibe verdeckt.

Wenn es hart auf hart kommt: Schwerlastanker

Die Haltekräfte eines Universaldübels sind zwar ausreichend, um etwa einen Küchenschrank sicher an der Wand zu befestigen oder eine Deckenleuchte zu montieren, ohne dass sie der Schwerkraft nachgibt. Soll die Verbindung jedoch grosse Kräfte aushalten oder ein schweres Gewicht tragen, reichen Kunststoffdübel nicht aus. Für diese Anwendungen gibt es spezielle Schwerlastdübel mit bauaufsichtlicher Zulassung, die besonders im industriellen Bereich verwendet werden. Sie sind nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall gefertigt, damit widerstehen sie auch langfristig den auf sie einwirkenden Kräften. Unterschieden werden Verbundanker, die mit einem Zweikomponenten-Reaktionsharz eine stoffschlüssige Verbindung realisieren, Hinterschnittanker, die einen Spezialbohrer benötigen, der das Bohrloch am Grund aufweitet und Metallspreizdübel, die speziell für die Befestigung schwerer Elemente auf hochfesten Materialen wie Beton entwickelt wurden und dort deutlich stabilere Verbindungen ermöglichen als Kunststoffdübel.



Fazit: Wer im Haus oder Garten etwas an Wand oder Decke verschrauben will, kommt um den Einsatz von Dübeln nicht herum. Universaldübel aus Kunststoff sind für die meisten Anwendungen vollkommen ausreichend und lassen sich einfach verarbeiten, während Spezialdübel für bestimmte Anforderungen entwickelt wurden und dafür in der Regel auch besser geeignet sind als Allzweckdübel.

 

Oberstes Bild: © Gajus – shutterstock.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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