Sonnenschutz zum Trinken – reine Geldmacherei oder ernsthafte Alternative?

12.06.2014 |  Von  |  Klima
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Sonnenschutz zum Trinken – reine Geldmacherei oder ernsthafte Alternative?
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Pünktlich zur Ferienzeit schwappt ein neues Beauty-Produkt aus Amerika über den Teich, das dem lästigen Eincremen mit Sonnencreme ein Ende bereiten soll: Sonnenschutz zum Trinken. Diese Flüssigkeit soll von innen heraus dafür sorgen, dass 97 % der UV-Strahlen von der Haut abgeblockt werden – und das mit nur etwa 2 ml Flüssigkeit, die man zu sich nehmen soll. 

Kann dies tatsächlich Wirkung zeigen? Oder haben wir es hier mit einer leeren, wissenschaftlich nicht belegbaren Masche zu tun, die Eincremfaulen und Sonnenhungrigen das Geld aus der Tasche ziehen will?

Grosse Erwartungen: angeblicher Lichtschutzfaktor bis zu 30

Der trinkbare Sonnenschutz, der von einer amerikanischen Kosmetikfirma entwickelt wurde, soll einem Lichtschutzfaktor von bis zu 30 entsprechen. Und hier beginnt das doppelte Spiel mit den Werbeaussagen: Dieser Faktor stimmt nicht mit dem Versprechen der Firma, dem Blocken von 97 % der Sonnenstrahlen, überein. Ein Lichtschutzfaktor, der 97 % des Sonnenlichtes blocken würde, läge weit höher als bei Faktor 30. Und was bedeutet „trinkbarer Sonnenschutz“ eigentlich? Theoretisch kann man jeden flüssigen Sonnenschutz trinken, die Frage ist nur, ob das der Gesundheit sehr zuträglich ist.

Wie soll das Produkt funktionieren?

Eine Stunde, bevor man in die Sonne geht, soll man 2 ml des Sonnenschutzes mit einem Glas Wasser trinken, damit sich die Wirkung vollständig entfalten kann. Die flüssigen Moleküle sollen dann von innen nach aussen treten und die UV-Strahlen so abblocken. Aber wie soll das funktionieren? Unsere Haut besitzt eine Fläche von knapp 2 qm. Selbst wenn dieses Wundermittel also von innen nach aussen gelangen könnte, stellt sich die Frage: Seit wann lässt die Haut Flüssigkeiten beliebig austreten? Ist ihre Hauptaufgabe nicht das genaue Gegenteil, nämlich unsere Adern unter Verschluss zu halten? Natürlich tritt auch Schweiss über die Haut aus, aber wird die Flüssigkeit, die uns vor der Sonne schützen soll, also nur „ausgeschwitzt“? Zudem: 2 ml der Flüssigkeit, die auf 2 qm Haut verteilt sind, würden innerhalb von Sekunden verdampfen. Und das vor allem unter massiver Sonneneinwirkung.

Keinerlei wissenschaftliche Belege

Zugegeben, die Ankündigung des Wundermittelchens ist in der Beauty-Szene eingeschlagen wie eine Bombe. 100 ml des trinkbaren Sonnenschutzes sind für etwa 30 US-Dollar zu erhalten. Allerdings gibt es bislang keinerlei wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit und auch keine dermatologischen Tests, wie sich das Produkt tatsächlich auswirkt.

Man könnte sagen: „Ja, das ist ein lustiges Gimmick, das probiere ich einfach einmal aus!“ – allerdings sollte man sich darüber klar sein, dass es auch negative Auswirkungen haben kann! Wenn man auf normalen, zusätzlichen Sonnenschutz verzichtet und sich ganz auf das Wunderwasser verlässt, können die Ferien damit enden, dass man – als hellerer Hauttyp – seinen Sonnenbrand pflegen muss. Und da helfen dann auch keine flüssigen Wundermittel mehr.

 

Oberstes Bild: © suravid – shutterstock.com

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