Unterschiedliche Arten der Warmwasseraufbereitung

21.10.2016 |  Von  |  Allgemein

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In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wassererwärmung stark gewandelt. Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts gab es kaum Auswahlmöglichkeiten. Nicht mal fliessendes Warmwasser war eine Selbstverständlichkeit in jedem Haushalt. Neben gas- oder ölbefeuerten Systemen stehen auch Wärmepumpenboiler und Solaranlagen als massgeschneiderte Alternativen für die Warmwasseraufbereitung zur Verfügung.

Bis weit ins 20. Jahrhundert war es für viele Privathaushalte ein Luxus, fliessendes warmes Wasser zur Verfügung zu haben. Es wurde am Herd oder im Wasserschiff erwärmt. Ein Fortschritt war die Einführung der elektrischen oder mit Stadtgas erhitzten Durchlauferhitzer; diese gelten als Vorläufer der heutigen komfortablen, automatisierten Systeme.

Gegenwärtig ist die Auswahl viel umfangreicher und entsprechend grösser ist die Herausforderung für die Kunden, das jeweils zum Objekt passende Gerät zu finden. In der nachfolgenden Übersicht finden sich Informationen zu den gebräuchlichsten Installationen.

Unterschied zentral versus dezentral

Ob eine zentrale oder dezentrale Warmwasseranlage die massgeschneiderte Lösung ist, hängt vom jeweiligen Gebäude ab. Ein Vergleich der jeweiligen Vor- und Nachteile hilft bei der Entscheidung. Schauen wir uns erst einmal den Unterschied zwischen dezentralen und zentralen Systemen an. Bei dezentralen Anlagen befinden sich z.B. die Warmwasserboiler in den einzelnen Wohnungen. Bei einer zentralen Einrichtung ist es z.B. ein Speicher im Keller.

Dezentrale Systeme

Bei den dezentralen Installationen sind an jedem Entnahmeort für Warmwasser kleine Geräte installiert, die auf verschiedene Weise direkt vor Ort das warme Wasser bereitstellen.

Die Vorteile von dezentralen Anlagen bestehen darin, dass sie erstens kein zentrales Rohrnetz benötigen und so auch in Altbauten installiert werden können. Zweitens verkürzen sie die lange Leitungsführung und verringern dadurch Wärmeverluste. Das warme Wasser steht sehr schnell zur Verfügung: Der Nutzer muss das Wasser nicht lange laufen lassen, bis warmes Wasser aus der Leitung fliesst.

Folgende zwei Möglichkeiten stehen für die dezentralen Installationen zur Verfügung:

  • Durchlauferhitzer

Diese bereiten das warme Wasser gleich vor Ort auf. Im Zeitpunkt des Bedarfs wird das Wasser meist mit Strom erwärmt. Diese Variante ist sehr sparsam, wenn ein kleiner, räumlich entlegener Warmwasserbedarf besteht. So können in solchen Fällen Leitungs- und Speicherverluste vermieden werden.

  • Warmwasserboiler

Wenn dezentral regelmässig grössere Warmwassermengen benötigt werden, ist ein Elektroboiler (Etagenboiler) wirtschaftlicher als ein Durchlauferhitzer. Im Warmwasserboiler wird das Wasser oft mit Nachtstrom aufbereitet und bleibt dann im warmen Zustand bis zur Entnahme gespeichert.

Bei grösseren Wassermengen sind die dezentralen Zapfstellen unwirtschaftlich und haben einen weiteren Nachteil: Es braucht mehr Geräte für die einzelnen Entnahmestellen.

  • Zentrale Wasseraufbereitung

Zentrale Warmwasserboiler sind fest installierte Geräte, die von einem Punkt aus über ein Leitungssystem verschiedene Zapfstellen in einem Gebäude versorgen. Die Behälter sind ständig gefüllt, werden bei Bedarf laufend nachgeheizt und sind wärmegedämmt. Sie sind nach den neuesten Effizienzklassen konstruiert und für die Warmwasseraufbereitung können die meisten Energieträger genutzt werden. Eine Ausnahme gibt es in der Zwischenzeit: Der reine Elektroboiler wird in absehbarer Zeit vom Markt verschwinden, da die Mustervorschriften der Kantone (MuKEn) hier verschärfte Regeln enthalten. Jedoch existieren bereits heute genügend Alternativen für die Warmwasseraufbereitung.

  • Öl-/Gas-/Holzheizanlage

Hier sind Warmwassererzeuger gemeint, die rein mit Heizöl, Erdgas oder Holz geheizt werden. Diese Systeme sind einfach einzubauen und zu steuern. Zudem sind sie kostengünstig in der Anschaffung und auch effizient im Betrieb.

  • Öl/Gas/Holz mit elektrisch kombiniert

Die Kombination mit elektrisch wird vorwiegend gewählt, wenn Eigentümer im Sommer die Heizanlage ausschalten wollen. Die Warmwasseraufbereitung läuft dann im Sommer über den elektrischen Heizstab.

  • Wärmepumpe

Wird eine Wärmepumpe für die Raumheizung betrieben, so kann diese unter Umständen auch die Warmwasseraufbereitung übernehmen. Im Winter gilt es allerdings zu beachten, dass die Leistung ausreichend hoch ausgelegt ist, um aus der Umgebung (Aussenluft, Wasser, Erde) genügend Wärme für Heizung und Warmwasser gewinnen zu können. Ansonsten werden die gewünschten Temperaturen nicht erreicht.

  • Solaranlage

Das Prinzip der Solaranlage lässt sich einfach mit dem Gartenschlauch erklären. Liegt ein mit Wasser gefüllter Schlauch im Sommer an der prallen Sonne, wird das Wasser innert kurzer Zeit heiss. Genau dieses Phänomen nutzt die Solarthermie in weiterentwickelter Form zur Aufbereitung des warmen Wassers. Eine Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch) zirkuliert durch die Solarkollektoren auf dem Dach und überträgt anschliessend die Energie im Speicher auf das Brauchwasser.

  • Wärmepumpenboiler

Ein Wärmepumpenboiler ist ein Warmwasserspeicher, bei dem eine kleine Luft-Wasserwärmepumpe miteingebaut ist. Er gewinnt aus der Umgebungsluft Wärme und bereitet damit einen Grossteil des warmen Wassers auf. Er kann bei Umgebungstemperaturen ab 8 °C eingesetzt werden. Für die Unterstützung bei tieferen Temperaturen kann ein Einsatz eingebaut werden, der mit Heizöl, Strom oder Gas betrieben wird.

  • Kaminofen mit Wassererwärmung

In einem Kaminofen mit Wassererwärmung ist ein Wasserregister verbaut, das an einen Heizwasserkreislauf angeschlossen ist. Über diesen Kreislauf wird Wärme in einen Wärmespeicher transportiert, die dann für Heizzwecke zur Verfügung steht.

Dieser Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten der Warmwassererzeugung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In jedem Objekt gilt es, die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems abzuwägen und mögliche Einschränkungen aufgrund der baulichen Vorgaben mitzuberücksichtigen.

 

Artikel von: Erdöl-Vereinigung, Marketing
Artikelbild: © nikkytok – istockphoto.com

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