Werbeanrufe bezüglich eines Wechsels der Krankenkasse nicht einfach akzeptieren

28.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Jetzt bewerten!

Wenn das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung ein Call-Center von bestimmten Dienstleistungen oder Produkten überzeugen möchte – dies ist ein Szenario, wie es vielen Schweizer Bürgern vertraut ist. Auch bezüglich der Krankenversicherung sind solche Anrufe keine Seltenheit, wobei zwischen zurückhaltenden und seriösen Nachfragen auch dubiose Methoden bei Anrufen angewendet werden.

Zwischen 2012 und 2014 hat das Staatssekretariat für Wirtschaft im Telefonmarketing eine fünfstellige Zahl an Beschwerden registriert, die sich explizit auf den Wechsel der Krankenkasse bezogen. In vielen Fällen beginnt das Telefonat mit einem völlig anderen Thema, um dann relativ plötzlich einen Wechsel der Krankenkasse anzusprechen.

Eindeutige Absichten bei seriösem Auftreten

Die anrufende Seite tarnt sich nicht selten als öffentliche Einrichtung oder Behörde, um zunächst ein grundlegendes Vertrauen mit allgemeinen Fragen rund um die eigene Person zu schaffen. Subtil oder auch direkt wird dann nach einigen Fragen das Gespräch in Richtung der Krankenversicherung gelenkt, um anschliessend sofort die Vorteile eines potenziellen Wechsels aufzuzeigen. In den meisten Fällen streckt keine schweizerische Krankenkasse dahinter, stattdessen möchte ein dubioser Dienstleister mit dem Wechsel Geld verdienen. Viele dieser Dienstleister sitzen im Ausland, eine billige Telefonkraft befindet sich am anderen Ende der Leitung und nicht wie ursprünglich angekommen ein fachkundiger Mitarbeiter.

Wer sich von den Anrufern in ein Gespräch verwickeln lässt, könnte schneller als gedacht relevante Informationen rund um die Krankenversicherung preisgeben. Die Frage nach der grundsätzlichen Zufriedenheit mit dem bereits bestehenden Schutz wirkt hierbei noch vertretbar. Schnell kommen dann jedoch auch Fragen über vorhandene Zusatzversicherungen. Im Telefonmarketing sind diese besonders lukrativ, da der Angerufene zum Abschluss einer zusätzlichen Versicherung einfacher als zum vollständigen Wechsel seines Krankenversicherers zu bewegen ist. Zudem können sich Bürger hierzulande nach einem solchen Gespräch nicht sicher sein können, wo die preisgegebenen Informationen über eventuelle Erkrankungen oder den vorliegenden Gesundheitsschutz landen werden.



Anrufe durch Vermittlungspraxis in der Schweiz zugelassen

Hierzulande sind viele Bürger um eine Reduktion der monatlich fortlaufenden Kosten bemüht, daher ist der Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung ein lukratives Unterfangen. Das Geschäft der Versicherungsmakler boomt, wobei diese im Auftrag einer oder teilweise auch mehrerer Krankenkassen arbeiten. Mit welchen Mitteln diese hierbei vorgehen, verläuft relativ unreguliert, auch wenn nicht die Krankenkassen selbst hierfür verantwortlich gemacht werden können. Diese suchen sich Vermittler für die Kooperation aus, welche attraktive Provisionen für jeden gewonnenen Kunden erhalten. Wenigen Krankenkassen ist bewusst, mit welchen Mitteln die Vermittler hierbei vorgehen und ob diese beispielsweise auf billige Call-Center aus dem Ausland setzen.

Sämtliche Krankenversicherer distanzieren sich offiziell von solch dubiosen Methoden, auch wenn sie in der Praxis hierdurch sicherlich manchen Kunden gewonnen haben dürften. Die Stimmen von Verbrauchern und Politikern werden jedoch lauter, um die Call-Center und Vermittler auf einen seriösen Weg zurückzuführen. Hierbei könnte die Häufigkeit gemeldeter Fälle zum Druckmittel werden, bei denen sich Angerufene von einem Vermittler überrumpelt fühlen und den Eindruck unseriöser Behandlung gewonnen haben. Wenn sich Beschwerden dieser Art häufen, dürfte eine politische Vorgehensweise dagegen umso wahrscheinlicher werden und Werbeanrufe auf ein Minimum reduzieren – wie in anderen Branchen üblich.

Eigenständige Suche nach besserer Krankenversicherung

Zum Kampf gegen die aktuelle Vermittlungspraxis und zum Schutz der eigenen Daten bleibt dem einzelnen Bürger häufig nur eins: Auflegen! Und dies bestenfalls so schnell wie möglich – sobald deutlich wird, dass es sich bei dem Gespräch um einen Vermittlungsanruf für eine Krankenversicherung handelt. Unabhängig hiervon sollte man bei Interesse an den Angeboten anderer Versicherer selbst aktiv werden und sich eigenständig über die Tariflandschaft informieren. Die Webseiten einzelner Krankenkassen oder neutraler Plattformen halten umfassende Informationen bereit, die für einen Wechsel relevant sind. Ein persönliches Gespräch vor Ort kann die Entscheidung fördern, wobei jede Krankenversicherung einen Wechsel zum eigenen Unternehmen befürworten wird – aus verständlichen Gründen.

 

Oberstes Bild. © A and N photography – shutterstock.com

Über Agentur belmedia

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!


Ihr Kommentar zu:

Werbeanrufe bezüglich eines Wechsels der Krankenkasse nicht einfach akzeptieren

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.