Wie tapeziere ich richtig und strukturiert? Ein Leitfaden für Hobbybastler

22.10.2014 |  Von  |  Allgemein

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Wer schon einmal versucht hat, einen Raum in seiner Wohnung zu tapezieren, hat spätestens nach der zweiten gerissenen Tapete oder schief angesetzten Bahn wieder aufgegeben und den Rat eines Fachmanns eingeholt. Diese klebrige Angelegenheit ist jedoch einfacher, als man nach den ersten Versuchen denkt.

Mit einer strukturierten Arbeitsweise kann man sich sehr viel Zeit und vor allem auch Nerven sparen. Nutzen Sie unseren kleinen Ratgeber, um sich die Arbeit deutlich zu erleichtern und auch ohne die Hilfe eines Handwerkers an Ihr Ziel zu gelangen. Wir nehmen Abschied vom Sommer und haben somit ausreichend Zeit, um unsere Wohnung auf Vordermann zu bringen. Hoch die Ärmel und her mit dem Kleister.



Wie bereite ich mich aufs Tapezieren vor?

Wichtig ist hierbei zunächst eine strukturierte Vorbereitung der Arbeiten. Achten Sie darauf, dass Sie die Werkzeuge und Hilfsmittel ordentlich zurechtlegen, damit Sie jederzeit Zugriff auf das gerade benötigte Tool haben.

Alles, was Sie brauchen, um ordentlich tapezieren zu können, haben wir Ihnen hier aufgelistet:

  • Tapete
  • Tapeziertisch
  • Kleister
  • Quast
  • Schere
  • Teppichmesser
  • Bürste
  • Massband oder Zollstock
  • Lineal (breiter als die Tapete)
  • Leiter
  • Wasserwaage.

Die Materialien sollten Sie in jedem guten Baumarkt erhalten. Rühren Sie den Kleister am besten schon am Vorabend an, damit die Inhaltsstoffe sich perfekt im Wasser auflösen können und alles schon durchzieht. Wie sagte schon die Oma immer: „Die Suppe schmeckt am nächsten Tag noch besser!“



Um die Menge der benötigten Tapetenrollen zu ermitteln, brauchen Sie nur die Höhe und die Breite der Wände auszumessen. Mit diesen Werten können Sie ermitteln, wie viele Bahnen Sie aus einer Rolle Tapete erhalten. Kaufen Sie eine oder zwei Rollen mehr, um im Fall eines Schadens reagieren zu können, ohne erneut den Baumarkt aufsuchen zu müssen. Was Sie nicht brauchen, können Sie später wieder umtauschen.

Die Vorbereitung der Bahnen

Der Kleister steht bereit, der Tapeziertisch ist aufgestellt, die Wände wurden sauber von der alten Tapete befreit und die Möbel zur Seite gerückt. Nun kann es endlich losgehen. Legen Sie an der Wand entlang entweder eine Folie oder alte Zeitungsseiten auf den Boden. So können Sie verhindern, dass der Kleister auf dem Laminat, den Fliesen oder dem Parkett landet.

Schneiden Sie nun die erste Bahn der ermittelten Deckenhöhe entsprechend ab. Beschweren Sie sie vorne und hinten mit einem Gewicht, damit sich der Abschnitt nicht immer wieder zusammenrollt. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis Sie die erste Rolle komplett in Bahnen aufgeteilt haben. Es empfiehlt sich, immer zwei bis drei Zentimeter mehr überstehen zu lassen, als Sie eigentlich benötigen. So haben Sie etwas Spielraum und können später eine exakte Kante erzeugen.

Kleistern Sie nun mit der Hilfe des Quasts die Bahnen ein. Geben Sie nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Kleister auf die Bahn, damit diese sich entsprechend vollsaugen kann. Danach klappen Sie die Bahn vom äusseren Ende so zusammen, dass das Ende in der Mitte der Bahn landet. Von der anderen Seite aus wiederholen Sie diesen Vorgang. Danach können Sie die gekleisterte Bahn über die Lehne eines Stuhls hängen, um ihr die benötigte Einwirkzeit zu geben. Fahren Sie nun mit den anderen Bahnen fort, bis alle mit Kleister bedeckt sind.

Die erste Bahn soll an die Wand geklebt werden.



Nehmen Sie sich nun die erste angefertigte Bahn und steigen Sie auf die Leiter. Klappen Sie ein Ende vorsichtig aus. Hierbei müssen Sie darauf achten, dass keine Risse in der Tapete entstehen, da diese durch die Feuchtigkeit des Kleisters nun sehr empfindlich ist. Nehmen Sie die Ecken der Tapetenbahn jeweils zwischen Daumen und Zeigefinger und setzen Sie die Bahn parallel zur Decke an die Wand. Drücken Sie die obere Kante dann leicht an. Mit der Bürste streichen Sie nun von oben nach unten, so dass eventuelle Lufteinschlüsse nach aussen gedrückt und somit entfernt werden.



Wenn Sie mit der Bürste in der Mitte der Tapete angekommen sind, ziehen Sie vorsichtig den unteren zuvor eingeklappten Teil auseinander und fahren mit der Bearbeitung mit der Bürste fort, bis die komplette Bahn an der Wand klebt. Mit der Wasserwaage können Sie nun ermitteln, ob die Tapete parallel zur Nebenwand angebracht wurde. Wenn nicht, einfach etwas nachschieben, solange die Tapete noch feucht ist.

So wird man schnell fertig mit dem Tapezieren

Fahren Sie nun mit den weiteren Bahnen fort, bis die komplette Wand bedeckt ist. Eventuelle Steckdosen und Schalter sollten vorher demontiert werden. Schalten Sie hierzu immer die Sicherung aus. Schneiden Sie die Löcher der Stromelemente vorsichtig mit dem Teppichmesser aus.

Um die Tapete schneller trocknen zu lassen, können Sie einen Heizlüfter oder eine moderne Infrarotheizung verwenden. Doch auch bei normaler Zimmertemperatur wird die Tapete innerhalb eines Tages fest und trocken sein. Nun können Sie noch die Überstände am Boden mit dem Teppichmesser entfernen und die Fussleisten wieder montieren. Wir gratulieren zur neuen Tapete.



 

Oberstes Bild: © vita khorzhevska – Shutterstock.com


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