Christbaumkugeln – Geschichte, Trends & Deko-Tipps

20.12.2014 |  Von  |  Allgemein

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So sieht die weihnachtliche Stube heute aus: Ein minimalistischer Papierstern setzt einen stilvollen Akzent. Geschmackvolle LED-Arrangements stellen den modernen Adventskranz dar. Statt naturalistischer Figuren besteht die Krippe aus schlichten Buchenholzstäbchen, die mit den Namen der Figuren und Tiere beschriftet sind. Und der Christbaum – geschmückt mit einer dicken Kunststoff-Engelsfigur mit üppiger Körbchengrösse – bleibt ansonsten kahl? Undenkbar!

Christbaumkugeln gehören zu Weihnachten einfach dazu. Kaum eine Kindheitserinnerung ist uns allen so lieb und teuer wie der Moment, in dem das Glöckchen läutet, das Weihnachtszimmer geöffnet wird und der überbordend verzierte Christbaum den Kleinen entgegenblitzt. Deshalb gehören Christbaumkugeln zu Weihnachten einfach dazu. Doch auch sie werden von Trends und Moden beeinflusst. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Geschichte des klassischen Baumschmucks, über traditionelle und moderne Farben sowie das stilsichere Arrangement von Christbaumkugeln.



Ein Klassiker – aus der Not geboren?

Ganz so lange, wie die meisten Menschen glauben, gibt es Christbaumkugeln noch gar nicht. Die Ursprünge dieser weihnachtlichen Tradition liegen in Thüringen – dem „grünen Herz Deutschlands“ und der Wiege der Glasbläserkunst. Es heisst der Legende nach, ein bettelarmer Thüringer Glasbläser, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte, habe sich keinen Weihnachtsschmuck leisten können. In seiner Not habe er sich in die Werkstatt geschlichen, um dort aus Glas die prallen, rotglänzenden Äpfel nachzubilden, die man seinerzeit an den Baum hängte. Und so wurde die Christbaumkugel geboren!

Vom Paradiesbaum zum Augenschmaus

Trotz häufig wahrem Kern neigen Legenden jedoch zur Vereinfachung. Fakt ist: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand die Weihnachtstanne in vielen Gegenden Mitteleuropas für den Paradiesbaum – jenes Gewächs, dessen Früchte Eva von der Schlange angeboten wurden. Daher bestand der übliche Christbaumschmuck damals aus Figuren von Adam, Eva und der Schlange – und eben echten roten Äpfeln. Erst die Thüringer Erfindung aus den Glaswerkstätten in Kombination mit der fortschreitenden Säkularisierung liess die Äpfel immer mehr verschwinden. Spätestens als Justus von Liebig die sogenannte „Silberspiegel-Probe“ erfand, mit deren Hilfe die Glaskugeln verspiegelt werden konnten, trat die Christbaumkugel ihren Siegeszug an.



Echte Handarbeit …

„Vorsicht mit den Kugeln!“ Im Advent war dieser leicht panische Ausruf früher beim Auspacken des Baumschmucks überall zu hören. Die glänzenden Kugeln waren nämlich wertvolle Erbstücke, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Echte alte Glaskugeln aus Thüringen stellen mittlerweile begehrte Sammlerstücke dar, deren Preise bei manchem Laien ein Kopfschütteln auslösen. Dabei hat sich seither nicht viel verändert: Thüringer Christbaumkugeln werden bis heute in Handarbeit hergestellt – vom Blasen der Kugel über das Verspiegeln mit Silbernitrat bis zum Lackieren und Verzieren pflegt man gute alte Handwerkstraditionen. Und das sieht man am edlen Glanz der Christbaumkugeln! Die edlen Originale harmonieren übrigens fantastisch mit selbstgemachter Weihnachtsdeko wie Weihnachtskerzen.

Ob die edlen Originale oder jene aus Kunststoff- Christbaumkugeln gehören zu Weihnachten einfach dazu. (Bild: Jari Hindstroem / Shutterstock.com)

Ob die edlen Originale oder jene aus Kunststoff- Christbaumkugeln gehören zu Weihnachten einfach dazu. (Bild: Jari Hindstroem / Shutterstock.com)

… oder industrieller Baumschmuck?

Natürlich macht die Industrie mittlerweile den traditionellen Glasbläsern Konkurrenz. Seit den 50er Jahren bietet der Markt auch praktische, im Spritzguss-Verfahren hergestellte Kunststoffkugeln, die günstiger, bruchsicherer und vielfältiger im Design sind. Im technikbegeisterten 20. Jahrhundert konnten die traditionellen Glaskugeln da nicht mithalten. Doch heute, zu Zeiten von Nostalgie und Shabby chic erleben Christbaumkugeln aus Glas eine Renaissance. Deshalb liegt die Entscheidung zwischen modern oder klassisch nur bei Ihnen!

Was darf’s sein?



Das Angebot an Christbaumkugeln ist mittlerweile so riesig wie unübersichtlich. Mögen Sie es modern? Traditionell? Kitschig? Ironisch? Sind Sie sich darüber einmal im Klaren, können Sie ganz entspannt zwischen Klassikern und Skurrilitäten wählen: Kugeln mit Hirschgeweih, mit herausgestreckter Rolling-Stones-Zunge, beleuchtete Kugeln, Fussballfan-Motivkugeln, solche aus Papier oder mit Rentier-Aufdruck stehen dem zeitlos glänzenden Klassiker gegenüber. All das gibt es natürlich auch noch in jeder erdenklichen Farbe. Im Folgenden finden Sie Tipps für geschmackvolle Weihnachtsbaum-Arrangements in verschiedenen Stilen. Sollten Sie es trashig oder barock lieben, können Sie diese Tipps natürlich getrost ignorieren!



Farben und Kombinationen

Bei der Farbwahl heisst es: Augen auf! Vermeiden Sie allzu kribbelige Farbenschlachten. Für eine festlich-harmonische Atmosphäre sollten Sie sich auf drei bis vier Farben festlegen. Dabei lassen sich aber matte und glänzende Kugeln hervorragend kombinieren, denn die Farbwirkung wird durch solche Kontraste verstärkt. Stilvolle Hingucker sorgen für noch mehr Weihnachtsstimmung: Stellen Sie zum Beispiel eine grosse Schale auf, die mit Kugeln in den gleichen Farben gefüllt ist.

Roter Baumschmuck ist die klassischste Variante. Der Komplementärkontrast zwischen mattem Tannengrün und warm glänzendem Rot bringt mit Sicherheit auch Weihnachtsmuffel in die richtige Stimmung für eine besinnliche Bescherung. Zu roten Christbaumkugeln bietet sich traditioneller Baumschmuck wie Holzfiguren und Pfefferbrot an – und fertig ist die skandinavisch inspirierte Weihnachtsdeko. Wenn Sie zwei Farben kombinieren möchten, bietet sich hier Gold an, das die Wärme der roten Kugeln wunderbar festlich ergänzt.

Gold passt übrigens als harmonisierende Zweitfarbe zu allen anderen Farben. Silberner Schmuck lässt sich ebenfalls gut kombinieren – allerdings sollten Sie bei Silber nicht nur einzelne Akzente setzen, sondern eine möglichst homogen glänzende Pracht entfachen, da vereinzelter Silberschmuck den Blick zu sehr auf sich zieht. Mithilfe von grünen Christbaumkugeln können Sie eine natürliche Stimmung erzeugen. Wählen Sie diese Farbe aber am besten nicht für den Baum, denn vorm Grün der Tanne geht grüner Schmuck häufig unter oder beisst sich. Die Kombination von Weiss und Blau stellt einen aktuellen Trend beim Christbaumschmuck dar. Oder soll die Weihnachtsstube eher romantisch-nostalgisch werden? Dann probieren Sie es einmal mit Christbaumkugeln in sanften Pastellfarben.

Baumschmuck-Trends

In diesem Jahr sind Christbaumkugeln in ausgefallenen Metalltönen wie Zinn oder Kupfer besonders angesagt. Ebenfalls sehr beliebt sind Kugeln mit Tiermotiven – allen voran das klassische Jagdmotiv „Hirsch“. Einen Trend der ganz anderen Art stellt Christbaumschmuck aus Papier dar: Die hübschen, geometrisch gefalteten Gebilde vereinen schwedischen Minimalismus mit japanischem Origami. Wenn Sie Kinder haben, bietet sich die Weihnachtszeit natürlich ganz besonders fürs gemeinsame Basteln an. Lassen Sie sich im Internet inspirieren und fertigen Sie gemeinsam mit dem Nachwuchs ganz individuelle Highlights für den heimischen Christbaum. Frohes Fest!



 

Oberstes Bild: © Anteromite – Shutterstock.com

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