Das Sonnensegel: Beschattung mit Ferienflair

12.09.2014 |  Von  |  Allgemein

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Treffpunkt auf der Terrasse. Sie kurbeln den alten Sonnenschirm auf, innerlich betend, dass sein Spannmechanismus durchhalten möge. Eben sind Sie mit Ihrer Arbeit fertig (die Gebete wurden erhört), als Ihnen von drinnen mitgeteilt wird, dass Familie Brunner und Familie Wyss zu Besuch kommen und darum Sitzanordnung und Sonnenschirm verschoben werden müssten. Sorgenvoll betrachten Sie den Sonnenschirm, dessen Fuss mit Betonplatten beschwert worden ist. Es nützt nichts: Die Platten müssen herunter, wenn der Schirm seinen Standort wechseln will. Heute Mittag werden Sie duschen müssen. Während Sie an den schweren Gewichten zerren, beginnen Sie über Sonnenschirm-Alternativen nachzudenken.

Sie soll effizient sein. Sie soll nicht im Wege stehen. Und Sie soll nicht viel kosten. Quadratur des Kreises? – Nein. In den letzten Jahren sind an öffentlichen und privaten Plätzen Beschattungen aufgetaucht, die ihre Benutzer grossflächig vor der Sonne schützen und mit etwas handwerklichem Geschick selbst zu installieren sind. Gemeint ist das Sonnensegel: Es zaubert ein Ambiente von Ferien und Strand in den Garten. Unter seinem luftigen Dach können Sie die Brunners und Wyss’ und etliche Überraschungsgäste dazu empfangen. Und Sie haben noch Geld übrig, um sie zu bewirten.



Vorteile, Vorteile, Vorteile

Sonnensegel sind gross. Für kleinere Flächen können Sie in dreieckiger Form, für grosse Terrassen in Rechteck- oder Trapezform gekauft werden. Letztere hat den Vorteil, bei der Befestigung an der Hausfassade weniger Platz einzunehmen und sich zur längeren Seite hin beschattend über der Terrasse auszubreiten. Unter einem Sonnensegel haben Sie freien Auslauf: Kein Sonnenschirm steht im Weg herum oder muss mitsamt seiner Gewichte verrückt werden. Denn ein Sonnensegel schattet luftig über Ihnen schwebend idealerweise die ganze Terrasse ab. Und wenn Sie bei der Befestigung alles richtig machen, wird Ihnen Ihr Schattenspender auch bei stärkerem Wind nicht um die Ohren fliegen.

Kaufen Sie Qualität!

Ein Sonnensegel ist aus wind- und wasserundurchlässigen Kunststofffasern gefertigt. Bessere Qualitäten besitzen Imprägnierungen (Teflon zum Beispiel), deren schmutzabweisende Wirkung die Pflege des Sonnensegels erleichtert. Achten Sie auf ausreichenden UV-Schutz: UV-Standard 801 ist Pflicht, um die Haut der im Schatten des Segels ruhenden Menschen vor den krebserregenden Strahlen zu schützen.



Übrigens werden auch Sonnensegel produziert, die kein dichtes, wind- und wasserabweisendes Gewebe aufweisen, sondern im Gegenteil über eine offene, netzartige Struktur verfügen. Der Vorteil: Wind und Wasser können einem solchen Segel so schnell nichts anhaben, da es für sie durchlässig ist. Aber natürlich gewährt diese Gewebeart weder umfangreichen Sonnen- noch ausreichenden UV-Schutz und sollte bei Niederschlägen gemieden werden. Die bessere Vorbeugung gegen die Unbilden des Wetters liegt in der fachgerechten Installation des Segels. Dazu kommen wir gleich noch.





Starke Säume und mehrfach gesetzte Nähte müssen hier für Widerstandsfähigkeit sorgen. (Bild: Carsten Medom Madsen / Shutterstock.com)

Starke Säume und mehrfach gesetzte Nähte müssen hier für Widerstandsfähigkeit sorgen. (Bild: Carsten Medom Madsen / Shutterstock.com)

Qualität erkennen

Segel für Schiffe werden in besonders robuster Ausführung gewebt und genäht, damit der Sturm sie nicht zerreisst. Auch auf grosse Sonnensegel können starke Kräfte einwirken. Achten Sie auf eine feste Gewebeart und sehen Sie sich die Kanten und die Areale um die Halterungen genau an: Starke Säume und mehrfach gesetzte Nähte müssen hier für Widerstandsfähigkeit sorgen. Die Halterungen selbst und alle Ösen des Segels sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt, damit Sie mehr als eine Saison lang etwas von Ihrem Schattenspender haben.



Sorgfalt walten lassen

Ein Sonnensegel wirkt leger und improvisiert, à la: Wir spannen uns eine lustige Plane und lagern uns am Strand zwischen Palmen. Tatsächlich ist das Spannen eines Sonnensegels aber eine Arbeit für den vorausschauend denkenden Handwerker. Zuerst einmal müssen Sie sich Gedanken darüber machen, welcher Teil Ihrer Terrasse im Schatten liegen soll. Sind es nur Teilbereiche, überlegen Sie bitte, wann wo die Sonne steht und zu welcher Tageszeit Sie Ihren Schattenplatz hauptsächlich nutzen werden. Grundsätzlich gilt, dass ein Sonnensegel den Schutzbereich zu allen Seiten mehrere Meter überragen sollte.

Spannen Sie ein Sonnensegel niemals horizontal – andernfalls installieren Sie eine Wasserauffangplane. Als ideal gilt der 30-Grad-Winkel: Also das Segel an der Hausfassade ziemlich hoch ansetzen und um 30 cm pro Meter absenken. Am besten setzen Sie eine Ecke des Tuchs tiefer als die andere, mit dem Effekt, dass über diese Ecke wirklich alles Wasser ablaufen kann und sich keine beulenden Wasserlinsen auf der Oberfläche bilden. Und verankern Sie die Befestigungsmasten gut im Boden, damit Sie bei starkem Wind nicht Mast- und Schotbruch erleiden.

Heimarbeit oder Fachhandwerker?

Zu einem guten Sonnensegel gehören solide Bodenmasten, Spannseile aus Kunststoff oder Metall sowie Spannschrauben, Karabiner und Wandhalterungen. Die Bodenmasten müssen felsenfest im Untergrund verankert sein, am besten in einem Betonfundament. Und stimmen Sie die Wandhalterungen auf ihren Platzierungsort in der Fassade ab. Wenn Sie eine Wärmedämmung besitzen, sollten Sie im Zweifelsfall, bevor Sie Schaden anrichten, einen Fachmann beauftragen.

Luxussegel

Auch in puncto Sonnensegel können die Sphären des Luxus betreten werden. Stellen Sie sich ein Segeldach vor, dass Sie, einmal installiert, nie wieder abbauen müssen (ausser für gelegentliche Reinigungen). Mit den solide gearbeiteten Stoffen dieser Produkte könnten Sie die Welt umsegeln. Und der Clou des Ganzen: Eine Wetterstation misst Wind und Regen und leitet die Daten an einen Motor weiter, der das Segel bei Gefahr selbsttätig einfährt. Komfortabler geht improvisiert nicht.




 

Oberstes Bild: © PRILL – Shutterstock.com


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