Kleine Werkzeuglehre für die Hundefellpflege

29.08.2014 |  Von  |  Allgemein

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Ist so ein Hund nicht süss?! Und gelehrig? Und anhänglich? Und arbeitsintensiv? Den Punkt Nummer vier beginnen Anfänger der Hundehaltung erst allmählich zu begreifen. Ja, man muss raus. Und zwar bei jedem Wetter. Und nein, das ist gar nicht schlimm. Die innere Uhr von Haustier und Hundebesitzer ist schnell auf die Rituale von Spaziergang, Fütterung etc. gestellt. Ich selbst bin nach dem Tod meines Hundes monatelang abends allein spazieren gegangen, bevor ich mir ein neues Tier anschaffte.

Unter das Etcetera der Rituale fällt auch die Fellpflege – eine hygienische Massnahme, die bei Hundefreunden eindeutig unten auf der Beliebtheitsskala angesiedelt ist. Der Hund hält nicht still und produziert täglich Berge abgestorbener Haare, die mühsam aus der Bürste gezupft werden müssen. Aber glauben Sie nicht, dass sich das Problem ohne Fellpflege von selbst erledigt. Sehen Sie sich lieber nach einer geeigneten Bürste für Ihr Tier um. Denn so unterschiedlich das Fell von Hunden ist, so verschieden sind die Bürsten, die dabei zum Einsatz kommen.



Handlungsgründe

Es geht nicht nur darum zu vermeiden, dass sich das heimische Parkett in einen Hundefell-Teppich verwandelt. Auch für die Hundegesundheit ist die Fellpflege unabdingbar. Haar und Haut regenerieren sich schneller, Parasiten und Unreinheiten werden entfernt. Beim Fellwechsel wächst das neue Haarkleid des Hundes schneller und glänzender nach. Ausserdem fördern Sie durch die regelmässigen kosmetischen Sitzungen die Bindung zu Ihrem Hund.

Drahtbürsten

Drahtbürsten besitzen einen Gummibalg, in dem die mehr oder weniger langen Drahtstifte befestigt sind. Damit sehen sie Bürsten für Menschenhaar zum Verwechseln ähnlich. Jeder einzelne Drahtstift sollte an seinem Ende von einer Gumminoppe gekrönt sein – dieser Kratzschutz verhindert Hautverletzungen am Hund. Die Länge der Stifte richtet sich nach der Länge des Hundefells. Auch die Abstände zwischen den Stiften variieren.



Für langhaarige Hunde mit stockigem Haar und dichtem Unterfell empfehlen sich Drahtbürsten mit langen Stiften in grösseren Abständen: Sie erreichen auch die unteren, losen Schichten des Fells und verfilzen sich dank des offeneren Stiftebetts nicht so stark in den Haaren. Hunde mit feinem Fell brauchen eine enger gearbeitete Bürste. Setzen Sie in Kurzfellbereichen keine Drahtbürste ein: Verletzungsgefahr! Aus diesem Grund ist für die meisten Kurzfellhunde eine Drahtbürste ungeeignet.

Zupfbürsten

Auch Zupfbürsten sind für langes und mittleres Hundehaar geeignet, aber nicht für kurzes. Bei der Arbeit mit ihnen gilt (wie überhaupt in der ganzen Fellpflege): Der Hund ist ein schmerzempfindliches Tier. Zupfbürsten bestehen aus einem Holzgriff und einer quer aufgesetzten Platte, deren Gummieinsatz feine, gebogene Drahtstifte trägt. Die Zupfbürste dringt problemlos bis aufs Unterfell des Hundes durch und verschafft der Haut Luft zum Atmen. Die kurzen Drahtstifte lassen sich leicht von dem ausgebürsteten Fell befreien.

Naturhaar- und Synthetikbürsten



Diese Bürstensorten sind die sanfteren für den Hund. Sie können bei kurz- und rauhaarigen Tieren zum Einsatz kommen. Ausserdem dienen sie zur abschliessenden „Politur“-Pflege für alle Fellsorten. Synthetikbürsten können in preisgünstigen Varianten nicht-abgerundete Spitzen haben, die die Haarstruktur des Fells beschädigen. Sie entwickeln statische Elektrizität, ein Effekt, der einerseits der Aufnahme von Hautschuppen und Kleinpartikeln dient, andererseits das Fell elektrisch auflädt. Naturborsten sind weicher und entfernen am kurzhaarigen Hund effektiv Schmutz, Staub und Schüppchen. Gleichzeitig verteilen sie auf sanfte Art die natürlichen Körperöle gleichmässig im Fell.

Der Gummihandschuh

Dieses Hilfsmittel ist der Wellness-Artikel unter den Fellpflegegeräten. Der Handschuh besitzt auf seiner Innenfläche Gumminoppen, die perfekt dazu geeignet sind, Hundehaare und Fremdpartikel aufzunehmen. Das Fell des Hundes wird also behandelt, indem der Hund gestreichelt wird. Sanfter geht’s nicht. Das Handschuh-Werkzeug eignet sich für Hunde mit kürzerem Haar und wenig dichter Unterwolle. Gummihandschuhe können auch bei der Hundewäsche zur Verteilung von Shampoo eingesetzt werden.

Edelstahlzähne

Hundebürsten mit Edelstahlzähnen sind so gebaut wie die Gummiabzieher für Fensterscheiben. An der Stelle der Gummilippe befindet sich eine Art Kamm – eine breite Reihe kurzer Edelstahlzähne. Diese Pflegehilfen stehen in dem Ruf, gerade bei langhaarigen Hunden mit dichtem Unterfell das verfilzte, abgestorbene Haar besonders effektiv zu entfernen. Die Praxiserfahrung zeigt, dass sie dieses Versprechen halten. Allerdings beseitigen sie durch ihre Gründlichkeit gleichzeitig ein Teil des Deckhaars. Wenn Sie Wert auf die volle Fellpracht Ihres Hundes legen, sollten Sie lieber zu den herkömmlichen Drahtbürsten oder Zupfbürsten greifen.



Hundekamm

Hundekämme bestehen aus einem Holz- oder Plastikgriff und dem eigentlichen Kamm. Dieser ist ca. 10 cm lang und besitzt etwa 5 cm lange Zinken. Je nach Fellart können Kämme mit unterschiedlichen Zinkenabständen erworben werden. Es gibt auch zweiseitige Geräte mit engem und weitem Zinkenabstand. Hundekämme sind vor allem zur Pflege langhaariger Hunde entwickelt worden. Wie bei der Arbeit mit der Drahtbürste müssen Sie gefühlvoll vorgehen. Prüfen Sie den Hundekamm vor dem Kauf auf gute Verarbeitung – insbesondere die Zinken dürfen keine scharfen Kanten oder Schweissnähte aufweisen. Richtig angewendet, kann der Hundekamm in dichten Fellbereichen auch Verfilzungen und Knoten lösen.

Lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten und probieren Sie die Geräte an Ihrem Hund aus. Entscheiden Sie sich für ein Werkzeug, das für Sie wirklich alltagspraktikabel ist. Der wichtigste Schritt zum Erfolg in der Fellpflege ist ihre Regelmässigkeit.



 

Oberstes Bild: © karelnoppe – Shutterstock.com


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