Luftfeuchte und deren Einfluss auf Ihre Gesundheit

29.04.2014 |  Von  |  Reinigung
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Luftfeuchte und deren Einfluss auf Ihre Gesundheit
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Wohlfühlfaktor, Gesundheit und auch Behaglichkeit in Ihrem Wohnraum sind von mehreren Parametern abhängig. Ein Stiefkind darunter ist die Luftfeuchtigkeit, die oft gar nicht beachtet wird, jedoch grossen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben kann. Doch was bewirkt eine hohe oder geringe Luftfeuchte und wie lässt sie sich steuern?

Die Qualität der Atemluft ist an den wenigsten oder gar keinem Standort in der Schweiz bedenklich, die Temperatur wird in der kühlen Jahreszeit schon immer durch geeignete Methoden der Raumheizung dem menschlichen Bedarf angepasst. In jüngster Zeit gesellt sich ein Komforttrend hinzu, welcher mittels Klimatechnik (Klimaanlagen) diese Umgebungstemperatur in den Wohnungen ebenfalls kontrollierbar macht.



Ein Aufenthaltsraum oder Schlafraum kann auch abgekühlt werden, wenn heisseres Wetter das erfordert. Dabei wird oftmals unterschätzt, dass die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit (in Prozent ausgedrückt) von solchen Technologien ebenfalls modifiziert wird. Das führte bereits attestiert zu häufigeren Atemwegserkrankungen bei Mitarbeitern von Firmen in klimatisierten Räumlichkeiten. Arbeitsplatzverordnungen legen übrigens zum Schutze der Arbeitnehmer einen Grenzwert für die relative Luftfeuchtigkeit auch in Geschäften, Einkaufszentren und Fabriken zugrunde.

In Ihrem privaten Wohnhaus obliegt es Ihrem Komfortbedarf, in welchem Bereich die relative Luftfeuchtigkeit für Sie optimal ist. Jede Person hat da individuelle Schwellenwerte.

Wie hoch ist denn eine ideale Luftfeuchtigkeit?

Nicht alle Gesundheitsexperten gehen bei ihren Beurteilungen der Idealwerte von den gleichen Voraussetzungen aus. Generell gelten aber erhöhte Werte der relativen Luftfeuchtigkeit ebenso wie zu niedrige Prozentzahlen als nicht der Gesundheit förderlich. Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 60 % wird aber als optimal bei normaler Raumtemperatur bezeichnet. Der Luftdruck der Atmosphäre und die Höhenlage spielen hier auch eine Rolle.



In bedenkliche Bereiche absinken kann die Raumluft, wenn die relative Luftfeuchtigkeit durch einen Heizvorgang oder durch eine Abkühlung verändert wird. Die Abkühlung durch eine Klimaanlage geht mit der Entfeuchtung der Raumluft durch die Klimatechnologie einher. Der Heizvorgang erhöht üblicherweise die Raumtemperatur ebenfalls unter Feuchtigkeitsentzug.



Grundsätzlich steigt das Wasseraufnahmevermögen der Raumluft mit der Temperatur. Im Raum befindliche Personen atmen auch deutlich feuchtere Luft aus, als sie einatmen. Die relative Luftfeuchtigkeit innerhalb eines bewohnten Raumes ändert sich daher immer wieder.

Was geschieht bei zu hoher Luftfeuchtigkeit?

Für den Menschen besteht ab gewissen Werten der relativen Luftfeuchtigkeit die Gefahr, dass die „gefühlte Temperatur“ höher ist als die tatsächliche. Der menschliche Organismus empfindet die reale Temperatur anders und die natürliche Regulierung bei schwülem Raumklima wird behindert, bis hin zu starken Schweissausbrüchen. Schimmelsporen sind übrigens ein oft unterschätztes Gesundheitsrisiko.

Für die bauliche Substanz und Gegenstände besteht ab 60 % relativer Luftfeuchte eine Schimmelgefahr. Diese kann auf Dauer zu Schäden an der Bausubstanz und an den Möbeln führen. Bei 80 % relativer Luftfeuchtigkeit können sich Pilze (Schimmel), Milben und andere Parasiten und Kleininsekten rasch vermehren, die Atemluft beginnt oft auch stickig zu riechen.

Welche Gefahren bestehen bei zu trockener Luft?

Beim Menschen beginnen die Schleimhäute unterhalb von 40 % relativer Luftfeuchte auszutrocknen und können ihre Funktionen nicht mehr vollumfänglich ausüben. Auch die Haut trocknet aus und die Atemwege werden gereizt. Unterhalb eines Wertes von 23 % relativer Luftfeuchtigkeit fühlen Menschen sich sehr unbehaglich und können Feuchtigkeitsverluste beim Atmen kaum noch kompensieren.

Bei den Räumen kann eine Übertrocknung zu Bauschäden führen, auch Holz leidet bei Luftfeuchtigkeiten unter den Mindestwerten. Dielenbretter oder Parkettböden können sich verziehen. Bei der trockenen Luft bilden sich schnell elektrostatische Aufladungen, die zu lästigen und kleinen Stromschlägen führen, beispielsweise beim Berühren von Wasserhähnen, und die Entladungen können sogar empfindliche elektronische Gerätschaften beschädigen.

Luftfeuchtigkeit messen. (Bild: Mrs_ya / Shutterstock.com)

Luftfeuchtigkeit messen. (Bild: Mrs_ya / Shutterstock.com)




Wie messe ich die relative Luftfeuchtigkeit?

Einer der genialsten Eidgenossen, der Genfer Wissenschaftler und Forscher Horace-Bénédict de Saussure, erfand im 16. Jahrhundert unserer Zeitrechnung den Hygrometer, ein Instrument zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit. Hygrometer verschiedenster Bauart (und auch Genauigkeit) mit analoger Anzeige über einen Zeiger werden noch heute nach den Erkenntnissen des Schweizers angefertigt. Dabei bedient sich der Instrumentenbau menschlichen Echthaars oder synthetischer Fasern. Hygrometer mit digitaler Anzeige sind ebenfalls erhältlich; diese verwenden unterschiedliche Sensoren für die Ermittlung der relativen Luftfeuchtigkeit. Hygrometer müssen nicht teuer sein, ein solches Gerät sollte aber in jedem Schlafraum an der Wand hängen oder aufgestellt werden.

Wie beeinflusse ich die Luftfeuchtigkeit?

Wer eine Klimaanlage hat, kann mit dieser auch die Raumluft entfeuchten. Die Klimaanlage kann die relative Luftfeuchtigkeit oftmals bis in den unteren Bereich des „Wohlfühllevels“ kühlen. Es gibt auch Raumentfeuchter ohne Kühlwirkung für die Reduzierung des Wasserdampfgehaltes der Raumluft. Sehr kalte Aussenluft hat immer einen geringen Feuchtigkeitsgehalt, denn die kalte Luft ist nicht in der Lage, viel Feuchtigkeit zu halten. Der Sättigungsgrad liegt bedeutend niedriger, als das bei angewärmter Luft der Fall ist.

Erhöht werden kann die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen durch gezielte Platzierung von Zimmerpflanzen oder auch durch geschickten Luftaustausch mit Räumen, in denen beispielsweise gekocht (Wasserdampferzeugung) oder Wäsche getrocknet wird (Verdunstungsfeuchtigkeit). Auch beim Duschen wird einiges an Feuchtigkeit an die Luft abgegeben. Professionelle Raumluftbefeuchter arbeiten per Ultraschallverdampfer oder ähnlich einem Wasserkocher mit blosser Erhitzung eines Wasservorrats. Ein Zimmerspringbrunnen ist übrigens auch eine dekorative Alternative zur Luftbefeuchtung in grösseren Wohnanlagen oder Häusern.



 

Oberstes Bild: © ArtTDi – Shutterstock.com



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