Upcycling-Möbel – super einfach hergestellt

06.01.2015 |  Von  |  Allgemein

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Die meisten Menschen wissen, was unter Recycling zu verstehen ist. Sie geniessen am Abend ihren südfranzösischen Lieblingswein, bringen die leere Flasche am nächsten Tag zum Glascontainer, und aus dem farblich sortierten Altglas wird neues Glas hergestellt. Ein einleuchtender und umweltfreundlicher Vorgang, ebenso nachzuvollziehen wie das Recycling von Papier. Wie sieht es aber mit anderen Müllsorten aus?

Beispielsweise Möbelmüll: gerade einmal 10 % werden recycelt. Das ist traurig wenig, der Wert könnte in den nächsten Jahren aber ansteigen. Die Weiterbenutzungsrate wird dank Designern und Laien höher. Fortschrittliche Formtüftler haben nämlich das Upcycling erfunden. Sie kreieren neue Möbel durch die nachhaltige Verwendung alter Möbelteile und anderer Gebrauchtwaren. Die Ergebnisse sind allerdings ebenso trendig wie teuer. Man fragt sich, ob man das auch kann. – Die Antwort: Ja! Hier werden einige Objekte vorgestellt.



Projekt Schublade

Nicht jeder alte Schrank ist noch zu gebrauchen. Man sollte schon handwerklich geschickt sein, um Omas alte Kommode zu einem Bett oder Stuhl umzubauen. Für das Schubladenprojekt können Sie die Stichsäge und den Akkuschrauber – den besten Freund des Handwerkers – im Werkzeugkasten liegen lassen. Sie brauchen nur etwas Farbe und vielleicht ein paar selbst geschnittene Schablonen. Und die Schubläden natürlich.

Besorgen Sie sich Acrylfarbe in Künstlerqualität, sie ist ergiebig, gut pigmentiert und super wandelbar. Mischen Sie in weisse Farbe ein klein wenig Schwarz ein, um sie abzutönen. Verdünnen Sie die Farbe anschliessend mit Wasser und tragen Sie Proben auf ein Stück Holz auf. Mit dem so vorbereiteten Acryl kann auf dem angeschliffenen Holz Ihrer Schublade ein schöner Kreideeffekt erzeugt werden. Fertigen Sie aus Pappe eine Schablone an, zum Beispiel einen Stern. Mischen Sie einen grauen Farbton und tupfen Sie den Stern von innen auf die Schublade – fertig ist ein angesagtes Wandregal. Ein grosser Vorteil bei Schubläden besteht darin, sie als Modulsystem zur Verfügung zu haben.

Alte Leiter für neues Regal



Eine alte Leiter findet sich irgendwo in einer Ecke. Meistens weist sie deutliche Spuren vergangener Malerarbeiten auf, ist mit Farbe betropft und mit Schrammen übersät. Entfernen Sie diese Merkmale nicht, denn sie prägen den Stil des Upcyclings. Das Holz der Möbel ist den Jahresringen der Bäume ähnlich: alte Lackierungen und Gebrauchsspuren der einstigen Besitzer erzählen spannende Geschichten.

Für das Regalprojekt eignet sich am besten eine nicht zu hohe Doppelleiter aus Holz. Gemeint sind solche Malerleitern, die aufgestellt so aussehen wie ein umgekehrtes V. Dazu brauchen Sie unterschiedlich lange Regalbretter. Jedoch benötigen Sie weder Werkzeug noch sonstige Hilfsmittel. Ordnen Sie die Bretter mittig auf den Leitersprossen an. Beginnen Sie unten mit dem längsten und enden oben mit dem kürzesten. Die einzige technische Voraussetzung, die beachtet werden muss: Die Leiter darf nicht wackeln. Wenn Sie ein paar alte Rattanmöbel dazu stellen, haben Sie eine perfekte Upcycling-Ecke eingerichtet.

Wie man Fahrrad felgen wieder benutzen kann. (Bild: Chiangmaisabaaidee / Shutterstock.com)

Wie man Fahrrad felgen wieder benutzen kann. (Bild: Chiangmaisabaaidee / Shutterstock.com)

Fahrradfelge als Kreativobjekt

Verschwenden Sie nicht einen der schönsten Gebrauchsgegenstände der Welt – werfen Sie kein Fahrrad weg. Ausrangierte Tretmühlen können alle möglichen dekorativen und funktionellen Zwecke erfüllen. Vor allem Fahrradfelgen werden von begabten Upcyclern oftmals eingesetzt, denn sie bilden zusammen mit dem Speichenwerk ein filigranes geometrisches Muster. Eine tolle Idee ist der originelle Kleiderständer für die Ordnung im Flur. Dazu wird die Felge einfach waagerecht wie ein Storchennest auf einen Eisenstab montiert und mit einem Sockel verbunden. Oder an die Wand gehängt, mit einem Uhrwerk und grossen Zeigern verziert, zeigt die Fahrradfelge auf ungewöhnliche Weise die Zeit an.

Hier noch ein Upcycling-Tipp für all jene, die das Do-it-yourself noch nicht so sehr verinnerlicht haben. Sie nehmen eine Fahrradfelge, pur wie sie ist, bestreichen sie mit Lackfarbe oder lassen sie künstlich rosten. Das ist Geschmacks- und Umgebungssache. Montieren Sie die Felge nun mit drei bis vier Schraubhaken an der Wand – fertig ist das Memory-Board! Denn in die Speichen kann man perfekt Fotos, Erinnerungszettel, Fundstücke, Dekorationen usw. einklemmen. Einfacher und cooler kann man so etwas gar nicht machen.



Möbelkunst aus Zeitschriften

Gehören Sie zu jenen Menschen oder kennen Sie mit solche, die Zeitschriften sammeln? Lesen Sie hier, wie Sie eine grosse Menge dieses raumfordernden Archivmaterials ganz elegant anders verwerten. Schaffen Sie originelle Möbel und Sie brauchen nie wieder die Altpapiertonne zu verstopfen. Formen Sie einfach Sitze daraus. Das Beste daran ist, Sie brauchen auch für dieses Projekt kein Leonardo da Vinci zu sein.



Der Zeitschriftensitz braucht eine kleine Holzpalette als Basis. Darauf werden sorgfältig die Zeitschriften gestapelt. Achten Sie besonders darauf, dass diese schön bündig bleiben. Das funktioniert natürlich am besten, wenn Sie Wochenausgaben ein und derselben Zeitschrift verwenden. Ein flaches Kissen schliesst oben Ihr Stapelwerk ab. Jetzt fehlen nur noch zwei Ledergurte, die Sie vielleicht an ausrangierten Handtaschen finden und deren Umhängeriemen Sie zweckentfremden können. Führen Sie sie um Ihren Kissen-Zeitschriften-Stapel und durch den Zwischenraum der Palette hindurch. Nun noch festzurren und fertig ist die Möbelkunst.

Nachhaltiges Inventar

Wir können nicht unendlich viel sammeln, aber sinnvoll bewahren. Die Schublade, die zu Ihrem neuen Regal geworden ist, trägt noch die Spuren früherer Zeiten. Und der fanatische Zeitschriftensammler in Ihrer Familie kann notfalls die Gurte öffnen und die gesuchte Ausgabe hervorkramen. Und eins ist auch ganz sicher: Wenn der Umzug geschafft ist und in der neuen Wohnung die Einweihungsparty startet, werden Ihre Gäste das Mobiliar bewundern – die grösste Menschentraube wird sich aber um Ihre Upcycling-Möbel bilden.




 

Oberstes Bild: © SunCity – Shutterstock.com

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