Verschleiss mit System: Gehen Haushaltsgeräte geplant kaputt?

25.11.2014 |  Von  |  Allgemein

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Bei Elektrogeräten taucht immer wieder der Verdacht auf, dass es sich bei kurz nach dem Ablauf der Garantiezeit auftretenden Defekten um eine sogenannte „geplante Obsoleszenz“ handelt. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die gezielt herbeigeführte Abnutzung eines Produktes oder eines seiner Bauteile. Doch wie sieht es tatsächlich aus? Ist der „Verschleiss mit System“ tatsächlich an der Tagesordnung?

Manche Verbraucher werfen den Herstellern von Haushaltsgeräten vor, absichtlich minderwertige Bauteile in den Geräten zum Einsatz zu bringen und auf diese Weise „Sollbruchstellen“ zu erzeugen. Das Ziel: Ein baldiger Neukauf und damit mehr Absatz.

Vor dem Kauf auf Schwachstellen achten

Wenn möglich, sollten Verbraucher das ins Auge gefasste Produkt vor dem Kauf auf mögliche Schwachstellen hin überprüfen. Das erfordert in aller Regel eine gewisse Sachkenntnis, jedoch hilft es vielfach, sich auf seine Sinne zu verlassen: Zahnräder aus zu dünnem Plastik brechen schneller als Exemplare aus Metall, die ebenso hätten verbaut werden können. Und ein wackeliger Schlauchanschluss beim Staubsauger lässt erahnen, dass hier bald Probleme drohen. Daher sollten die Geräte im Geschäft ausgiebig begutachtet werden.

Ein Unterscheidungskriterium ist oft auch der Preis: Billige Produkte verschleissen zumeist deutlich schneller als solche aus einem mittleren Preissegment. Umgekehrt sind aber auch die teuersten Artikel nicht zwangsläufig auch die haltbarsten. Hier wird nicht selten ein Aufschlag allein für den Markennamen fällig.

Testportale geben Auskunft

Zu empfehlen ist es, sich über Testportale im Internet oder durch Verbrauchermagazine zu informieren. Durch die Meinung anderer Kunden kann vielfach ein guter Eindruck über die Alltagstauglichkeit und Haltbarkeit gewonnen werden. Wird hier immer wieder über denselben Fehler berichtet, liegt der Verdacht einer geplanten Obsoleszenz nahe.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist auch die Einführung eines Prüfsiegels für getestete Produkte ohne geplante Obsoleszenz, dem HTV-Life-Prüfzeichen. Mit diesem Siegel werden ausschliesslich Produkte zertifiziert, die garantiert frei von Sollbruchstellen sind. So wird für Verbraucher mehr Transparenz geschaffen.

Der Schein trügt

Auch wenn es nicht so scheint: Im Allgemeinen halten Haushaltsgeräte deutlich länger, als viele denken. Waschmaschinen und Kühlschränke haben eine durchschnittliche „Lebenserwartung“ von rund zehn Jahren und Kleingeräte können zumeist immerhin sechs bis acht Jahre vorweisen. Doch selbst wenn dann kleinere Störungen auftreten, muss dies noch lange nicht das endgültige Aus bedeuten, denn manchmal lassen sich die Probleme auf einfache Weise lösen. Tipps dazu finden sich im Internet reichlich.



Und wie lange ein Haushaltsgerät letztlich tatsächlich hält, hängt nicht zuletzt auch von der Pflege ab. Wer das Flusensieb seiner Waschmaschine nie reinigt und den Mixer nur sehr nachlässig säubert, muss sich nicht über frühzeitige Ausfälle wundern.

 

Oberstes Bild: © Iakov Filimonov – shutterstock.com

Über Christian Schreiber

Christian Schreiber ist seit mehr als 15 Jahren als Autor tätig und hat bereits für Verlage wie Rowohlt, die Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) sowie verschiedene Zeitungen gearbeitet.
Neben der Erstellung vielfältiger Sachtexte zu den unterschiedlichsten Themenfeldern befasst er sich insbesondere mit Rechts- und Finanzangelegenheiten und gibt Wohn- und Einrichtungstipps.


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