Helios-Experten entwickeln Verfahren zur Wiederaufbereitung von FFP-Masken

21.04.2020 |  Von  |  News

Angesichts der fortdauernden Knappheit von Schutzmaterialien für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern während der Corona-Krise haben Experten von Helios in den letzten Wochen ein sicheres Verfahren zur Wiederaufbereitung von sogenannten FFP-Masken entwickelt.

FFP2- und FFP3- Masken sind hocheffektive Schutzmasken, die medizinisches und pflegerisches Personal im Umgang mit Covid-19-Patienten verwendet.

Das jetzt entwickelte Verfahren, mit dem Helios ab dieser Woche seine Masken wiederaufbereitet, geht deutlich über die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinaus und ermöglicht so eine Wiederverwendung ohne Personalisierung. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schliesst Helios aus und stellt stattdessen die Informationen zur Verfahrensweise online. Ab sofort können bei Helios durch das Verfahren täglich 8.000 Masken aufbereitet werden.

Die im Testverfahren behandelten Masken wurden sowohl mikrobiologisch als auch strukturell in Partikelrückhalteprüfungen und in weiteren Tests von unabhängigen Laboren als neuwertig bestätigt. Der Aufbereitungsprozess wird durch ein intensives Qualitätsmanagement begleitet und permanent überprüft.

„Die Versorgungslage mit medizinischen Masken ist in Deutschland nach wie vor angespannt. Uns ist wichtig, dass nicht nur für uns, sondern für alle Anbieter im medizinischen Bereich ausreichend Schutzmaterialien vorhanden sind. Daher stellen wir das Verfahren zur Nachahmung online und unterstützen gern mit unseren Erkenntnissen“, so Enrico Jensch, COO bei Helios Deutschland. Alle Informationen zur Aufbereitung sind online unter www.helios-gesundheit.de/maskenaufbereitung einsehbar. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schliesse Helios aus, betonte Jensch.

Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten. So werden die Masken zunächst nach RKI-Empfehlung trocken für 35 Minuten bei 70 Grad in so genannten Reinigungs- und Desinfektionsgeräten behandelt. Anschliessend erfolgt zusätzlich die Aufbereitung in Umluft-Konvektoren bei 70-75 Grad über insgesamt neun Stunden. Diese beiden Verfahren in Kombination führen zu einem Aufbereitungswert A0 von 3.000. Zum Vergleich: Nach dem durch das RKI beschriebenen Verfahren wird ein A0-Wert von 60 erreicht; dabei gilt, je höher der A0-Wert, desto grösser ist die Desinfektionswirkung.

Das A0-Verfahren ist weltweit anerkannt bei der Desinfektion und Aufbereitung von medizinischen Instrumenten und Materialien. Der Einsatz eines entsprechend hohen A0-Wertes findet bei allen Desinfektionsprozessen statt, wo Medizinprodukte auf Haut oder Schleimhaut angewendet werden. „Wir konnten nachweisen, dass Erreger von Covid-19, aber auch andere Krankheitserreger, in unserem Verfahren sicher abgetötet werden. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die Masken nicht personalisiert ausgegeben werden müssen und von jedem als neuwertig genutzt werden können,“ so Karl-Heinrich de Roi, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur bei Helios, zu dem auch der Bereich Sterilgutaufbereitung gehört. An der Entwicklung des Verfahrens arbeiteten unter der Leitung von de Roi Experten aus den Bereichen Hygiene, Arbeitssicherheit, medizinische Sterilisation und Logistik zusammen. „Wir haben schon länger an Lösungen zur Aufbereitung von Masken gearbeitet, wir wurden in unseren Überlegungen durch die Veröffentlichungen des RKI bestärkt und auch inspiriert für unsere spätere Lösung“.

Die Entwicklungsschritte des Verfahrens – gescheiterte wie erfolgreiche – beschreibt Helios in einem Paper, das ebenfalls öffentlich zugänglich ist. „Auch aus gescheiterten Versuchen haben wir viel gelernt und wollen andere in unsere Gedanken und Erkenntnisse einbeziehen“, so de Roi.

Verbunden mit der Aufbereitung wurde ein logistisches Konzept entwickelt und mit der Arbeitssicherheit abgestimmt, damit Mitarbeiter während des Prozesses geschützt sind und zugleich die Masken nach der Aufbereitung hygienisch sicher in die Kliniken zurückbringen.

Entwickelt wurde das Verfahren durch Experten bei Helios, unterstützt durch Mitarbeiter des Unternehmens VAMED, das wie Helios zum Fresenius-Konzern gehört und die Sterilgutaufbereitung für Helios umsetzt. Beratend wurden mehrere Institute und Unternehmen einbezogen. Dazu gehören die Fresenius Medical Care Deutschland, das Krankenhaushygiene-Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe sowie die Unternehmen RJL Micro & Analytic GmbH in Karlsdorf-Neuthard und die Herotron E-Beam Service GmbH in Bitterfeld-Wolfen, MMM Münchner Medizin Mechanik Group; Planegg/München und Belimed Deutschland GmbH; Mühldorf a. Inn.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

Quelle: Helios Gesundheit
Bildquelle: Helios Gesundheit

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