Bohren ohne Kabel – mit guten Akku-Bohrschraubern kein Problem

08.11.2014 |  Von  |  Allgemein

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Akkuschrauber erfreuen sich nicht nur in Fachkreisen grosser Beliebtheit, sondern sind seit etlichen Jahren auch aus dem privaten Bereich kaum noch wegzudenken. Ohne Kabel an praktisch jedem Ort mit elektromotorischer Unterstützung schrauben zu können, ist eine echte Erleichterung bei vielen Tätigkeiten in Haus und Garten.

Noch besser als ein reiner Akkuschrauber ist in vielen Fällen jedoch ein Kombigerät, welches nicht nur schrauben, sondern auch bohren kann. Einfache Akkuschrauber sind für das Schrauben in Holz oder in Dübellöcher gebaut, ein Bohrschrauber hingegen kann diese Dübellöcher auch schaffen!



Die Aufgaben kennen

Das Angebot an Akku-Bohrschraubern ist gross: Von einfachen Exemplaren aus dem Lebensmittel-Discounter für rund 30 Franken bis hin zum Profi-Gerät aus dem Fachgeschäft für mehr als 500 Franken gibt es sie in allen Preisklassen.

Wichtig ist es, sich vor einem Kauf darüber klar zu werden, für welche Zwecke das Gerät benötigt wird. Wer nur gelegentlich damit arbeiten will, wird zumeist mit einem Modell aus dem mittleren Preissegment sehr gut bedient sein. Reine Billigware ist fast nie zu empfehlen, denn hier kommen oftmals Materialien zum Einsatz, die schnell verschleissen. Auch lässt die Akkuleistung bei derartigen Geräten oft sehr zu wünschen übrig.

Ein Favorit beim Umzug



Bekanntlich ist ein Umzug stets mit einem gewissen Trubel und Lärm verbunden, in der neuen Wohnung muss fast immer viel gebohrt werden. Eine Nervenbelastung nicht nur für die einziehenden Familienmitglieder, sondern auch für die Nachbarn, die darüber in aller Regel gar nicht erfreut sind. Hier kann ein Bohrschrauber punkten, denn einer seiner grossen Vorzüge ist die im Vergleich zu herkömmlichen Bohrmaschinen deutlich geringere Geräuschentwicklung. Insofern ist es ein guter Tipp, für alle Löcher in Holz und anderen weichen Werkstoffen einen Akku-Bohrschrauber zu verwenden und den Einsatz der lautstarken Schlagbohrmaschine auf die Bohrungen in Stahlbeton oder Mauerwerk zu beschränken. Das erzeugt zwar immer noch sehr viel Lärm, aber längst nicht so permanent wie beim ausschliesslichen Einsatz der „grossen“ Maschine.

Zwei Gänge sind das Optimum

Beim Kauf eines Bohrschraubers sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass das Gerät über mindestens zwei Gänge und Betriebsgeschwindigkeiten verfügt. Bei einfachen Modellen mit nur einem Gang ist die Leistung des Gerätes zumeist für das Bohren zu langsam und für das Schrauben zu schwach. Hier sind Misserfolg und Ärger praktisch vorprogrammiert. Andererseits sind teure Premium-Geräte mit drei und mehr Gängen auch nicht zu empfehlen, da es im privaten Bereich kaum Anwendungsfälle gibt, die derartigen Luxus erfordern. Insofern geht die klare Kaufempfehlung in Richtung eines mittelpreisigen Zweiganggerätes.

Ebenso wichtig wie die richtige Kraft und Geschwindigkeit ist bei einem Bohrschrauber das Vorhandensein einer sogenannten Rutschkupplung. Sie sorgt dafür, dass bei Schraubarbeiten nur so viel und so lange Kraft übertragen wird, bis die Schraube festsitzt. Dies wird durch ein maximales Drehmoment erreicht, welches entweder automatisch vom Gerät je nach Einsatzart ermittelt wird oder manuell eingestellt werden kann. Bei höherer Belastung wird der Antrieb von der Arbeitsspindel entkoppelt und die Kraftübertragung vom Motor auf den Schraubeinsatz unterbrochen. Auf diese Weise kann ein gleichmässiges Anziehen der Schrauben sichergestellt werden. Fehlt eine solche Rutschkupplung oder Drehmomentsteuerung, können Schrauben – vor allem aus weichen Materialien – leicht ausreissen. Auch das Material, in welches die Schraube eingebracht werden soll, kann dadurch beschädigt werden.

Drehmoment und Akkuleistung



Bei der Auswahl des geeigneten Modells sollte auch ein Blick auf das maximale Drehmoment geworfen werden. Für kleinere oder mittlere Schrauben genügen in aller Regel Geräte mit einem maximalen Drehmoment von 30 Newtonmeter. Ferner sollte in diesem Zusammenhang auch die Bohrleistung beachtet werden. Die Eignung des Bohrschraubers muss mit den Aufgaben übereinstimmen, für die das Gerät eingesetzt werden soll. So sollten sich bei einer Verwendung im Wohnbereich wenigstens Holz und Stahl bearbeiten lassen.



Geräte im unteren Preissegment sind oft noch mit Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH-Akkus) ausgestattet, die eine nur eingeschränkte Leistung und Kapazität aufweisen. Seit rund zehn Jahren verwenden viele namhafte Hersteller jedoch Lithium-Ionen-Akkus, mit denen deutlich bessere Leistungswerte erzielt werden können. Zudem benötigen Lithium-Ionen-Akkus kürzere Ladezeiten und neigen deutlich weniger zur Selbstentladung.

Mit einem guten Akku-Bohrschrauber lassen sich viele handwerkliche Aufgaben im Haushalt bequem und mühelos erledigen. (Bild: vichie81 / Shutterstock.com)

Mit einem guten Akku-Bohrschrauber lassen sich viele handwerkliche Aufgaben im Haushalt bequem und mühelos erledigen. (Bild: vichie81 / Shutterstock.com)

Volt und Amperestunden

Wie lange der Bohrschrauber bohrt und schraubt, hängt nicht nur von der Art des Akkus (NiMH oder Lithium-Ionen) ab, sondern auch von dessen Kapazität und Betriebsspannung. Gemessen werden diese Kenngrössen in Amperestunden (Ah) und Volt (V). So hält beispielsweise ein 12-Volt-Akku mit 2,4 Ah länger durch als ein 12-Volt-Akku mit 1,2 Ah. Letztlich muss hierbei aber auch bedacht werden, dass die Kapazität eines Akkus auch dessen Gewicht beeinflusst. Je mehr Amperestunden, desto mehr Gewicht. Wer also nicht im Akkord, sondern nur ab und an bohren und schrauben will, für den genügt auch ein kleinerer Akku.

Viele Einsatzgebiete

Neben Umzug und Renovierung ist ein Bohrschrauber mit Akku auch bei der Reparatur oder einem Umbau von Möbeln sehr dienlich. Soll beispielsweise ein Bett oder eine Kommode in der Höhe angepasst werden, ist dies kein Problem. Diese Angelegenheit kann durch das Unterschrauben eines passenden Holzsockels oder elegant wirkender Standbeine geklärt werden – mit einem Akkubohrer gelingen derartige Arbeiten mühelos an Ort und Stelle.

Und schliesslich machen Akku-Bohrschrauber nicht nur im mobilen Betrieb eine gute Figur. Auch die Bearbeitung von Werkstücken, die in einen Schraubstock eingespannt oder mit Schraubzwingen an einer Arbeitsplatte befestigt werden, ist mit einem Akkubohrer manchmal besser möglich als mithilfe einer schweren Bohrmaschine, deren Anschlusskabel nicht selten immer dann im Wege ist, wenn es gerade nicht passt. Wichtig und sehr nützlich ist hier eine stabile Werkbank. Darauf lassen sich problemlos Schraubstock, Bohrmaschinenständer oder andere Geräte montieren. Und vielleicht ist hier auch der richtige Ort für die Ladestation, auf der der Akku-Bohrschrauber nach getaner Arbeit seinen nächsten Aufgaben entgegenschlummert.




 

Oberstes Bild: © Syda Productions – Shutterstock.com

Über Christian Schreiber

Christian Schreiber ist seit mehr als 15 Jahren als Autor tätig und hat bereits für Verlage wie Rowohlt, die Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) sowie verschiedene Zeitungen gearbeitet.
Neben der Erstellung vielfältiger Sachtexte zu den unterschiedlichsten Themenfeldern befasst er sich insbesondere mit Rechts- und Finanzangelegenheiten und gibt Wohn- und Einrichtungstipps.


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