Das Zelt: Die mobile Ferienwohnung für jeden Zweck

21.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Das Zelt: Die mobile Ferienwohnung für jeden Zweck
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Mein Meisterstück habe ich auf einem Campingurlaub in Holland vollbracht. Eine Freundin lieh uns ihr Doppel-Igluzelt, Aufbauanleitung nicht beiliegend, aber alles ganz einfach, sagte die praktisch veranlagte Frau. Nach verschiedenen gymnastischen Bodenübungen auf niederländischem Territorium brachte ich ein etwas buckliges Gebilde zusammen, neben dem drei Stangen lagen, die ich nicht unterbringen konnte. Die Familie schlief zufrieden und trocken.

Drei Tage später kam die Freundin zu einem Überraschungsbesuch vorbei. Ich war mit den Kindern am Strand. Als wir wiederkamen, war das Zelt weg! Und dann stand plötzlich meine Frau vor mir. Das Gebilde neben ihr stellte unser geliehenes, jetzt richtig aufgebautes Zelt dar. Eine Stunde hatte unsere Freundin gebraucht, bis sie ihr Eigentum auf dem Zeltplatz entdeckt hatte. Zelten kann manchmal ganz schön schwierig sein. Aber es gibt nichts, was im Sommer mehr Spass macht. Vor allem mit dem richtigen Equipment.



Das Wurfzelt

Der Erfinder des selbstaufbauenden Zelts (Pop-up-Zelt) kann kein unpraktischer Mensch gewesen sein. Vielleicht ein Wanderer oder Radtourer, der genervt davon war, jeden Abend müde vom Tag Zeltstangen zusammenstecken zu müssen. Das selbstaufbauende Zelt entfaltet sich wie ein Automatik-Regenschirm. Sein Mechanismus wird nicht per Knopfdruck ausgelöst, sondern durch einen Wurf. Darum heisst dieses Zelt auch Wurfzelt.

Das Wurfzelt macht Sie zum Magier. Sie betreten den Kreis der schwitzenden, müden, Zeltstangen fluchend durch Schlaufen schiebenden Menschheit. Sie holen ein kleines Paket hervor, entfernen den Sperrmechanismus und werfen das Ding in einem eleganten Schwung durch die Luft. Und weil Sie so ein grosser Zauberer sind, entfaltet sich das Objekt durch unverständliche innere Kräfte zu einem Zelt! Lässig holen Sie den Beutel mit den Zeltnägeln heraus und verankern Ihr Kunststück im Boden.

Die Geister loswerden



Schwarze Magie hat ihren Preis. Im Fall des Wurfzeltes wird er am nächsten Morgen gezahlt, wenn die Campingfreunde ihr Lager abbauen. Die Besitzer konventioneller Zelte verfolgen bequem den umgekehrten Weg des Aufbaus: Zeltnägel ziehen, Stangen aus den Schlaufen nehmen und das Zelt wie ein Bettlaken zusammenfalten. Der Magier mit dem Wurfzelt wird die Geister, die er gerufen hat, nicht so schnell wieder los. Der beste Hinweis auf die Tücken des Abbaus sind die vielen Filme und Anleitungen, die im Internet zu dem Thema kursieren. Die Schwierigkeit für unpraktisch veranlagte Menschen liegt darin, das Wurfzelt genau in dem Schema zusammenzulegen, nach dem es sich entfaltet hat. Es soll aber Menschen geben, die mit einiger Übung ihr Zelt innerhalb von Minuten auf Packmass bringen.

Wurfzelte sind die Nomaden unter der Campingausrüstung. Sie eignen sich für kurze Auftritte und schnelles Weiterziehen. Es gibt Modelle für bis zu drei Personen von spartanischer Lebensart. Grosse Familienzelte werden in der Pop-up-Version nicht zu erwarten sein, denn der Abbau würde jeden Besitzer den Verstand kosten.



Der Geodät – Begleitzelt für Abenteurer

Gehören Sie zu den Menschen, die einmal im Jahr Beruf, Angehörige und Zivilisation hinter sich lassen müssen? Die in Landstrichen unterwegs sind, wo weder ein Heuhotel noch Bed & Breakfast aufzutreiben sein werden? Dann brauchen Sie ein leichtes, einfach auf- und abzubauendes Zelt, das der Witterung trotzt. Dann brauchen Sie einen Geodäten.

Nein, der Geodät ist, unter Camping-Aspekten betrachtet, kein Landvermesser, sondern ein stabilisiertes Kuppel-(Iglu-)Zelt. Dank seines wie ein Netz über die ganze Innenplane verlaufenden Gestänges besitzt ein Geodät eine so grosse Stabilität, dass er notfalls sogar ohne Zeltnägel stehen kann. Er trotzt Wind und Schnee und Sturm und Regen. Das ideale Überlebenszelt.

Das Familienzelt – unsere schönste Ferienwohnung

Der schönste Urlaub ist der Familienurlaub, sagen Sie? Und der allerschönste Urlaub der Familienurlaub im Zelt? Recht so! Wenn Sie für dieses Vergnügen noch keine Unterkunft besitzen, hier ein paar Tipps. Die Auswahl eines Familienzeltes muss ebenso wohlüberlegt sein wie die Entscheidung für ein Hotel oder eine Ferienwohnung. Schliesslich verbringen Sie auf diesem relativ engen Raum mit Ihren Lieben mehrere Wochen. Und es sollen die schönsten Wochen des Jahres sein.



Sparen Sie nicht mit Platz. Ein Familienzelt soll nicht nur Gelegenheit zum Schlafen bieten. Wie eine Wohnung besitzt es mehrere Räume, variable Eingänge, ein Vordach und Fenster. Wenn Sie abends mit der Familie gemütlich um den Tisch sitzen und Karten spielen, wollen Sie das nicht bei Wind und Wetter im Freien tun. Achten Sie darauf, dass jedes Familienmitglied, auch Ihr basketballspielender Sohn, in dem Zelt bequem liegen und stehen kann. Die meisten Familienzelte verfügen über aushängbare Schlafkabinen – so schnell wie ein Zelt bekommen Sie keine Wohnung umgebaut.

Die Auswahl des Zeltmaterials hängt von Ihren bevorzugten Reisezielen ab. Fängt für Sie Urlaub erst südlich der Alpen an? Wenn Sie Ihr Zelt mit Vorliebe in warmen oder gar feucht-tropischen Gegenden aufschlagen werden, empfiehlt sich der Griff zu Baumwoll-Mischgewebe. Dieses Material ist besonders widerstandsfähig gegenüber starker UV-Strahlung: Baumwollzelte besitzen ein angenehmes Innenklima. Bei Regen oder Feuchtigkeit quillt die Baumwolle auf und erhöht die Dichte der Oberfläche. Polyester- oder Nylonzelte sind etwas für Schauer- und Tiefdruckgebiete – für den nächsten Irland-Urlaub zum Beispiel. Die Zelte trocknen schneller und – weiterer Vorteil – wiegen weniger.

Für den Aufbau ziehen Sie die Aufbauanleitung zu Rate. Und denken Sie daran: Zeltaufbau ist Teamarbeit. Vielleicht lernen Sie die praktische Veranlagung Ihrer Tochter kennen. Oder die nette Familie von nebenan.



 

Oberstes Bild: © Diego Cervo – Shutterstock.com


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