Robotersauger: Vollwertige Reinigungsgeräte oder nette Spielerei?

Inzwischen ist die Technik so weit fortgeschritten, dass sich Robotersauger in jedem Zimmer problemlos zurechtfinden und einen perfekt gesaugten Boden hinterlassen. Sie sind tatsächlich dazu in der Lage, ihrem Besitzer das Staubsaugen komplett abzunehmen. Dabei ist ein Robotersauger kinderleicht zu bedienen. Sobald er jeden Krümel, alle Fussel und jedes Staubkorn aufgesammelt hat, hört er selbstständig mit der Arbeit auf und fährt an seine Ladestation.

Viel technisches Know-how gepaart mit jeder Menge Logik

Wer sich die Zeit nimmt und seinem Robotersauger entspannt bei der Arbeit zuschaut, wird wahrscheinlich vermuten, dass dieser vollkommen ziellos durch den Raum fährt. Dabei steckt hinter dieser „Kurverei“ ein wohl durchdachtes Muster. Ähnlich wie viele Tiere bei der Futtersuche, kombiniert der Roboter gerade mit spiralförmigen Linien. Er erfasst somit den gesamten Raum und fährt ihn entsprechend sorgfältig ab. Obwohl es für einen Mensschen nicht so aussieht, ist dieses Bewegungsmuster äusserst effizient.

Mithilfe verschiedener Sensoren erfasst das Gerät seinen gesamten Wirkbereich und sammelt dabei ununterbrochen Informationen über die Raumgrösse, eventuelle Hindernisse und besonders schmutzige Stellen. Letztere bearbeitet er dann ganz besonders sorgfältig und, wenn notwendig, sogar mehrmals hintereinander. Moderne Robotersauger sind sehr wendig. Es passiert kaum, dass sich das Gerät irgendwo festfährt. Aus den meisten Sackgassen sie von allein wieder heraus. Selbstverständlich können Kabel oder kleinere Kleidungsstücke, wie etwa Socken, zur „Falle“ werden. Allerdings passiert das bei einem konventionellen Staubsauger auch. Deshalb sollten vor der Inbetriebnahme alle Dinge, die lose auf dem Boden herumliegen, aufgesammelt werden.

Für ein 30 m2 grosses Zimmer benötigt ein Roboter ungefähr 25 Minuten. Die exakte Dauer hängt jedoch nicht nur von der Zimmergrösse, sondern auch von der Anzahl der Hindernisse, die er umfahren muss, ab.

Keine Sorge! Saugroboter erkennen Menschen und Tiere als Hindernisse und weichen ihnen aus. Die Befürchtung, dass sich solch ein Gerät am Fuss oder am Haustier versehentlich festsaugt, ist also unbegründet.

Nicht nur sauber sondern rein?

Robotersauger reinigen problemlos viele verschiedene Untergründe, wie Parkett, Fliesen, Teppich oder Laminat. Sie erkennen automatisch, auf welchem Untergrund sie sich gerade befinden und passen den Reinigungsvorgang darauf optimal an. Manche Modelle haben allerdings mit extrem hochflorigen Teppichen Schwierigkeiten, weil sich der Flor in ihren Rädern oder/und Bürsten verwickeln kann.

Aufgrund ihrer flachen Konstruktion passen Robotersauger bequem unter viele Möbel und reinigen somit oft sogar Stellen, die mit einem konventionellen Staubsauger nicht erreichbar sind. Seitlich angebrachte Bürsten sorgen dafür, dass auch jeglicher Schmutz aus Ecken und Kanten beseitigt wird. Das heisst: Obwohl Saugroboter rund sind, wird jede verdreckte Stelle ordentlich geputzt.


Möbel, Stufen und andere Hindernisse. (Bild: S_E / Fotolia.com)


Möbel, Stufen und andere Hindernisse

Robotersauger erkennen mithilfe ihrer Sensorik Abgründe, wie beispielsweise Treppen. Bevor es brenzlig wird, kehren sie um. Türschwellen bis circa zwei Zentimeter Höhe stellen zumeist kein Problem dar. Hier fahren sie einfach drüber. Damit der Roboter zwischen Stuhl- und Tischbeinen hindurchpasst, sollte dazwischen immer ausreichend Platz sein. Die genauen Masse finden sich in aller Regel in der Bedienungsanleitung – ansonsten hilft Ausprobieren.

Vor Hindernissen, wie Möbeln oder Bodenvasen, bremst ein Saugroboter rechtzeitig ab. Kein Nutzer muss also Stossstellen an wertvollen Möbeln oder umgefallene, zerbrochene Gegenstände befürchten. Der Roboter fährt dann langsam an das entsprechende Hindernis heran, um genau bis zur Kante zu saugen.

Robotersauger allein zu Haus …?

Ja! Während er arbeitet, darf man ihn getrost allein lassen und sogar das Haus verlassen. Sobald er fertig gesaugt hat, schaltet sich der Roboter selbstständig aus. Auch wenn er sich mal irgendwo eingeklemmt hat oder eine Teppichfranse in seine Räder geraten ist, schaltet er ganz einfach automatisch ab.

Je nach Modell, dem Verschmutzungsgrad und der Anzahl der zu umfahrenden Hindernisse, reicht eine Akkuladung für 40 bis 80 Quadratmeter. Wird der Strom knapp, fährt der Roboter selbstständig seine Ladestation an. Sobald die Akkus wieder voll sind, macht er sich wieder auf den Weg und arbeitet weiter. Ist das gesamte Zimmer fertig, fährt er ebenfalls in seine Ladestation und schaltet sich letztendlich aus.

Dem Besitzer bleibt eigentlich nur noch, in regelmässigen Abständen das Staubgefäss zu leeren und, je nach Bedarf, die Bürsten zu säubern. Komfortabler kann Putzen kaum sein!

Kleine Checkliste für die Auswahl des richtigen Modells:

  • Robotersauger können in Abhängigkeit vom Hersteller, der Bauart und des Modells mit einer Akkuladung unterschiedlich grosse Flächen saugen. Deshalb sollte jeder Interessent vor dem Kauf am besten das grösste zu reinigende Zimmer ausmessen. Das gewählte Modell sollte diesen Raum möglichst in einem Durchlauf saugen können.
  • Falls der Roboter vorzugsweise arbeiten soll, wenn alle Bewohner aus dem Haus sind, ist eine automatische Zeitsteuerung sinnvoll.
  • Haustierbesitzer wird geraten, zu einem Modell zu greifen, dass besonders gut mit Tierhaaren fertig wird. Genauere Auskünfte hierzu finden sich in der Gerätespezifikation oder Bedienungsanweisung.
  • Für Allergiker gibt es Modelle, die über spezielle, Filter verfügen.
  • Für Personen mit Bewegungseinschränkungen ist eine Fernbedienung sehr empfehlenswert. Damit lässt sich der Roboter sowohl starten als auch aus jeder Ecke hervorholen, ohne dass sich der Nutzer bücken oder gar irgendwo hinkriechen muss.

 

Oberstes Bild: © okinawakasawa – Fotolia.com

Kommentare: 15

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