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Schneidebretter – längst nicht nur für den Michelin-Koch

28.08.2014 |  Von  |  Küchenhelfer

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Schneidebrettchen sind in der Küche unverzichtbar, da sie multifunktional zum Zerkleinern von Obst, Gemüse, Fleisch und Salat eingesetzt werden können. Das schafft hygienische Voraussetzungen für ein gelungenes Mahl, bei dessen Zubereitung noch nicht einmal die Arbeitsplatten der Küche beansprucht werden. So kann ein kleines Brettchen sogar aktiv zum Werterhalt beitragen.

Welches Material sich für die Bretter tatsächlich eignet, spaltet aber schon seit ihrer Erfindung die Geister. Die eine Gruppe schwört auf den Einsatz von Kunststoffbrettern, da diese auch in der Spülmaschine gereinigt werden können, während die traditionellere Gruppe unbedingt ein Brettchen aus Holz wünscht. Eine kleine Gruppe, die es etwas extravaganter mag, wählt sogar die unrühmliche Alternative aus Glas.



Welches Material überzeugt tatsächlich?

Vorweg darf schon gesagt werden: Schneidebretter aus Glas sind absolut ungeeignet und sollten im Haushalt lieber gar nichts zu suchen haben. Einige wenige Hersteller bieten derartige Brettchen als luxuriös aussehende Alternative an, die dank spezieller Beschichtungen Sicherheit bieten und zugleich gegen Kratzer immunisiert werden soll. In der Praxis funktioniert das jedoch nicht, denn Bretter aus Glas sind nach wie vor eine Gefahr, sehen nach einigen Einsätzen längst nicht mehr so schön aus, sind unnötig schwer und zudem oftmals noch recht teuer.

Schneidebretter aus Glas (oder sogar aus Stein) haben ausserdem den Nachteil, dass sie die Klingen der Messer stark beanspruchen. Tendenziell können diese zwar auch wieder neu geschliffen werden, dennoch ist diese Behandlung langfristig nie gut für das Messer, da direkt auch immer ein Teil der Klinge abgetragen wird. Wesentlich empfehlenswerter ist es also, bei der Wahl der Brettchen auf Holz und/oder Kunststoff zu vertrauen.

Brettchen aus Holz – was sind die Vor- und Nachteile?



Holzbretter benötigen immer ein klein wenig mehr Pflege. Sie müssen mit der Hand geschrubbt werden und lange austrocknen, da sich anderenfalls im noch nassen Holz Keime festsetzen, die zu einem späteren Zeitpunkt die jeweiligen Lebensmittel auf dem Brett selber verderben könnten. Ausserdem wird zur Reinigung ein rauer Schwamm benötigt, der dank seiner Struktur auch in die oberflächlichen Fugen des Holzes eindringen kann. Ansonsten reichen heisses Wasser und Spülmittel, um Verunreinigungen jeder Art sicher zu entfernen.

Aber auch bei der Pflege benötigen Bretter aus Holz eine Extrawurst. Sie sollten nämlich von Zeit zu Zeit mit Speiseöl eingerieben werden. Dadurch legt sich eine unsichtbare Schutzschicht über das Holz, wodurch Feuchtigkeit nicht tief in dieses einziehen kann. Das gilt selbstredend auch für Bakterien und Rückstände, die an der Oberfläche bleiben, welche nach oben erwähntem Prinzip gereinigt wird.



Keime zu vermeiden ist allgemein das A und O bei den Schneidebrettern. Da hierauf regelmässig ganz unterschiedliche Lebensmittel landen, sollten die Rückstände immer penibel entfernt werden. Geschieht das nicht, bilden sich Keime, die sich dann wie bei Dominos immer weiter verbreiten und vermehren.

Ein weiteres Manko ist das Verfärben dieser Brettchen. Gerade wenn mit farbintensiven Lebensmitteln, beispielsweiser Roter Bete, gearbeitet wird, zeigen sich Verfärbungen sehr schnell auf dem Holz. Kunststoffbretter sind hingegen völlig immun gegen Verfärbungen, wodurch sie ihre schicke Optik auch dauerhaft beibehalten können. Ein klarer Pluspunkt ist bei Holzbrettern hingegen, dass sie die Klingen der Messer schonen und aufgrund ihrer natürlichen und traditionellen Optik einfach super in elegantes und stilvolles Interieur passen.

Die moderne und praktikable Alternative: Brettchen aus Kunststoff. (Bild: ppl / Shutterstock.com)

Die moderne und praktikable Alternative: Brettchen aus Kunststoff. (Bild: ppl / Shutterstock.com)

Die moderne und praktikable Alternative: Brettchen aus Kunststoff

Kunststoffbrettchen haben zahlreiche Vorteile, sind gegen Nachteile aber nicht immun. Ein Vorteil ist ihre Tauglichkeit für Spülmaschinen, die eine gründlichere Reinigung als die Handwäsche gewährleistet. Zugleich stellen unabhängige Tests immer wieder fest, dass Gerüche durch eine Spülmaschine besser vertrieben werden – aber eben nicht vollständig. Genau aus diesem Grund empfehlen Köche auch, dass in jedem Haushalt mindestens drei Schneidebretter zu finden sein sollten. Schliesslich möchte niemand, dass das gerade geschnittene Gemüse für das vegane Mahl noch nach dem Fleisch vom Vortag schmeckt.



Ansonsten haben Kunststoffbretter aber viele Vorteile. Sie schonen die Klingen der Messer, sind nicht so anfällig gegenüber Keimen wie Bretter aus Holz und zudem gegen permanente Verfärbungen völlig immun. Da sie in der Spülmaschine gewaschen werden können, sind sie ausserdem sehr komfortabel und verursachen keinen Mehraufwand. Befinden sich mehrere Brettchen im Haushalt beziehungsweise in der Küche, sollten aromatische Nahrungsmittel unbedingt auf Kunststoffbrettern geschnitten werden, da sich die Gerüche im Holz wesentlich schneller und intensiver festsetzen – und sich zugleich noch viel schwieriger entfernen lassen.

Brettchen bitte regelmässig austauschen!

Unabhängig vom Material oder von den Vor- und Nachteilen sollten alle Bretter regelmässig ausgetauscht werden. Ein Messer wird langfristig immer seine Spuren im Material hinterlassen, wobei genau diese eine nahezu magnetische Anziehungskraft auf Bakterien und Keime haben. Deshalb sollte bei den Brettchen, die oftmals schon für 15 bis 25 Franken zu haben sind, nicht unnötig gespart werden. Ist eines nicht mehr im optimalen Zustand, sollte es aus Liebe zur eigenen Gesundheit schnellstmöglich ersetzt werden. So kommt gesunde Nahrung gar nicht erst in Kontakt mit Keimen.



 

Oberstes Bild: © Alliance – Shutterstock.com


1 Kommentar


  1. Ich bin der Prison Breaker!!!

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