Vom Windelkochtopf zur Windeltorte

11.07.2014 |  Von  |  Baby Care
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Vom Windelkochtopf zur Windeltorte
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Bis vor kurzem wusste ich nicht, was eine Windeltorte sein soll. Auf jeden Fall nichts zu essen. Aber ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich die Baumwollwindeln meines Nachwuchses in einem riesigen Kochtopf auf dem Herd auskochen musste, um sie zu reinigen. Der Geruch war unbeschreiblich.

Dass in demselben Gefäss, mangels anderer Möglichkeiten, auch Konserven eingekocht wurden, darüber breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Wegwerfwindeln gab es zur damaligen Zeit noch nicht. Erst beim zweiten Kind kam ich in den Genuss, Windeln aus Zellstoff benutzen zu können. Windeleimer auf, Windel rein, fertig. Angeblich sollen gefüllte Papier-Windeln auch kompostierbar sein. Doch das ist ein anderes Thema und nicht jeder Städter besitzt einen Garten.



Windelkochtopf: Zurück in die Zukunft

Der Windelkochtopf gehört als überflüssiges Relikt der Vergangenheit an. Doch viele Schweizer Mütter möchten aus ökologischen und ökonomischen Gründen wieder auf Baumwollwindeln zurückgreifen. Tauschbörsen, Windellieferservices und Mütterportale beschäftigen sich mit der umweltfreundlichen Methode der Stoffwindelei. Stoffwindeln sind wiederverwendbar und können richtig Geld sparen. Wer jedoch nach einem Windelkochtopf sucht, wird oft nur noch bei Haushaltsauflösungen oder bei eBay fündig. Dort werden historische Windeltöpfe, Klosstöpfe oder Einwecktöpfe zum Schnäppchenpreis angeboten. Besonders schön sehen diese Töpfe jedoch nicht aus.

Im Ernst: Suchen Sie mal nach dem Begriff Windelkochtopf! Den gibt es nicht mehr. Für das hygienische Auskochen von Babywindeln benötigen Sie aber Grossraum-Kochtöpfe mit einem Fassungsvermögen von mindestens 20 Litern. Solche XXL-Kochtöpfe sind im Gastrofachhandel erhältlich. Selbstverständlich bestehen moderne Kochtöpfe aus Edelstahl und sind entsprechend preisintensiv, womit sich der Spareffekt fast schon wieder erledigt hat. Aber nur fast, denn bis ein Baby komplett ohne Windeln auskommt, verbraucht es etwa 3.000 Stück. Eine Windel kostet durchschnittlich 22 Rappen oder 18 Cent. Das macht summa summarum 656,75 Franken oder 540 Euro.

Eine gute Waschmaschine tut es auch

Wer sagt das?! Bestimmt ein technikbegeisterter Mann ohne eigene Kinder. Die Mütter müssten doch nur die Stoffwechselausscheidung (also die Babywurst) aus der Windel entfernen, den Rest würde die Waschmaschine im Kochprogramm erledigen. Diese Aussage stimmt so nicht, denn es gibt keine Babywürste. Moderne Väter wissen das natürlich. Hinten kommt von der Konsistenz her das Gleiche heraus, wie das was oben hineinkommt: nämlich butterweicher Babybrei! Bevor eine Stoffwindel also in der Waschmaschine gewaschen werden kann, benötigt sie eine Grundreinigung – und das geht eben nur mit einem grossen Windelkochtopf!

Wer jetzt verunsichert ist und für sein Baby doch lieber Wegwerfwindeln benutzen möchte, den kann ich verstehen. Wegwerfwindeln lassen sich auch viel besser verschenken oder zu kleinen Kunstwerken verarbeiten. Über eine Windeltorte freuen sich übrigens alle frischgebackenen Eltern. Geschafft: Es war nicht ganz einfach, den Bogen vom Windelkochtopf zur Windeltorte zu schlagen. 😉



 

Oberstes Bild: © Inara Prusakova – Shutterstock.com

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