Deos und ihre Wirkstoffe

28.08.2014 |  Von  |  Allgemein

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Wir können ja mal einen Test machen. Wir laufen alle im Sommer in einen dieser engen Fahrstühle, die ihre Benutzer Schulter an Schulter und Bauch an Bauch befördern. Es ist heiss, und wir steigen acht Stockwerke aufwärts. Im ersten Versuch haben die Fahrstuhlinsassen ein Deo benutzt, im zweiten fahren sie ohne. Nach diesem Test wird auch der grösste Gegner des schweissunterdrückenden Körpersprays eine andere Haltung zu Deodorants entwickeln.

Lebensnotwendige Dinge haben die Menschen früh erfunden. Bereits in Ägypten, der alten Hochburg der Zivilisation, wurden Vorläufer von Deodorants gegen den Schweissgeruch benutzt. Im 20. Jahrhundert kamen schweissunterdrückende Mittel als Salbe, dann als Deo-Roller und schliesslich als Spray auf den Markt. Wenn Sie heute in grossen Einkaufsläden in der Abteilung Kosmetikartikel stehen, schwindelt Ihnen der Kopf. Deos gibt es in so vielen Darreichungsformen und mit so vielen Wirkstoffen, dass ein kleiner Einkaufsführer not tut. Hier ist er.

Begriffsklärung

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Schweissgeruch zu unterdrücken: Überlagerung oder Ursachenbekämpfung. Weg Nummer eins, der klassische, besteht darin, Gerüche durch Parfüms und Geruchsstoffe zu überlagern. Weg Nummer zwei setzt an den Schweissdrüsen selbst an: Das Deo enthält in diesem Fall Aluminiumsalze, die die Schweissdrüsen verengen und dadurch die Transpiration herabsetzen. Deos dieser Art sind auch als Antitranspirantien bekannt. Sie können parfümiert sein, müssen es aber nicht.

Parfümierte Deos mit Alkohol

Schweiss selbst riecht nicht. Der unangenehme Geruch wird durch Bakterien verursacht. Zur Wachstumsbekämpfung dieser Bakterien beinhalten viele Deos Alkohol. Kombiniert mit Parfümstoffen, entsteht so ein langfristig wirkendes Deo. Leider besitzen manche Menschen eine empfindliche Haut. Sie sollten auf alkoholhaltige Deos verzichten. Auch der Rasierer verträgt sich nicht mit solchen Produkten.

Antitranspirantien

Ursachenbekämpfung klingt verlockend. Ganzheitlich. Aluminiumsalze hindern die Drüsen an der übermässigen Sekretausschüttung. Kein Alkohol. Kein Parfüm. Andererseits ist die Ausschüttung von Schweiss ein Körperregulativ. Zweitens verursachen Aluminiumsalze unschöne Flecken in der Kleidung. Drittens stehen sie im Verdacht, Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen. Bewiesen ist das nicht, aber wissenschaftlich verlässliche Langzeitstudien zu diesem Thema sind noch nicht durchgeführt worden. Ein ungutes Gefühl bei ihrer Verwendung bleibt also.

Deos ohne Alkohol

Menschen mit Neurodermitis und empfindlicher Haut können alkoholbasierte Deos nicht benutzen, wenn das Badezimmer nicht zum Schmerzensort werden soll. Auch Aluminiumsalze scheiden aus den genannten Gründen für viele aus. Aber keine Angst: Sie können trotzdem im Sommer einen gefüllten Fahrstuhl betreten. Die Kosmetikindustrie hat gute Deos entwickelt, deren natürliche Parfümstoffe auch ohne schädliche oder reizende Beigaben Wirkung entfalten. Ansonsten gilt: Tragen Sie natürliche Kleidung (Baumwolle, Leinen) und meiden Sie die Schweisstreiber schweres Essen, Kaffee und Alkohol. Und jetzt ab in den achten Stock!

 

Oberstes Bild: © Stefan Ataman – Shutterstock.com


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