Kalt – kälter – am kältesten: Den Kühlschrank richtig einräumen

02.12.2014 |  Von  |  Küchengeräte

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Kaum ein Haushalt kommt heute ohne Kühlschrank aus. Selbst im Büro gehören Kühlschränke und Kühltruhen mittlerweile schon zum Standard in der Betriebseinrichtung. Moderne Kühlschränke sind technisch ausgereift und sparsam. Doch was nützt die beste Energieeffizienzklasse, wenn der Kühlschrank falsch eingeräumt ist und dadurch die Stromkosten sogar steigen? Mit einem durchdachten System beim Einräumen können der Energiebedarf gering gehalten und ideale Lagerbedingungen für die einzelnen Lebensmittel sichergestellt werden. Darüber hinaus behält der Benutzer auf diese Weise den Überblick über die vorhandenen Nahrungsmittel.

Vollgestopfte Kühlschränke verbrauchen unverhältnismässig viel Strom. Die Luftzirkulation wird behindert und die Tür bleibt durch zeitraubendes Suchen oft viel zu lange offen, was einen Wärmeverlust nach sich zieht. So sollte jeder Kühlschrank ein ausreichend grosses Kühlvolumen besitzen. Als Faustregel gilt: Eine Einzelperson benötigt in der Regel etwa 100 Liter, für einen Zwei-Personen-Haushalt sollten 100–150 Liter genügen. Für jede weitere Person im Haushalt rechnet man etwa 50 bis 60 Liter mehr.



Einteilung in Kältezonen

In Kühlschränken mit statischer Kühlung gibt es verschiedene Kältezonen. In ihnen können Temperaturen herrschen, die sich vom einen Winkel zum anderen sogar um bis zu zehn Grad unterscheiden. Weil Kälte nach unten sinkt, ist es in den oberen Etagen am wärmsten. Hier sind Marmeladen, Backwaren und gekochte Speisen am besten aufgehoben. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Lebensmittel einzeln und gut verpackt sind.

Was vom letzten Mittagessen übrig geblieben ist, wird vorzugsweise in sauberen, möglichst flachen und abgedeckten Gefässen aufbewahrt. Diese Massnahme sorgt dafür, dass sich an der Kühlschrankrückwand nicht zu viel Kondenswasser absetzt. Geeignete Kunststoffdosen gibt es in allen möglichen Farben zu kaufen. Heisse Speisen sollten zudem abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.

In der Mitte ist Platz für Joghurt, Käse und andere Milchprodukte. Da es in der Etage über den Gemüsefächern mit etwa 2 °C am kältesten ist, werden hier leicht verderbliche Dinge wie Fleisch, Fisch und Wurstwaren untergebracht. Auch Kaffee kann im Kühlschrank gelagert werden. Die Kälte trägt dazu bei, das Pulver länger frisch zu halten, allerdings nur in einem luftdicht verschlossenen Behälter.



Das Gemüsefach ist – wie der Name schon verrät – ideal für Gemüse und Obst. Die Abdeckung sorgt dafür, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur genau auf diese empfindlichen Lebensmittel abgestimmt sind. Vitamine und Aussehen bleiben hier am besten erhalten.

Relativ warm hingegen ist es in den Türfächern. Ein guter Aufbewahrungsort für Butter und Eier. Auch Getränke werden hier gerne eingestellt.

Dynamisch gekühlte Geräte

Bei dynamisch gekühlten Geräten ist eine derartige Einteilung der Lebensmittel grundsätzlich nicht nötig. Durch einen Ventilator wird hier die Luft gleichmässig verteilt, die Temperatur ist folglich überall dieselbe. Das Sortieren in Lebensmittelgruppen ist dennoch zweckmässig, da es nicht zuletzt auch zur leichteren Auffindbarkeit der einzelnen Lebensmittel beiträgt. Und je kürzer bei geöffneter Tür nach dem gewünschten Produkt gesucht werden muss, desto weniger warme Luft gelangt in das Kühlschrankinnere und muss nachher wieder heruntergekühlt werden – ein Tipp für alle Sparfüchse, denen ein geringer Stromverbrauch am Herzen liegt.

Mit den richtigen Tipps zum Einräumen von Kühlschränken werden ideale Lagerbedingungen für Lebensmittel sichergestellt. (Bild: Valentina Razumova / Shutterstock.com)

Mit den richtigen Tipps zum Einräumen von Kühlschränken werden ideale Lagerbedingungen für Lebensmittel sichergestellt. (Bild: Valentina Razumova / Shutterstock.com)

Technische Raffinessen



Seit einiger Zeit sind Kühlschränke mit 0-°C-Kühlzone erhältlich. Diese soll Lebensmittel besonders lange frisch halten. Darüber hinaus gibt es inzwischen Geräte, die mit einem Extrafach für Obst und Gemüse mit LEDs ausgestattet sind, welche selbst bei geschlossener Tür weiterleuchten. Blinkende LEDs simulieren den Blau- und Grünanteil des Sonnenlichts, was den natürlichen Schutzmechanismus von Obst und Gemüse aktivieren soll. Dem Vitaminabbau, der bei der Lagerung im Dunkeln eintritt, soll so entgegengewirkt werden.



Zu beachten ist, dass nicht alle Obst- und Gemüsesorten im gleichen Masse für eine Aufbewahrung im Kühlschrank geeignet sind: Kernobst darf grundsätzlich ins Gemüsefach; Südfrüchte wie Bananen und Orangen hingegen sind besonders kälteempfindlich und gehören nicht in den Kühlschrank. Auch Tomaten, Erdbeeren und andere frische Beeren verlieren unter Kälteeinfluss schnell an Geschmack.

Tipps fürs Einräumen

Schon beim Einkauf gibt es wichtige Hinweise, wie die Lebensmittel letztlich gelagert werden sollen. Einfache Regel: Alles, was im Geschäft bereits gekühlt wurde, gehört auch zu Hause oder im Büro in den Kühlschrank.

Neue Ware wird am besten nach hinten geräumt. So ist sichergestellt, dass durch den eiligen Griff in den Kühlschrank nicht der neuere Joghurt zuerst verbraucht wird, während der ältere stehen bleibt und vielleicht sogar verdirbt, weil er über längere Zeit einfach „vergessen“ wurde.

Übrigens: Beim Kühlschrankkauf muss es nicht immer ein Modell im modernen Design sein. Auch Kühlschränke im Retro-Look verfügen trotz ihrer zumeist geringen Abmasse über alles, was für eine vernünftige Lagerung von Lebensmitteln benötigt wird. Ein integriertes Gefrierfach ist ebenso selbstverständlich wie höhenverstellbare Füsse, digitale LED-Anzeige und elektronische Temperaturregelung. Auch ist die Fachaufteilung fast immer ergonomisch durchdacht. Auf diese Weise ist nicht nur die technische Seite up to date, sondern auch das Einräumen wird erleichtert.




 

Oberstes Bild: © Anna Hoychuk – Shutterstock.com

Über Christian Schreiber

Christian Schreiber ist seit mehr als 15 Jahren als Autor tätig und hat bereits für Verlage wie Rowohlt, die Verlagsgruppe Random House (Bertelsmann) sowie verschiedene Zeitungen gearbeitet.
Neben der Erstellung vielfältiger Sachtexte zu den unterschiedlichsten Themenfeldern befasst er sich insbesondere mit Rechts- und Finanzangelegenheiten und gibt Wohn- und Einrichtungstipps.


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