Winter is coming – Lohnt der Umstieg auf eine Infrarotheizung?

22.09.2014 |  Von  |  Klima

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Die Preise für das Heizen von Wohnraum steigen und steigen Jahr für Jahr. Auch in der Schweiz. So sind Nebenkostenvorauszahlungen von knapp 400 Franken für eine Vierzimmerwohnung keine Seltenheit – neben den an sich eher intransparenten Mieten. Da ist es nur logisch und natürlich, sich über Ausweichmöglichkeiten beim Heizen zu informieren. Lohnt sich beispielsweise eine Infrarotheizung, wenn man nicht auf alternative und andere kostengünstige Varianten umsteigen kann?

Das Prinzip der Infrarotheizung ist denkbar einfach: Infrarotstrahlen erwärmen nicht die Luft, wie es bei der klassischen Konvektionsheizung der Fall ist, sondern es werden die Gegenstände, die Wände, der Boden oder die Menschen im Raum direkt erfasst. Abhängig ist die Heizung dabei vom Strom. Wir sagen Ihnen, was Sie bei der Infrarotheizung beachten müssen.



Wohlige Direktwärme durch eine Infrarotheizung

Wer sich über die Umstellung seiner Heizart Gedanken macht, muss sich zuerst vor Augen führen, wie eine klassische Heizung funktioniert. In der Wohnung verbaute Heizkörper werden aufgeheizt. Das geschieht beispielsweise dadurch, dass Wasser erhitzt wird, das durch das Heizsystem des Hauses zirkuliert. Die Heizung gibt Wärme ab, erhitzt die Luft im Raum.

Doch was geschieht mit warmer Luft nach den Gesetzen der Physik? Richtig, warme Luft steigt nach oben. Das bedeutet, man hat in einem Raum mit Heizung stets ein Temperaturgefälle zwischen oben und unten. An der Decke, wo man eher selten sitzt, ist es warm, der Boden nahezu fusskalt – ausser man setzt zusätzlich auf eine Fussbodenheizung. Ausserdem gilt es zu bedenken, dass warme Luft wenig Feuchtigkeit enthält und dabei Menschen belastet, die an trockener Haut leiden. Heizungsluft ist stets sehr trocken und kann dazu führen, dass die Nasenschleimhäute austrocknen. Dadurch steigt das Risiko von Erkältungskrankheiten.

Im Gegensatz zur Konvektionsheizung heizt die Infrarotheizung dort, wo die Wärme effektiv benötigt wird. Wände, Decken, Gegenstände und auch der Mensch selbst werden direkt von der unschädlichen Strahlung erfasst und „auf Temperatur gebracht“. Wände, Decken und der Boden strahlen die aufgenommene Wärme zusätzlich ab, ohne jedoch gezielt die Innenluft zu erwärmen. Ein Temperaturgefälle zwischen oben und unten ist im beheizten Raum nicht mehr spürbar. Fusskälte im Wohnbereich und auf Böden, die mit pflegeintensivem Parkett, Laminat, Fliesen oder Stein belegt sind, gehört der Vergangenheit an. Doch gibt es tatsächlich nur Vorteile bei der Infrarotheizung?





Strom betriebene Alternative der Infrarotheizung. (Bild: Oliver Sved / Shutterstock.com)

Strom betriebene Alternative der Infrarotheizung. (Bild: Oliver Sved / Shutterstock.com)




Zahlen und Fakten zur Infrarotheizung

Infrarotheizungen lassen sich perfekt in den gewünschten Raum integrieren. Es ist möglich, zum Beispiel im Badezimmer, die Heizung in der Wand zu verbauen, dann handelt es sich um eine sogenannte Innenwandheizung. Die Infrarotheizung lässt sich aber auch auf der Wand verbauen und beispielsweise im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer als Bild oder Spiegel dekorativ in die Wohnlandschaft einfügen.



Bei dieser Heizart stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, deren Leistungsspektren von 100 Watt bis zu 1500 Watt reichen. Dabei sind Kleingeräte, die nur eine Leistung von bis zu 250 Watt erreichen, bereits für rund 150 Franken zu erstehen. Eine mittlere Leistungsstärke von 750 Watt schlägt mit rund 700 Franken zu Buche, das volle Leistungsbündel von 1500 Watt liegt bei circa 1000 Franken. Als Faustformel, welche Leistung für Sie ausreichend ist, gilt: Je Quadratmeter an Raumfläche müssen Sie bei der Infrarotheizung rund 60 Watt anlegen. Hat Ihr Wohnzimmer beispielsweise eine Grundfläche von 40 Quadratmetern, benötigen Sie 2400 Watt an Leistung, und es würde sich anbieten, eine Heizung mit 1000 Watt und eine Heizung mit 1500 Watt zu erwerben.

Was die Ausgestaltung der Infrarotheizung angeht, sind Sie als Käufer frei. Die Bandbreite reicht dabei von Heizkörpern, welche die Optik von Marmorplatten haben, in dekorative Bilder integriert sind, hinter Spiegeln versteckt werden oder ausschauen wie eine Raufasertapete. Je nach Hersteller ist es auch möglich, selbst gefertigte und designte Motive aufbringen zu lassen. Dass der eigene Motivwunsch natürlich mit Zusatzkosten verbunden ist, versteht sich von selbst.

Vor- und Nachteile der Infrarotheizung

Wo sich Licht findet, ist im Normalfall auch Schatten. Das gilt selbstverständlich auch für den Einsatz einer Infrarotheizung. Schauen wir uns die Vor- und Nachteile einmal an.

Vorteile:

  • Da die Infrarotheizung auf einer ähnlichen Strahlung wie die Sonnenstrahlung basiert, wird der direkte Strahlungsbereich als Wärmezone wahrgenommen. Vergleichbar ist das mit Sonne und Schatten. Selbst bei identischer Lufttemperatur wird der Bereich, der direkt von der Sonne bestrahlt wird, als wärmer empfunden und der schattige Bereich als kälter. Nach diesem Prinzip werden die Heizkörper verbaut und sorgen dafür, dass man sich dort, wo man sich primär aufhält, gut gewärmt fühlt – so als wären Sie am brasilianischen Traumstrand in der Sonne.
  • Erwärmte Luft sorgt für Verwirbelungen, was gerade für Allergiker interessant ist, denn auch die Staubpartikel wirbeln mit. Durch die Infrarotheizung sind Luftverwirbelungen faktisch nicht vorhanden.
  • Die normale Heizung sorgt für Wärmezonen. Oben warm, unten kalt. Die Infrarotheizung verteilt die Wärme gleichmässig, heizt auch den unteren Raumbereich.
  • Geringe Anschaffungskosten.
  • Geringer Platzbedarf.
  • In dekorativen Objekten unsichtbar verbaut.

Nachteile:



  • Infrarotheizungen werden mit Strom betrieben. Steigt der Strompreis, steigen automatisch auch die Heizkosten an.
  • Da Infrarotheizungen keine Wärme speichern, ist man als Nutzer auf den teureren Tagstrom angewiesen und kann die Heizkörper nicht im günstigeren Nachtbetrieb aufladen.
  • Verfügt der eigene Stromlieferant nicht über Biostromangebote, fördert man durch die Infrarotheizung die Nutzung fossiler Brennstoffe im Kraftwerk.

 

Oberstes Bild: © jeka84 – Shutterstock.com


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