Aloe vera: Die Königin der Arzneipflanzen

31.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Aloe vera: Die Königin der Arzneipflanzen
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Sommerzeit ist Sonnenbrandzeit. Gehören Sie zu den Menschen, die immer, egal wie lang die Kleidung ist und wie stark die Sonnencreme, an irgendeiner Stelle ihres Körpers einen Sonnenbrand erwischen? Dann gehören Sie auch zu den Menschen, die verzweifelt nach einem Balsam für ihre Wunden suchen, nach einem Präparat, das den Schmerz der Verbrennungen lindert und die entzündete Haut heilt. Auf der Suche nach diesem Mittel können Sie in die Apotheke gehen. Ebenso gut ist es möglich, das Haus gar nicht zu verlassen und sich in der Küche und auf der Fensterbank umzuschauen. Aus der Küche kommen Quark und Gurke zum Einsatz. Von der Fensterbank die Königin der Heilpflanzen: die Aloe vera.

Die arzneiliche Anwendung der Wüstenlilie Aloe vera ist so alt wie die zivilisierte Menschheit. Pharaonen pflanzten sie an die Strassen zum Tal der Könige. Alexander liess die Verletzungen seiner Soldaten mit ihr behandeln. Griechenland, Rom und das junge Christentum kannten die „Pflanze der Unsterblichkeit“. Christoph Kolumbus nahm die Aloe als Überlebenspflanze mit auf seine Schiffe. Die illustren Zeugnisse der Aloe-vera-Reputation könnten einen eigenen Artikel füllen. Umso verwunderlicher, dass diese grosse Arzneipflanze in der westlichen Welt erst Ende des 20. Jahrhunderts ihr Comeback feierte.



Harz und Gel

Aus der Aloe-vera-Pflanze werden zwei Wirkstoffe gewonnen: das Gel und der Harz. Harz wird traditionell bei Verstopfungen angewendet. Er ist leicht giftig, stark reizend und medizinisch umstritten. Dem Glykosid Aloin, das in ihm enthalten ist, wird krebsfördernde Wirkung nachgesagt. Lassen wir diesen fragwürdigen Teil der Pflanze beiseite und widmen wir uns dem Gel. Aloe-vera-Gel kann äusserlich und innerlich angewendet werden.

Das Gel und der Sonnenbrand

Gedanklich waren wir bei Ihrem Sonnenbrand stehen geblieben. Zur Akut-Behandlung haben Sie sich eine Quarkpackung aufgelegt (Quark mit etwas Milch mischen und eine halbe Stunde einwirken lassen). Oh, das kühlt so schön! Nachdem Sie den Quark abgespült haben, fängt das Brennen wieder an. Nun können Sie nicht einen ganzen Abend lang einen Quarktopf nach dem anderen öffnen. Sie brauchen eine Nachbehandlung, die lindert, heilt und nachhaltig wirkt. Sie brauchen Aloe-vera-Gel.



Das Gel wird äusserlich wie eine Creme auf die Haut aufgetragen. Es besitzt eine stark kühlende Wirkung, eine Wohltat für Ihre verbrannte Haut. Es ist reizlindernd und erwiesenermassen voller antibakterieller Wirkstoffe, die Ihre Entzündung hemmen. Es beschleunigt die Wundheilung und unterdrückt den Juckreiz. Wenn Sie im Sommer ein passionierter Sonnenanbeter sind, sollten Sie immer eine Tube des Präparats im Kühlschrank oder eine frische Aloe auf der Fensterbank haben.

Andere Hautprobleme

Sonnenbrände gibt es, seit die Menschheit ihre Höhlen und Wälder verlassen hat und durch die Steppe gestreift ist. Aber auch andere Plagen sind so alt wie die Menschheit selbst. Juckende Haut, Entzündungen nach Insektenstichen, Schürfwunden, Akne: Gegen alles ist Aloe-vera-Gel hilfreich und verträglich einzusetzen. Auch Zivilisationskrankheiten wie die Neurodermitis erfahren durch diese Wunderwaffe Linderung.

Die innerliche Anwendung der Aloe vera



Die Aloe vera, auch Wüstenlilie genannt, ist als Pflanze ein Überlebenskünstler. Die Wissenschaft hat analysiert, dass jede Aloe ein Wunderwerk an Vitalstoffen ist. Vitamine, Spurenelemente, essenzielle Aminosäuren, Mineralstoffe, stoffwechselwirksame Enzyme: Dieses Arsenal an kostbaren Ingredienzen stellt die Pflanze der arzneilichen Anwendung zur Verfügung. Insofern ist es kein Wunder, dass auch die innerliche Anwendung sich bei vielen Menschen grosser Beliebtheit erfreut. Frisches Gel kann in Joghurt oder im Müsli konsumiert werden. Nur kochen sollten Sie es nicht. Dann verliert es seine Wirksamkeit.

Leiden Sie öfter unter Sodbrennen, unter einem gereizten Magen oder Darm? Dann ist der regelmässige Konsum frischen oder präparierten Gels empfehlenswert. Die dauerhafte Einnahme soll das Immunsystem stärken. Wissenschaftliche Belege liegen dafür jedoch nicht vor. Auch eine Senkung des Blut- und Cholesterinspiegels werden der Aloe nachgesagt – ebenfalls ohne medizinische Untermauerung. Um den Organismus positiv zu unterstützen, ist eine regelmässige Einnahme über lange Zeiträume wichtig. Beginnen Sie mit der Minimaldosierung und steigern Sie langsam.

Aloe vera Selbstanbau. (Bild: JoeFotoSS / Shutterstock.com)

Aloe vera Selbstanbau. (Bild: JoeFotoSS / Shutterstock.com)




Selbstanbau

Aloe-vera-Präparate sind nicht kostengünstig. Falls Sie einen Hang zur Selbstversorgung haben oder frische Produkte vorziehen, können Sie die Pflanzen auf dem Fensterbrett grossziehen. Eine Aloe braucht als Wüstenpflanze sandigen Boden. Topfpflanzen bevorzugen Schatten. Wenn Sie sie klein erwerben, braucht es bis zur ersten Ernste zwei Jahre. Die leicht zu merkende Regel ist: Zwölf Blätter sollten immer stehen bleiben, um das Wachstum nicht zu gefährden.

Schneiden Sie ein unteres Pflanzenblatt ab und verwenden Sie es frisch. Der gelbe Saft, der unmittelbar nach dem Schnitt abläuft, enthält das stark reizende Harz der Aloe, früher – wie bereits referiert – ein beliebtes Abführmittel. Verwenden Sie dieses umstrittene Produkt nicht. Trennen Sie ein Teilstück vom Blatt ab, legen Sie den Rest folienumwickelt in den Kühlschrank. Sie können ihn noch ein paar Tage verwenden.

Wohl bekomm’s!

Die Gel-Entnahme ist einfach. Bei äusserlicher Anwendung drücken Sie das Blatt mit der Gelseite auf die Haut und verstreichen Sie die lindernd-heilende Paste. Für innerliche Anwendungen wird das Gel vorsichtig mit dem Messer vom Blatt getrennt. Wohl bekomm’s!



 

Oberstes Bild: © Africa Studio – Shutterstock.com


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