Fliesenreinigung – einfach, sauber und glänzend

15.05.2015 |  Von  |  Reinigung
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Kacheln, Fliesen, Plättchen oder Plättli – gemeint sind keramische Platten zur Verkleidung von Boden- und Wandflächen. Keramische Fliesen zählen zu den robustesten und widerstandsfähigsten Belägen im Innen- und Aussenbereich und bieten zudem unterschiedlichste kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem ist dieses Belagsmaterial besonders unkompliziert in Reinigung und Pflege.

Schon vor über 30.000 Jahren entdeckte die Menschheit die Vorzüge von gebranntem Ton und während der Römerzeit entstanden die ersten Keramikindustrien in Europa und selbst Bürger des unteren Mittelstandes hatten gebrannte Tonziegel als Bodenbelag in ihren Häusern. Heute stehen eine Vielzahl an Motiven, Formen und Ausführungen zur Verfügung, von industriell gefertigten Fliesen mit besonderen Materialeigenschaften bis zu kleinen Serien, die nach alter Tradition von Hand gefertigt und gebrannt werden.

Steinzeug, Steingut, Feinsteinzeug

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Fliesen ist ihre Wasseraufnahmekapazität. Mit einer Wasseraufnahme von über 10 % sind Fliesen aus Steingut relativ porös und damit nur für die Verwendung im Innenbereich geeignet, denn eindringendes Wasser kann bei Frost die Fliesenstruktur dauerhaft zerstören. Dafür lässt sich Steingut sehr gut bearbeiten und kann problemlos mit einer Dekorationsschicht versehen werden.

Steinzeug ist eine Keramik, deren Wasseraufnahme bei unter 3 % liegt und die daher nur eine geringe Porosität aufweist – das Material ist dichter und mechanisch belastbarer als Steingut und auch frostsicher. Steinzeug eignet sich für stark belastete Bereiche, etwa in der Industrie, im öffentlichen Raum oder im gewerblichen Einsatz. Durch eine zusätzliche Glasur können Eigenschaften wie die Abriebfestigkeit und Rutschhemmung beeinflusst werden.

Eine Weiterentwicklung von Steinzeug stellen Fliesen aus Feinsteinzeug (FSZ) dar, die eine sehr geringe Wasseraufnahme von unter 0,5 % aufweisen. Das fein aufbereitete Ausgangsmaterial wird mit hohen Anteilen von Flussmitteln wie Quarz oder Feldspat trocken und mit hohem Druck verpresst und anschliessend bei Temperaturen von 1.200-1.300 °C gebrannt. Die fertigen Fliesen können poliert, mit Keramikpulvern dekoriert oder glasiert werden.

Erstreinigung und Unterhaltsreinigung

Direkt nach dem Verlegen müssen die Fliesen – egal ob an Wand oder Boden angebracht – einer Erstreinigung unterzogen werden. Zementschleier, Mörtelreste und überschüssiges Fugendichtmaterial muss entfernt werden, damit die Fliesen in einwandfreier Optik erstrahlen und glänzen. Die Erstreinigung wird in der Regel vom Fliesenleger durchgeführt, der dazu spezielle Reiniger einsetzt, die jedoch für die laufende Unterhaltsreinigung nicht geeignet sind.

Auch wenn Fliesen sehr unempfindlich und widerstandsfähig sind, sollte man bei der Reinigung keine stark sauren oder alkalischen Reinigungsmittel verwenden. Konzentrierte Säuren können den Fugen schaden, während stark alkalische Reiniger die Fliese nachhaltig beschädigen können, besonders, wenn die Reiniger für eine längere Zeit einwirken können. Scheuerpulver kann durch das enthaltene Schleifmittel die Oberfläche der Fliesen angreifen, der ehemals einfach zu reinigende Fliesenspiegel kann sich so zu einem dauerhaften Problem entwickeln.

Für die Pflege und Reinigung von Steingutfliesen reichen in der Regel ein neutraler Reiniger, viel Wasser und ein weiches Tuch. Wenn sich sicht- und spürbare Kalkablagerungen auf der Oberfläche abgesetzt haben, können diese mit einem handelsüblichen Kalkreiniger beseitigt werden, der im leicht sauren Bereich angesiedelt ist. Wichtig ist, nach der Reinigung mit viel klarem Wasser nachspülen, um alle Reinigerrückstände zu beseitigen. Der Einsatz von Schmierseife empfiehlt sich generell bei Fliesen nicht, da diese einen Film auf der Oberfläche hinterlässt, der nur schwer zu entfernen ist.


Für die Reinigung von Steingutfliesen reichen in der Regel ein neutraler Reiniger und viel Wasser. (Bild: © Robert Kneschke - fotolia.com)

Für die Reinigung von Steingutfliesen reichen in der Regel ein neutraler Reiniger und viel Wasser. (Bild: © Robert Kneschke – fotolia.com)


Glasiertes Steinzeug oder Feinsteinzeug machen die Reinigung besonders einfach und leicht, da sich Verschmutzungen nur auf der Oberfläche absetzen und daher leicht mit viel Wasser entfernen lassen. Reichen warmes Wasser und mechanische Reinigungsbemühungen nicht aus, um etwa auf Bodenfliesen hartnäckigen Schmutz zu lösen, kann dieser mit einem neutralen Reinigungsmittel gelöst und dann mit einem Bodentuch oder Wischmopp aufgenommen werden.

Bei unglasiertem Stein- und Feinsteinzeug können lösliche Stoffe in Verbindung mit einer längeren Einwirkzeit zu einer nicht nur oberflächlichen Verschmutzung führen, daher sollten Rotwein oder andere Fleckenbildner möglichst sofort aufgenommen und mit viel klarem Wasser nachgewischt werden. Auf eine zusätzliche Versiegelung oder glanzbildende Reiniger sollte man grundsätzlich verzichten, da diese nicht rückstandsfrei von der Fliesenoberfläche entfernt werden können, wodurch sich die Eigenschaften der Fliesen und ihre Optik negativ verändern können.

Reiniger, die Flusssäure oder deren Verbindungen enthalten, sollten niemals zur Reinigung von Fliesen – gleich welcher Art – verwendet werden, auch nicht in starker Verdünnung. Sie können die Oberfläche auch von glasierter Keramik beschädigen. Ebenso sollten keine automatisch rotierenden Reinigungsgeräte eingesetzt werden, da durch die mechanische Beanspruchung dauerhafte Spuren entstehen können, die nicht mehr zu entfernen sind.

Besonderheiten rutschhemmender Fliesen

Bodenfliesen aus Feinsteinzeug können vom Hersteller aus mit einer rutschhemmenden Oberfläche versehen werden, die auch bei nasser Fliese sicherstellen soll, dass keine Rutschgefahr besteht. Zu diesem Zweck wird die Oberfläche der Fliesen mit einer leicht profilierten, mikrorauen Struktur versehen, die Aquaplaning in Bad, Küche, Sauna oder Eingangsbereich verhindern soll. Diese Struktur macht die Reinigung mit faserigen Tüchern schwierig bis unmöglich, da sie hängenbleiben und einzelne Fasern verlieren können. Mit einem guten Mikrofasertuch lässt sich die Oberfläche jedoch meist problemlos reinigen.

Um die rutschhemmenden Eigenschaften nicht zu beeinträchtigen, dürfen die Fliesen keinesfalls mit aggressiven Reinigern oder Scheuermitteln bearbeitet werden, auch Schmierseife oder andere Reinigungsmittel mit hohem Anteil von Tensiden sind tabu, da sie den Boden sonst schnell in eine gefährliche Rutschbahn verwandeln können.

Mit Silane imprägnieren

Im Fachhandel sind spezielle Imprägniermittel (Silane) erhältlich, die auf unglasiertem Steingut, Steinzeug und poliertem Feinsteinzeug angewendet werden können. Die aus Silicium und Wasserstoff bestehenden Silane dringen in die Poren der Keramik ein und versiegeln dies (Sinalisierung), so dass Verschmutzungen, aber auch Kalkablagerungen, sich nicht mehr auf der Fliesenoberfläche einlagern können.



Fazit: Fliesen sind eine bewährte, vielseitige und besonders widerstandsfähige Möglichkeit, im Innen- und Aussenbereich Wand und Boden zu belegen. Dank moderner Fertigungstechniken und innovativer Oberflächenvergütungen sind Fliesen besonders einfach zu reinigen und zu pflegen, daher reicht in den meisten Fällen die Reinigung mit viel klarem Wasser aus, um Verunreinigungen zu entfernen. Zusätzlich kann durch Silanisierung die Oberfläche vergütet werden, um Schmutz dauerhaft abzuweisen.

 

Oberstes Bild: © Constantinos – fotolia.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.


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