Backofen reinigen – Hausmittel statt Chemie

26.08.2020 |  Von  |  Kochen / Backen, Reinigung

Der Sonntagsbraten war lecker, doch eingebranntes Fett im Backofen sorgt für schlechte Stimmung. Wer die Reinigung auf später verschiebt, riskiert hartnäckige Verkrustungen, die sich nur schwer beseitigen lassen.

Sie müssen nicht unbedingt zu aggressiven Reinigern greifen, um den Ofen auf Vordermann zu bringen. Mit effektiven Hausmitteln rücken Sie dem Schmutz schonend zu Leibe.

Backpulver als perfekter Haushaltshelfer

Backpulver ist ein vielseitiger Haushaltshelfer, der nicht nur zum Backen dient. Rühren Sie aus Backpulver und Wasser eine cremige Paste an und streichen die eingebrannten Stellen ein. Ideal ist eine Mischung aus einem Päckchen Backpulver und etwa drei Esslöffeln Wasser. Lassen Sie das Ganze für mindestens eine halbe Stunde einwirken und wischen alles mit einem weichen Tuch ab. Das Fett sollte sich durch das Backpulver vollständig gelöst haben. Handelt es sich um sehr starke Verkrustungen, verwenden Sie zum Anrühren Essig. Nach dem Aufbringen der Paste heizen Sie den Ofen auf eine Temperatur von 100 Grad und lassen alles für eine Stunde ordentlich wirken. Die Kombination aus Backpulver und Essig sollte auch stärkste Verschmutzungen ordentlich beseitigen.


BAckofenreinigung mit Natron oder Backpulver. (Bild: ThamKC – shutterstock)


Geheimwaffe Natron

Die Reinigung mit Natron funktioniert ähnlich wie mit Backpulver. Das Mischungsverhältnis zwischen Natron und Wasser liegt bei 1 zu 2, wobei Sie am besten noch einen Teil reines Salz zufügen sollten. Tragen Sie die Mischung auf, achten Sie aber darauf, nichts an die Heizstäbe kommen zu lassen. Nun wirkt alles für mindestens eine halbe Stunde ein, bevor Sie den Schmutz mit einem feuchten Tuch entfernen. Während der Einwirkzeit sollten Sie die Backofentür geschlossen halten.

Salz zur Entfernung hartnäckiger Verkrustungen

Auch Salz eignet sich hervorragend, um den Ofen zu säubern. Wischen Sie zunächst mit einem feuchten Tuch alles aus und bestreuen die Fettflecken mit Salz. Wichtig ist, nicht sparsam zu sein, sondern alles mit einer wirklich dicken Salzschicht zu bedecken. Nun heizen Sie den Backofen auf rund 60 bis 80 Grad. Nach etwa 20 Minuten beginnt das Salz braun zu werden. Lassen Sie alles etwas abkühlen und nehmen die Reste mit einem Tuch auf. Verkrustungen entfernen Sie nach der Salzbehandlung mühelos mit einer Bürste. Bei einer emaillierten Oberfläche sollten Sie auf zu starkes Scheuern jedoch verzichten, damit es nicht zu Beschädigungen kommt. Übrigens können Sie die Prozedur ruhig wiederholen, wenn beim ersten Mal nicht alles beseitigt werden konnte. Die Seiten des Ofens bleiben von Fettspritzern nicht verschont. Hier ist eine Paste aus Salz und Wasser, die Sie auf die betroffenen Stellen streichen, eine gute Wahl.


Hartnäckige Verkrustungen entfernen. (Bild: Zapylaiev Kostiantyn – shutterstock)


Zitronensaft für einen angenehmen Duft

Nach einem leckeren Essen bleibt oftmals ein unangenehmer Geruch im Backofen zurück. Damit die nächste Pizza nicht nach Ente riecht, neutralisieren Sie den Geruch am besten mit Zitronensaft. Geben Sie den Saft einer ausgepressten Zitrone in etwas Wasser und stellen die Mischung in einer feuerfesten Schale in den Ofen. Heizen Sie alles auf 120 Grad auf und lassen es für rund eine Stunde einwirken. Nach der Anwendung ist der Geruch verschwunden und Flecken können mit einem feuchten Schwamm einfach abgewischt werden.

Essig neutralisiert Gerüche

Wenn Sie keine Zitrone zur Hand haben, dient Essig als perfekter Ersatz. Mischen Sie den Essig oder Essigessenz mit Wasser. Nun kommt das Ganze bei 120 bis 150 Grad für eine dreiviertel Stunde bis Stunde in den Backofen. Danach wischen Sie die Verkrustungen mit einem feuchten Lampen ab.

Backofenrost und Co richtig reinigen

Oftmals ist nicht nur der Backofen von starken Verkrustungen betroffen. Auch das Backofengitter sieht nach starker Benutzung nicht unbedingt einwandfrei aus. Die Rückstände rubbeln Sie mit Alufolie besonders leicht ab. Knüllen Sie etwas Folie zusammen und reiben die Stäbe des Gitters so lange ab, bis sie wieder schön glänzen. Mühelos sauber wird der Rost, wenn Sie das Gitter im warmen Wasser in der Badewanne einweichen und einen Geschirrspülerreinigertabs ins Wasser legen, hier kommt also doch etwas Chemie ins Spiel. Alternativ geht auch das Auflösen einer Gebissreinigertablette. Idealerweise weicht das Ganze über Nacht ein.

Die Backbleche säubern Sie entweder mit einem der beschriebenen Hausmittel oder nutzen genau wie beim Gitterrost die Möglichkeit des Einweichens. Am besten weichen Sie alles zusammen ein, dann sind alle Teile wieder wie neu.



Das Sichtfenster des Backofens wird mit den Hausmitteln ebenfalls schön sauber. Bei den Heizstäben sollten Sie etwas vorsichtiger vorgehen und nur mit einem feuchten Lappen abwischen. Denken Sie beim Abwischen auch an die Gummidichtungen des Ofens, hier sammeln sich gern Krümel.

Von aussen wischen Sie den Backofen einfach mit lauwarmen Wasser oder einem geeigneten Spülmittel ab. Gut geeignet ist ein Essigreiniger.

Rasierschaum – lieber nicht

Oftmals wird zu einer Reinigung des Backofens mit Rasierschaum geraten. Damit wird der Backofen zwar wieder sauber, im Schaum sind jedoch unter Umständen verschiedene Stoffe enthalten, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Von einer Behandlung mit Rasierschaum sollten Sie daher absehen, es gibt genug unschädliche und effektive Alternativen.

Erneute Verkrustungen vermeiden

Nachdem der Backofen im neuen Glanz erstrahlt, vermeiden Sie am besten erneute starke Verunreinigungen. Wenn Sie den Ofen direkt nach dem Benutzen säubern, brennt nichts mehr ein, idealerweise putzen Sie nach jedem Gebrauch. Ist der Ofen noch warm, geben Sie einfach etwas Wasser und Spülmittel auf die Flecken.

Gerade wenn Gäste im Haus sind, ist eine schnelle Reinigung des Backofens nicht immer möglich. Geben Sie in diesem Fall etwas Salz oder Natron in warmes Wasser und schütten alles in den noch warmen Ofen. Später lassen sich die Verunreinigungen leicht abwischen.

Zudem sorgt die Verwendung mit Backpapier dafür, dass sich weniger Ablagerungen bilden. Tropft einmal etwas herunter, landet es auf dem Papier. Wenn Sie nicht jedes Mal ein neues Papier verwenden möchten, gibt es Backmatten, die Sie häufiger verwenden können.

 

Titelbild: Pixel-Shot – shutterstock

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


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