Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel?

04.02.2020 |  Von  |  Baby Care, Kochen / Backen, Küche
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Wenn Eltern darauf kommen, ihren Kindern Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen, geschieht dies in erster Linie mit guten Absichten. Denn nicht jedes Kind isst auch das, was ihm mittags vorgesetzt wird. Einige weigern sich strikt, ihr Gemüse zu essen, oder andere gesunde Lebensmittel, die den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt ausgleichen.

Es gibt zwar das eine oder andere Kind, welches durchaus sein eigenes Lieblingsgemüse oder -obst hat, doch zu gewissen Jahreszeiten schmecken sie nicht, weswegen sie dann auch nicht gegessen werden. Der Gedanke daran, es könne ein Nährstoffmangel entstehen, ist völlig natürlich. Doch sollte man hier gleich mit Nahrungsergänzungsmitteln eingreifen?

Für viele Kinder ist es normal

In der heutigen Zeit ist laut Studien jedes zehnte Kind betroffen davon, pro Tag mindestens ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Besonders im Winter, wenn kalte Temperaturen herrschen, möchten Eltern ihren Kindern dabei helfen, das Immunsystem zu stärken.

Die Nahrungsergänzungsmittel tauchen dazu in völlig unterschiedlichen Formen auf. Oft sind sie bunt gestaltet, um eine leichtere Akzeptanz zu fördern. Selbst Gummibärchen, die mit speziellen Vitaminen präpariert sind, gibt es zu kaufen. Die Heilsversprecher beruhigen vor allem die Eltern, die befürchten, das Kind könne sich aufgrund diverser Ursachen eine Erkältung holen. Fakt ist jedoch leider, dass die Wenigsten eine Erkältung vermeiden.

Viele Eltern versprechen sich von der Verabreichung richtiger Nahrungsergänzungsmittel eine gute Abdeckung des täglichen Nährstoffbedarfs. In den meisten dieser Produkte, die auch als Kaubonbons, oder in Form von Lutschtabletten angeboten werden, ist jedoch meist nur Calcium, Zink oder Eisen enthalten.

Sind auch noch weitere Vitamine und Mineralstoffe vertreten, sind diese laut Studien zu hoch dosiert. Sie überschreiten den Referenzwert, der beispielsweise von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfohlen wird. Einige von ihnen liegen sogar so dicht an der Grenze, dass ihre Einnahme mit einem gewissen Risiko behaftet ist.

Welche Vitamine kommen dabei zum Einsatz?

Ein Phänomen, welches sich beobachten lässt, besteht darin, dass alle nötigen Vitamine und Mineralstoffe oftmals schon in diversen (zumeist künstlichen) Lebensmitteln enthalten sind. Nimmt man hierbei die Frühstücksflocken oder Joghurts unterschiedlicher Hersteller zur Hand, findet man in deren Nährstoffdeklaration folgende Zusätze:

  • Vitamin A
  • Vitamin E
  • Vitamin K
  • Vitamin C
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Niacin
  • Vitamin B12
  • Vitamin K (Biotin)

Je nachdem, welche Menge sie davon verzehren, erhalten Kinder bereits eine ordentliche Dosis an Vitaminen oder Mineralstoffen, die für den Tag wichtig sind. In der Regel liegen die meisten Kinder, was die korrekte Dosis angeht, sogar darüber.

Die einzige Unterversorgung an Vitaminen, die man erwähnen sollte, umfassen Vitamin D und Folsäure. Bei den 6- bis 11-jährigen kommen ausserdem die Vitamine A und E hinzu. Hierzu müssten Eltern jedoch lediglich die Versorgung mit Kartoffeln, Vollkornprodukten oder Brot sicherstellen, um den Bedarf zu decken. Wer bereits im frühen Kindesalter dafür sorgt, dass die Vitaminversorgung gewährleistet ist, hat auch bei fortschreitender Entwicklung weniger Schwierigkeiten damit.


Vitamin-Lebensmittelquellen und -funktionen, Regenbogenraddiagramm mit Lebensmittelsymbolen

In den meisten Lebensmitteln, die Kinder verzehren, sind wichtige Vitamine enthalten. (Bild: elenabsl – shutterstock.com)


Irreführende Bezeichnungen auf der Verpackung beachten

Ein weiteres Problem, zu dem es auch oftmals kommt, ist die fehlerhafte Bezeichnung auf der Verpackung vieler Lebensmittel. Sie werden als „Kindersäfte“ oder unter ähnlichem Namen angeboten. Häufig handelt es sich bei diesen Produkten jedoch um irreführende Varianten, die nur mit mehr Zucker angereichert sind.

Leider befinden sich in solchen Produkten nur selten wirklich gute Nährstoffe. Zumeist auch diverse Süssigkeiten unter falschen Behauptungen vertrieben werden. „Enthält viel Vitamin C“, steht es auf der Verpackung in bunten Buchstaben. Sie sollen besonders ansprechend für die Kleinen sein. Im Prinzip tun Eltern ihren Kindern mit diesen Produkten jedoch keinen grossen Gefallen.

In solch einem Fall lohnt es sich, auf die normale Ausführung zurückzugreifen und die Mengen zu begrenzen. Kinder sollen und dürfen auch mal etwas Süsses essen. Sie müssen jedoch keinen unkontrollierten Zugang dazu haben.

Wann ist eine Versorgung mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll?

In bestimmten Altersstufen kann die Gabe von zusätzlichen Vitaminen trotzdem sinnvoll sein. Dann werden die Kosten sogar von der Krankenversicherung übernommen. Mit dazu gehören:

  • Präparate zur Versorgung mit Vitamin D
  • Präparate, die Fluorid enthalten

Vitamin D ist das sogenannte Sonnenvitamin, welches der Mensch nur in sehr geringen Mengen über bestimmte Lebensmittel zu sich nimmt. Eher ist es die Sonne, die den nötigen Bedarf deckt. Bei Babys und Kleinkindern erzielt man mit der Gabe von Vitamin D einen Schutz vor Krankheiten wie Rachitis. Unterdessen schützt Fluorid vor frühzeitigem Karies. Vor allem aber wird mit beidem der gesunde Zahn- und Knochenaufbau gefördert.

Prinzipiell handelt es sich bei den besagten Mitteln jedoch nicht um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, sondern um anerkannte Arzneimittel.

Gesunde Ernährung ist für Kinder viel wichtiger

Für gewöhnlich sind Kinder bei einer ausgewogenen Ernährung genügend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Die empfohlenen Mengen an Folsäure, Vitamin D, Eisen, Jod und Calcium wird normalerweise mittels bestimmter Lebensmittel sichergestellt. Auch in besonders herausfordernden Situationen ist meist keine Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig.

Neben einer abwechslungsreichen Ernährung, die man schon im Säuglingsalter gewährleisten kann, gehört selbstverständlich auch eine ordentliche Portion frische Luft und Bewegung dazu, die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu fördern.

 

Titelbild: Yulia Gornostaieve – shutterstock.com


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